Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ventile für die Lunge

31.07.2012
Neue Behandlungsmethode dank Kooperation
Schweres Emphysem künftig in Rostock ohne große OP therapierbar

Die chronisch-obstruktive Bronchitis gehört zu den häufigsten Lungenerkrankungen. Bei besonders schweren Formen dieser Krankheit, die oft nach langjährigem Rauchen entsteht, helfen Medikamente kaum noch.

An der Universitätsmedizin Rostock wurde nun eine neue Behandlungsmöglichkeit etabliert. „Früher konnten durch Überblähung zerstörte Lungenabschnitte, so genannte Emphyseme, nur mit einer risikoreichen großen Operation entfernt werden“, so Professor Dr. Johann C. Virchow, Direktor der Abteilung für Pneumologie an der Universitätsmedizin Rostock.

In Zusammenarbeit mit Professor Felix Herth, dem weltweit führenden Spezialisten auf dem Gebiet der endoskopischen Volumenreduktion, wurden bei drei Rostocker Patienten erstmals bronchoskopisch und mittels einer minimalinvasiven Prozedur Ventile in die Lunge platziert, um das Emphysem zu verkleinern.

„Alle Patienten spürten bereits direkt nach dem Eingriff weniger Atemnot und waren besser belastbar“, so Professor Virchow. Professor Herth ist der Chefarzt der Abteilung Innere Medizin/Pneumologie sowie Stellvertretender Ärztlicher Direktor der Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg und war für die Eingriffe eigens angereist.

„In Rostock gibt es viele Patienten mit schwerer, unstillbarer Atemnot und Beschwerden bei geringsten Belastungen, für die dieses Verfahren eine wichtige Bereicherung der Therapiemöglichkeiten darstellt“, so Professor Virchow. Dr. Andrea Bier, Oberärztin an der Abteilung für Pneumologie, ergänzt, dass die optimale Auswahl der Patienten für diese Behandlung entscheidend ist. „Nicht jeder Patient ist dafür geeignet, und es bedarf sehr sorgfältiger Voruntersuchungen, um die Ventile an der richtigen Stelle zu platzieren“, so Dr. Bier.

Hierzu ist eine enge Kooperation mit dem Heidelberger Zentrum von Professor Felix Herth vereinbart worden, so dass auch Patienten in Mecklenburg-Vorpommern von dieser neuen Methode optimal profitieren werden. Darüber hinaus kommt der Nachkontrolle eine wichtige Bedeutung zu. „Es kommt darauf an, die Implantierung der Ventile optimal vorzubereiten und den Erfolg auch zu überprüfen und nachzuverfolgen. Hilft die Methode nicht, können die Ventile auch leicht wieder entfernt werden“, so Professor Virchow. Derzeit handele es sich bei dem Einsatz der Ventile noch um eine vergleichweise kostenintensive Therapie, so Professor Virchow. „Im Vergleich zu den Risiken einer großen Operation bietet dieses Verfahren jedoch unschlagbare Vorteile und wird in Zukunft häufiger in Rostock angewandt werden.“

Kontakt
Professor Dr. Johann C. Virchow, Direktor der Abteilung für Pneumologie und Internistische Intensivtherapie, Zentrum für Innere Medizin, Universitätsmedizin Rostock, Ernst-Heydemann-Straße 6, 18057 Rostock, Tel. 0381 494-7461

Professor Dr. Peter Schuff-Werner, Ärztlicher Vorstand, Universitätsmedizin Rostock, Schillingallee 35, 18057 Rostock, Tel. 0381 494-5011

Pressekontakt: Matthias Schümann, Schillingallee 35, 18057 Rostock, Tel. 0174 9670720

Ingrid Rieck | Universität Rostock
Weitere Informationen:
http://www.uni-rostock.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Titandioxid-Nanopartikel können Darmentzündungen verstärken
19.07.2017 | Universität Zürich

nachricht Künftige Therapie gegen Frühgeburten?
19.07.2017 | Universitätsspital Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten