Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Übersichtsarbeit zu neuen Gerinnungshemmern: Bessere Perspektiven für Patienten mit Vorhofflimmern

20.01.2012
Patienten mit Vorhofflimmern werden im Allgemeinen mit dem Standardpräparat Marcumar behandelt, um Schlaganfälle und Embolien zu verhindern. Dies könnte bald durch neue Antikoagulanzien (Gerinnungshemmer) abgelöst werden.

Die damit verbundenen Vorteile stellen Professor Dr. Christoph Bode und Prof. Dr. Martin Moser (beide Universitätsklinik Freiburg) in Ausgabe 1/12 der GTH-Fachzeitschrift „Hämostaseologie“ vor.

In Deutschland leiden zirka 300.000 Menschen an Vorhofflimmern. Diese häufige Herzrhythmusstörung ist für etwa ein Viertel der Schlaganfälle verantwortlich und birgt ein erhöhtes Embolierisiko. Zur Prophylaxe ist eine gerinnungshemmende Behandlung nötig.

Bislang wurden dafür orale Vitamin-K-Antagonisten (VKA) verwendet, zu denen auch Marcumar gehört. VKA hemmen die Synthese von Gerinnungsfaktoren in der Leber. Die VKA- Dauertherapie ist mit Nachteilen wie erhöhtem Blutungsrisiko und Einschränkungen der Lebensqualität verbunden. Ihre Wirksamkeit wird durch Vitamin-K-haltige Lebensmittel (z. B. Sauerampfer, Zwiebeln) vermindert oder durch Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln beeinflusst. Deshalb bedarf die gerinnungshemmende Therapie mit VKA der ständigen Überwachung.

In dem Beitrag „Antikoagulation bei Vorhofflimmern. Ein neues Zeitalter hat begonnen“ (Hämostaseologie 1/12) liefern Prof. Dr. Bode (Ärztlicher Direktor, Innere Medizin III der Uniklinik Freiburg) und Prof. Dr. Martin Moser (Oberarzt der gleichen Abteilung/Klinik) eine Übersicht zu den neuen gerinnungshemmenden Arzneimitteln. Sie stellen die aktuelle Studienlage dar und schätzen das Risiko/Nutzen-Verhältnis ab.

Neue Wirkstoffe bergen viele Vorteile

Die neuen Wirkstoffe reagieren direkt mit einzelnen Gerinnungsfaktoren. Kontrollmessungen können auf Grund ihrer vorhersehbaren Wirkstärke und dem geringen Interaktionspotenzial mit Pharmaka oder Nahrungsmitteln entfallen. Zudem treten Gehirnblutungen seltener auf, als bei VKA-Standardpräparaten. Ein weiterer Vorteil: Die risikobehaftete und kostenintensive Umsetzung von langwirksamen auf kurzwirksame Gerinnungshemmer vor und nach einer Operation kann ebenfalls entfallen.

Einziger Wermutstropfen: Die Preise der neuen Antikoagulanzien sind deutlich höher. „Allerdings werden aufgrund des wegfallenden Monitorings sowie der Vermeidung von Schlaganfällen und Blutungen auch Kosten reduziert. Bei der Budgetierung der Ärzte, muss das Einsparpotential für die Allgemeinheit berücksichtigt werden“, appellieren Prof. Bode und Prof. Moser.

Über die GTH
Die Gesellschaft für Thrombose und Hämostaseforschung e.V. (GTH) wurde 1956 gegründet und hat derzeit rund 820 Mitglieder. Der interdisziplinäre gemeinnützige Verein vereint Forscher aus dem deutschsprachigen Raum und fördert die Forschung und die Verbreitung der Kenntnisse auf dem Gebiet der Hämostase und Thrombose. Die Gesellschaft veranstaltet interdisziplinäre Kongresse und spezielle Symposien auf dem Gebiet der Hämostase und Thrombose. Sie unterhält Arbeitsgruppen und fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs auf ihrem Fachgebiet.

Stefanie Albert | Schattauer GmbH
Weitere Informationen:
http://www.gth-online.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Schwere Infektionen bei Kindern auch in der Schweiz verbreitet
26.07.2017 | Universitätsspital Bern

nachricht Neue statistische Verfahren zur Überprüfung von Arzneimittel-Generika
25.07.2017 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Robuste Computer für's Auto

26.07.2017 | Seminare Workshops

Läuft wie am Schnürchen!

26.07.2017 | Seminare Workshops

Leicht ist manchmal ganz schön schwer!

26.07.2017 | Seminare Workshops