Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ventile für die Raucherlunge

29.08.2011
Neues Verfahren für Patienten mit fortgeschrittenem Lungenemphysem - Greifswalder Ärzte implantierten erste Miniluftklappen

Rund 2.000 Euro kostet das Hightech-Miniventil, das Menschen mit Atemproblemen wieder Luft verschafft.


Nur in starker Vergrößerung sind die kleinen Helfer in der Lunge und ihre Funktionsweise zu erkennen. Foto: Foto Pulmonx GmbH

„Mit dem relativ neuen Verfahren können wir Patienten mit einem fortgeschrittenen Lungenemphysem sehr gut helfen, mit ihrer Erkrankung besser klar zu kommen“, sagte Privatdozent Dr. Sven Gläser aus der Klinik für Innere Medizin B der Universitätsmedizin Greifswald. In Mecklenburg-Vorpommern nimmt die Greifswalder Einrichtung damit eine Vorreiterrolle bei der Etablierung des neuen Verfahrens ein.

Bei einem Lungenemphysem ist die Lunge krankhaft überbläht; das Ein- und Ausatmen funktioniert nicht mehr richtig. Das Rauchen ist bei weitem der häufigste Risikofaktor bei dieser Erkrankung; aber auch chronische Entzündungen, Umweltgifte und genetische Veranlagungen spielen eine Rolle.

Durch die krankhafte Aufweitung der inneren Lufträume ist die normale Lungenfunktion und die innere Elastizität mehr oder weniger eingeschränkt, was zu starker Atemnot und Erstickungsanfällen führen kann. Die meisten Patienten leiden erheblich und permanent unter den Symptomen der nicht heilbaren und weit verbreiteten Lungenerkrankung.

„Das Verfahren der so genannten endobronchialen Ventilimplantation (EBV) kann jedoch zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität führen“, erläuterte Gläser. „Vor kurzem wurden erstmals einem Patienten in Greifswald erfolgreich mit einem Katheter vier Ventile eingesetzt.“ Bei der EBV-Therapie werden kleine Einwegventile in die Luftwege des Patienten implantiert, um den Luftstrom in die erkrankten Lungenbereiche und aus ihnen hinaus zu kontrollieren. Die Ventile helfen, die erschlafften und somit überblähten Lungenbläschen zu entlasten, so dass der Luftstrom wieder möglichst normal fließt und weniger stark erkrankte Bereiche der Lunge effektiver arbeiten können. In der Regel werden drei bis fünf Ventile in den betroffenen Lungenlappen eingesetzt.

Entscheidend für den Therapieerfolg ist eine sorgfältige Auswahl der Patienten, da nicht jeder an Lungenemphysem erkrankte Patient in Frage kommt. „Das ist ein minimal-invasives Verfahren, keine Operation. Innerhalb weniger Minuten sind die zwei Millimeter großen Metallgeflechte, die die krankhaft veränderten Lungenbereiche entlüften bzw. entblähen, über den Mund und die Luftröhre eingeführt und platziert. Der Patient spürt anschließend recht schnell die Erleichterung“, so der Lungenarzt. „Das ist auch das Hauptanliegen, die Luftnot zu bekämpfen und somit die Leistungsfähigkeit der Patienten zu verbessern.“

Universitätsmedizin Greifswald
Zentrum für Innere Medizin - Klinik und Poliklinik für Innere Medizin B
Direktor: Prof. Dr. med. Stephan Felix
PD Dr. Sven Gläser
Friedrich-Loeffler-Straße 23 a, 17475 Greifswald
T + 49 3834 86-72 42
T + 49 3834 86-22 411
E InnereB@uni-greifswald.de

Constanze Steinke | idw
Weitere Informationen:
http://www.medizin.uni-greifswald.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Die neue Achillesferse von Blutkrebs
22.05.2018 | Ludwig Boltzmann Gesellschaft

nachricht Schnelltests für genauere Diagnose bei Hirntumoren
17.05.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Im Focus: Achema 2018: Neues Kamerasystem überwacht Destillation und hilft beim Energiesparen

Um chemische Gemische in ihre Einzelbestandteile aufzutrennen, ist in der Industrie die energieaufwendige Destillation gängig, etwa bei der Raffinerie von Rohöl. Forscher der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) entwickeln ein Kamerasystem, das diesen Prozess überwacht. Dabei misst es, ob es zu einer starken Tropfenbildung kommt, was sich negativ auf die Trennung der Komponenten auswirken kann. Die Technik könnte hier künftig automatisch gegensteuern, wenn sich Messwerte ändern. So ließe sich auch Energie einsparen. Auf der Prozesstechnik-Messe Achema in Frankfurt stellen sie die Technik vom 11. bis 15. Juni am Forschungsstand des Landes Rheinland-Pfalz (Halle 9.2, Stand A86a) vor.

Bei der Destillation werden Flüssigkeiten durch Verdampfen und darauffolgende Kondensation des Dampfes in ihre Bestandteile getrennt. Ein bekanntes Beispiel...

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

PM des MCC: CO2-Entzug aus Atmosphäre für 1,5-Grad-Ziel unvermeidbar

23.05.2018 | Geowissenschaften

Autonome Schifffahrt: Transdisziplinäre Forschung an der Uni Kiel

23.05.2018 | Informationstechnologie

Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics