Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Unterschätzte Fliegen - Übertragung von gefährlichen Erregern möglich

08.08.2012
Lästig sind sie allemal, Fliegen, die Mensch und Tier gleichermaßen zu plagen wissen. Doch als Überträger von gefährlichen Erregern hatte die Wissenschaft sie bislang eigentlich nicht übermäßig auf der Rechnung.

Nun fanden Forscher im Rahmen einer deutsch-niederländischen Studie heraus, dass Fliegen sehr wohl Erreger verbreiten können, beispielsweise solche, die schwere Darmentzündungen und bedrohliche Durchfälle hervorrufen. Um Genaueres über die Verbreitungswege von Krankheitserregern von Mensch und Tier in Ballungsräumen zu erfahren, wurden Fliegen und Vogelkotproben in der Nähe von Ställen, Hundewiesen, Badeseen und Naherholungsstätten gesammelt.

Die Ergebnisse überraschten: Während zwar Bakterien der Campylobacter-Gruppe weniger häufig als vermutet nachgewiesen wurden, fanden sich in etwa der Hälfte der Proben enteropathogene E.coli-Bakterien, die zu Durchfällen führen können.

Zur Zeit arbeiten die durchführenden Arbeitsgruppen aus Mikrobiologen und Parasitologen unter der Leitung von Prof. Dr. Klaus Pfeffer und Prof. Dr. Heinz Mehlhorn der Universität Düsseldorf daran herauszufinden, ob unter den gefundenen E. coli auch solche Stämme sind, die sogenannte "extended spectrum beta lactamase" bilden.

ESBL-bildende Keime sind deshalb gefürchtet, weil Beta Lactamasen in der Lage sind, die Wirkmechanismen vieler Antibiotika außer Gefecht zu setzen - was schlussendlich zu Antibiotikaresistenzen führt. Das wäre fatal, denn so könnten Fliegen und Vögel schnell zu Überträgern von Krankheiten und auch Antibiotika-Resistenzen werden.

Die Forscher fordern daher, die Kontrolle der Fliegenpopulationen in Mastbetrieben, aber auch in Lebensmittelverarbeitenden Betrieben, Restaurants, Schulküchen, Altenheimen, Lagern etc. mit besonderer Aufmerksamkeit durchzuführen. Lebensmittel sollten auf jeden Fall fliegensicher aufbewahrt werden und Kot jeglicher Art in der Nähe von Schulen, Kindergärten, Heimen, Restaurants etc. entfernt werden. Aus einem Gramm Kot kann fast ein Gramm Fliegenmaden entstehen, so dass diese Verunreinigungen das Fliegenaufkommen erheblich fördern können.

Weitere Informationen:
http://www.giqs.org/aktuelles/artikel/news/fliegen-erreger

Friederike Heidenhof | www.aid.de
Weitere Informationen:
http://www.aid.de
http://www.giqs.org/aktuelles/artikel/news/fliegen-erreger

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise