Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

VDE: Weniger Kosten, bessere Betreuung durch Telemonitoring

19.11.2009
• Hohe Akzeptanz bei Patienten und Ärzten
• Vergütungsstruktur als Hürde bei der flächendeckenden Einführung
• VDE fordert Anwendungsbeobachtung für die Einführung innovativer Produkte in die Vergütung

Nach den aktuellen VDE/DGK-Anwendungsempfehlungen (DGK: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie) „Telemonitoring in der Kardiologie“ bieten Telemonitoring-Systeme Einsparpotentiale in Milliardenhöhe. So verringert Telemonitoring den Anteil an stationären Einweisungen für chronisches Herzversagen und minimiert damit die Gesamtsterblichkeit.

Die Akzeptanz bei Patienten und Ärzten, die Telemonitoring verwenden, ist hoch. Auch viele Krankenkassen sind überzeugt. Allerdings gibt es noch zahlreiche Hürden für eine flächendeckende Einführung, darunter die Frage der Vergütung.

So kommen Telemedizinische Innovationen in Deutschland nur mit Schwierigkeiten in die Erstattungssysteme der Krankenversicherungen. Auch wenn Telemonitoring bei chronischer Herzinsuffizienz bereits in einer „Quasi-Regelversorgung“ angekommen ist, die Aufnahme in die Regelversorgung ist langwierig und schwierig.

Die EU beschreibt Telemonitoring als eine Riesenchance für die Behandlung chronischer Krankheiten. Der VDE fordert daher die Nennung von Telemonitoring für die Prävention von chronischen Erkrankungen im Präventionsgesetz. Aufgrund der schwierigen Finanzierung im deutschen Gesundheitssystem gehen Unternehmen mit ihren Produkten oftmals ins Ausland. Die Ärzte hierzulande können die Geräte dann erst in der zweiten oder dritten Gerätegeneration nutzen.

Durch den Wegfall der Anschubfinanzierung gemäß § 140d SGB V sowie der Einführung des Gesundheitsfonds verhalten sich viele Krankenkassen abwartend gegenüber Innovationen. „Auch die tatsächliche Anreizwirkung der Vergütungen aus dem morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich ist vier Monate nach dessen Einführung nicht absehbar“, so Johannes Dehm, Geschäftsführer der VDE Initiative MikroMedizin. Auch die Eintrittsbarrieren in den Markt sind zu hoch.

Das deutsche Gesundheitssystem fordert einen vielfachen Nachweis des medizinischen und gesundheitsökonomischen Nutzens durch Studien, die in Deutschland durchgeführt wurden. Diese Innovationsbarriere ist insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen aufgrund des hohen Zeit- und Kapitalbedarfs oft unüberwindbar.

Hier können laut VDE entsprechende Fördermöglichkeiten oder neue Modelle für die Einführung innovativer Verhandlungsverfahren in das deutsche Gesundheitssystem Abhilfe schaffen. Dass bei einem Wechsel der Krankenkassen die Patientendaten aus Telemonitoring- Systemen nach heutigem Stand der Technik nur schwer übernommen werden können, sieht der VDE als eine weitere Hürde für die flächendeckende Einführung von Telemonitoring- Systemen.

„Genauso kritisch sehen wir die Tatsache, dass die Endgeräte verschiedener Komponentenhersteller oft nicht kombinierbar sind. Der VDE arbeitet hier gemeinsam mit der internationalen Continua Health Alliance an Lösungen hierzu“, sagt Dehm. Nachholbedarf besteht auch im Bereich Geräteentwicklung. Eine weitere Miniaturisierung der Sensoren könnte die Handhabbarkeit vereinfachen und die automatische Detektion von physiologischen Veränderungen verbessern, etwa von Rhythmusstörungen beim Tele-EKG. Darüber hinaus kann die Entwicklung neuer Anwendungsteile (close loop) ganz neue Möglichkeiten für das Telemonitoring eröffnen.

Die VDE/DGK Anwendungsempfehlungen „TeleMonitoring-Systeme in der Kardiologie“ können auf www.vde-medtech.com kostenfrei heruntergeladen werden. Über VDE-MedTech: VDE MedTech ist die Informations- und Innovationsplattform für die Entwicklung neuer Lösungen in der Medizin/Medizintechnik. Rund 3.000 Ingenieure, Informatiker, Naturwissenschaftler und Ärzte bilden das Expertennetzwerk für den technisch-wissenschaftlichen Austausch quer durch alle Innovationsfelder der Medizintechnik.

Sie arbeiten eng verzahnt in der Deutschen Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE, in der VDE Prüf- und Zertifizierungsinstituts GmbH und in der DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE. Gemeinsam mit Partnern aus Industrie, Forschung und Politik betreibt der Verband mit „VDE MedTech“ Wissenstransfer, erstellt Studien und Positionspapiere. Er initiiert Projekte mit interdisziplinären Schnittstellen zur Biomedizinischen Technik, Informations- oder Mikrosystemtechnik.

Die DKE erarbeitet die notwendigen Standards und Normen für medizinische Geräte und Systeme und gibt Empfehlungen zum Schutz von Patienten und Anwendern. Das VDE-Institut prüft Geräte, Systeme und Prozesse auf deren Sicherheit, Qualität und Gebrauchstauglichkeit.

Pressekontakt:
Melanie Mora,
Tel. 069 6308461,
melanie.mora@vde.com

Melanie Mora | VDE
Weitere Informationen:
http://www.vde.com

Weitere Berichte zu: DKE Gesundheitssystem Kardiologie MedTech TeleMonitoring VDE Vergütung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

29.05.2017 | Physik Astronomie

Deutschlandweit erstmalig: Selbstauflösender Bronchial-Stent für Säugling

29.05.2017 | Medizintechnik

Professionelle Mooszucht für den Klimaschutz – Projektstart in Greifswald

29.05.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz