Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Uni-Augenklinik entwickelt neues Präparat für Hornhauttherapie

08.10.2009
Die Hornhaut ist die "Windschutzscheibe" des Auges. Ist diese "verschmutzt", die Hornhaut also z. B. von Blut- und Lymphgefäßen durchzogen, verschlechtert sich die Sicht bis hin zur Erblindung.

Die Augenklinik des Universitätsklinikums Erlangen ist federführend an einer internationalen Phase II-Studie beteiligt, bei der ein neu entwickeltes Präparat zur Therapie derartiger Hornhauterkrankungen getestet wird. Die Aussprossung von Blut- und Lymphgefäßen in die Hornhaut wird durch Augentropfen gehemmt (Angiogenesehemmung).

Eine Zwischenanalyse zeigt, dass das Medikament von den Patienten gut vertragen wird; außerdem konnten keine Nebenwirkungen festgestellt werden. Für die Phase III-Studie, bei der die Dosierung erprobt wird, werden noch Testpersonen mit einem derartigen Krankheitsbild gesucht.

Bisher gibt es keine spezifische, örtlich angewendete Therapie am Auge, die die Neubildung von Gefäßen hemmt. Mit der multizentrischen Langzeitstudie (Phase II) konnte nun erstmals gezeigt werden, dass eine örtlich angewendete Angiogenesehemmung am Auge möglich ist. In der Phase II-Studie mit Zufallszuteilung zur Ausschaltung von systematischen Fehlern (Randomisierung) wurden örtlich angewendete Antisenseoligonukleotid-Augentropfen gegen Insulinrezeptorsubstrat I (IRS-1) multizentrisch getestet. Endpunkt der Studie war die Fläche der Hornhaut, die mit krankhaften Blutgefäßen bedeckt ist. Das Reading-Center dieser Studie, in dem alle Bilder morphometrisch ausgewertet wurden, befindet sich im Labor für okuläre Angiogenese, Lymphangiogenese und Transplantatimmunologie der Erlanger Uni-Augenklinik. Die Zwischenanalyse zeigt, dass bei einer mittleren Dosis eine signifikante Hemmung einer progressiven Gefäßaussprossung in die Hornhaut festgestellt wurde. "Damit haben wir nun erstmals ein durch Studien getestetes Präparat, das sicher und effektiv progressive Gefäßeinsprossungen in die Hornhaut zu hemmen scheint", erklärt PD Dr. Cursiefen, Leiter der klinischen Prüfung dieser Studie in Deutschland. Die Ergebnisse der Zwischenanalyse wurden in der September-Ausgabe von Ophthalmology, dem führenden Fachjournal im Bereich Augenheilkunde, publiziert.1

Aufbauend auf diesen positiven Zwischenergebnissen läuft bereits eine Phase III-Studie mit der in der Phase II-Studie als optimal ermittelten Dosis. Die Augenklinik des Universitätsklinikums Erlangen sowie die anderen teilnehmenden Zentren der Universitätsklinika von Freiburg, Würzburg, Essen, Berlin, Homburg, Luzern, Lausanne, Bern und Paris suchen dafür weiterhin Patienten mit diagnostizierter progressiver kornealer Neovaskularisation. Interessierte Personen können sich in Erlangen an Maike Kunze, Tel.: 09131/85-44141, wenden.

1Cursiefen et al. GS-101 antisense oligonucleotide eye drops inhibit corneal neovascularization: interim results of a randomized phase II trial. Ophthalmology. 2009 Sep;116(9):1630-7.

Die Universität Erlangen-Nürnberg, gegründet 1743, ist mit 26.000 Studierenden, 550 Professorinnen und Professoren sowie 2000 wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte Universität in Nordbayern. Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen an den Schnittstellen von Naturwissenschaften, Technik und Medizin in engem Dialog mit Jura und Theologie sowie den Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Seit Mai 2008 trägt die Universität das Siegel "familiengerechte Hochschule".

Weitere Informationen für die Medien:

PD Dr. Claus Cursiefen
Tel.: 09131/85-44141
claus.cursiefen@uk-erlangen.de

Ute Missel | idw
Weitere Informationen:
http://www.uk-erlangen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Kokosöl verlängert Leben bei peroxisomalen Störungen
20.06.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Überdosis Calcium
19.06.2018 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Im Focus: Revolution der Rohre

Forscher*innen des Instituts für Sensor- und Aktortechnik (ISAT) der Hochschule Coburg lassen Rohrleitungen, Schläuchen oder Behältern in Zukunft regelrecht Ohren wachsen. Sie entwickelten ein innovatives akustisches Messverfahren, um Ablagerungen in Rohren frühzeitig zu erkennen.

Rückstände in Abflussleitungen führen meist zu unerfreulichen Folgen. Ein besonderes Gefährdungspotential birgt der Biofilm – eine Schleimschicht, in der...

Im Focus: Überdosis Calcium

Nanokristalle beeinflussen die Differenzierung von Stammzellen während der Knochenbildung

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Freiburg und Basel haben einen Hauptschalter für die Regeneration von Knochengewebe identifiziert....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Schneller und sicherer Fliegen

21.06.2018 | Informationstechnologie

Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

21.06.2018 | Innovative Produkte

Sensoren auf Gummibärchen: Team druckt Mikroelektroden-Arrays auf weiche Materialien

21.06.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics