Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Urologen weiter Vorreiter bei Roboter-Operationen: auch Kinder profitieren

05.09.2011
Am Anfang stand die Prostata im Zentrum der roboter-assistierten Operationen in der Urologie. Inzwischen vertrauen Europas erfahrenste Roboter-Chirurgen längst nicht mehr nur bei der Entfernung der tumortragenden Prostata auf das daVinci-System. Heute kommt die minimal-invasive Operationstechnik auch bei Eingriffen an Nieren, Harnblase und Lymphsystem und in der Kinderurologie zum Einsatz.
Auf dem 8. Europäischen Kongress der European Robotic Urology Society (ERUS) vom 5. bis 7. Oktober 2011 in Hamburg werden die wichtigsten und neuesten urologischen Einsatzfelder für den daVinci thematisiert und in Live-OPs demonstriert. Rund 900 Teilnehmer aus rund 50 Ländern werden erwartet.

Die Pressekonferenz findet am 5. Oktober 2011 um 10.30 Uhr im Hotel Grand Elysée statt.

„Jedes Kind hat ein Recht auf eine narbenfreie Operation.“ So propagieren Anhänger der Roboter-Chirurgie in den USA den Einsatz der schonenden OP-Technik, die vor allem kleinere Schnitte mit weniger Blutverlust sowie später entsprechend kleineren Narben, vermindertes Infektionsrisiko, geringere postoperative Schmerzen, zügigere Heilung und kürzere Klinikaufenthalte verspricht. „Soweit gehen wir in Deutschland nicht“, sagt Prof. Dr. Margit Fisch, Chefärztin der Klinik für Urologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Das UKE ist gemeinsam mit seinem Prostatakrebszentrum Martini-Klinik Ausrichter des „8. European Robotic Urology Symposiums“.

Doch auch hierzulande profitieren Kinder mit urologischen Erkrankungen ab einer gewissen Körpergröße inzwischen von der innovativen Methode. Prof. Fisch: „Das ist zum Beispiel bei Harnleiterengen oder Nierenbeckenabgangsengen der Fall.

Diese meist angeborene Verengung am Übergang zwischen dem Nierenbecken und dem Harnleiter kann zu zahlreichen Komplikationen und irreversiblen Nierenschäden führen, die eine Entfernung der Verengung und eine diffizile Rekonstruktion des Übergangs von Nierenbecken und Harnleiter erfordert. Die hohe Präzision des daVinci ist dabei von besonderem Vorteil und erlaubt kosmetisch gute Ergebnisse, da kein großer Flankenschnitt erforderlich ist.“

Stattdessen werden die winzigen Instrumente sowie eine Miniatur-Kamera des Robotersystems durch vier kleinstmögliche Zugänge in den Körper eingebracht. Der Operateur bedient sie über eine Steuerkonsole. Seine Handbewegungen an der Konsole werden im Operationsfeld umgesetzt während die 3D-Minikamera die Situation im Operationsgebiet in HD-Qualität und mit bis zu zehnfacher Vergrößerung auf einen Monitor überträgt. „Bis heute ist die daVinci-assistierte robotische Nierenbeckenplastik aber noch kein Routineeingriff in der Kinderurologie“, betont Prof. Fisch.

Bei der radikalen Blasenentfernung bei bösartigen Blasentumoren, der Nierenentfernung beziehungsweise Nierenteilentfernung bei Nierentumoren oder der Entnahme einer Lebendnierenspende hingegen hat sich die Roboter-Chirurgie in der Urologie längst etabliert.

Die daVinci-assistierte radikale Prostataentfernung beim Prostatakarzinom, die von vielen Patienten bereits aktiv nachgefragt wird, ist für erfahrene Operateure wie Priv.-Doz. Dr. Alexander Haese (Martini-Klinik) und Priv.-Doz. Dr. Felix Chun (UKE) aus dem Hamburger Gastgeber-Team des „8. European Robotic Urology Symposiums“ heute Routine.

„Im Vergleich zu anderen Disziplinen haben wir in der Urologie zehn Jahre Vorsprung und werden den Robotereinsatz auf immer mehr Indikationen ausweiten können“, resümiert Prof. Dr. Markus Graefen, Chefarzt der Martini-Klinik. Wichtige Voraussetzung dafür seien internationaler Erkenntnisaustausch und die breite Fortbildung der urologischen Operateure durch die European Robotic Urology Society (ERUS) wie jetzt in Hamburg.

Christine Jähn | idw
Weitere Informationen:
http://www.erus2011.com/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz: Nierenschädigungen therapieren, bevor Symptome auftreten
20.09.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

nachricht Neuer Ansatz zur Therapie der diabetischen Nephropathie
19.09.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie