Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

UKM verstärkt Kampf gegen Krankenhauskeime / Aktionen zur Patienten- und Personalsicherheit

28.10.2008
Bis zu 50 Prozent der Infektionen können vermieden werden

Beim Kampf gegen so genannte „Krankenhauskeime“ stehen aktuell zwei Ziele besonders im Vordergrund: Eine noch bessere Händehygiene in den Krankenhäusern und der kontrollierte und zielgerichtete Einsatz von Antibiotika, um die Ausbreitung antibiotikaresistenter Bakterien, wie Methicillin-resistenter Staphylokokken (MRSA), einzudämmen.

Das Universitätsklinikum Münster (UKM) intensiviert diese Bemühungen und beteiligt sich im Rahmen des EUREGIO MRSA-net in den kommenden Wochen mit zahlreichen Informationsveranstaltungen und Aktionen an der bundesweiten Initiative zur Verbesserung der Händehygiene und der europaweiten Initiative zur Kontrolle des Antibiotikaverbrauchs im Gesundheitswesen.

„Der Patientenschutz genießt am UKM höchste Priorität. Durch eine strenge und gute Händehygiene lassen sich bis zu 30 und 50 Prozent der Infektionen im Krankenhaus vermeiden. Schon jetzt besteht am UKM ein Infektionsschutz auf höchstem Niveau. Neben der Messung des Verbrauchs hat das Institut für Hygiene am UKM vor zwölf Monaten eine Studie begonnen, um zu überprüfen, wie häufig eine Händedesinfektion durchgeführt werden sollte. Diese unterscheiden sich zwischen Arztpraxis, Altenheim und Krankenhaus. Dauerhafte Prävention ist dabei der beste Schutz für die Patienten - und für das Personal. Mit unserem Programm wollen wir in besonderer Form erneut auf die Bedeutung der Händehygiene hinweisen, Mitarbeiter sensibilisieren sowie Patienten und Angehörige informieren und aufklären“, betont Prof. Dr. Norbert Roeder, Ärztlicher Direktor des UKM.

Koordiniert wird das Programm unter der Leitung der UKM-Institute für Hygiene und für Medizinische Mikrobiologie. Privat-Dozent Dr. Alexander Friedrich, Oberarzt am Institut für Hygiene, erklärt: „Wir möchten alle Berufsgruppen erreichen und haben der Händehygiene deswegen auch in der Medizinerausbildung eine zentrale Rolle gegeben. Im Studienhospital der Medizinischen Fakultät erlernen die angehenden Ärztinnen und Ärzte praktische Hygienemaßnahmen für den Klinikalltag. Ein Teil der Infektionen in Krankenhäusern wird aber auch in Zukunft unvermeidbar bleiben. Es gibt dennoch effektive Möglichkeiten zur erfolgreichen Eindämmung. Dazu zählt neben der Händehygiene auch der sinnvoll reduzierte Einsatz von Antibiotika. Gerade dadurch können wir dazu beitragen, dass resistente Erreger gar nicht erst entstehen.

Die erste Frage darf nicht heißen: Welches Antibiotikum einsetzen? Sondern: Überhaupt ein Antibiotikum einsetzen?“ Je geringer die Anzahl resistenter Erreger, umso höher sei die Chance, dann auch unvermeidbare Infektionen mit Antibiotika behandeln zu können. Friedrich: „In der Vergangenheit wurde der „Joker Antibiotika“ leider zu häufig gezogen.“ Aus diesem Grund wird dieses Jahr am 18. November erstmals in der Europäischen Union der „Europäische Antibiotikatag" abgehalten, um die Bedeutung der Antibiotika und den bewussten Umgang mit Ihnen hervorzuheben. Auch am UKM wird an diesem Tag eine Veranstaltung hierzu stattfinden.

MRSA-Screening gibt Schutz

Zum Schutz der Patienten werden am UKM alle stationär aufgenommenen Patienten auf MRSA getestet. Das ist nur ein Kriterium von vielen, die nötig sind, um das „EUREGIO MRSA-net“ Qualitäts- und Transparenzsiegel zu erreichen. In diesem Jahr wurden diese Siegel erstmals, u.a. an das UKM, verliehen. Eine Übersicht über die Krankenhäuser, die das Siegel erhalten haben, gibt es im Internet unter www.mrsa-net.org. UKM-Hygiene-Experte Friedrich, zugleich Leiter des EUREGIO-Projektes auf deutscher Seite, betont: „Die Bekämpfung von Krankenhauskeimen wie MRSA ist eine Gemeinschaftsaufgabe aller Akteure im Gesundheitswesen. MRSA wird bald nicht mehr nur ein Problem in Krankenhäusern ist. MRSA werden sich mehr und mehr auch außerhalb des Krankenhauses verbreiten.“

Umso wichtiger sei es allerdings, dass gerade der Schutz in den Krankenhäusern weiter intensiviert wird. Prof. Roeder: „Die aktuelle Kampagne ist wichtig und kommt zu einem richtigen Zeitpunkt. Fest steht aber auch: Der Kampf gegen Krankenhauskeime ist eine Daueraufgabe, bei der alle an einem Strang ziehen müssen.“

Weitere Informationen und Veranstaltungshinweise:
www.mrsa-net.org
Zum Hintergrund der Aktion:
Deutschland hat die Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO) „World Alliance for Patient Safety“ aufgegriffen und startet 2008 mit der „Aktion Saubere Hände“ eine Initiative zur Verbesserung der Händehygiene im Gesundheitswesen. Zeitgleich wird am 18. November 2008 zum ersten Mal in der gesamten EU der „Europäische Antibiotikatag“ abgehalten.

Stefan Dreising | Universitätsklinikum Münster (UK
Weitere Informationen:
http://www.mrsa-net.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie