Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Überlebensrate bei schwerem Schädel-Hirn-Trauma steigern

24.04.2009
Jährlich versorgen Ärzte mehr als 300 000 Menschen im Krankenhaus mit Verletzungen im Bereich Kopf und Gehirn.

Rund 15 000 Patienten haben ein so schweres Schädel-Hirn-Trauma, dass sie bewusstlos sind und intensiv behandelt werden müssen. Neue Operationsmethoden, intensivere Überwachung und auch - zumindest im Experiment - der Einsatz von Stammzellen sollen Überlebens- und Heilungsrate dieser Schwerstverletzten steigern. Die Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC) informiert über neue Entwicklungen in ihrem Fachbereich im Rahmen einer Pressekonferenz am 1. Mai 2009 in München.

Menschen mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma werden auf einer neurochirurgischen Intensivstation beziehungsweise einer Intensivstation mit neurochirurgischer Fachkompetenz behandelt und etwaige Blutungen im Schädelinnenraum operativ entfernt. "Dennoch ist bei diesen Patienten die Sterblichkeit mit 30 bis 40 Prozent nach wie vor sehr hoch", meint Professor Dr. med. Jürgen Meixensberger, Direktor der Klinik für Neurochirurgie, Leipzig. Die Haupttodesursache sei der nicht beherrschbare Anstieg des Schädelinnendrucks auf Grund einer Hirnschwellung.

Eine lebensrettende Maßnahme könnte die sogenannte Entlastungskraniektomie sein. Dabei entfernen Neurochirurgen großflächig den Schädelknochen und öffnen die harte Hirnhaut, so dass sich das geschwollene Gehirn ausdehnen kann. Mehrere aktuelle Studien zum schweren Schlaganfall zeigen, dass dies lebensrettend sein kann und die Heilungschancen der Patienten erhöht. Um bewusstlose Patienten besser zu überwachen und individuell notwendige Therapien durchzuführen, sind außerdem verschiedene Sensoren im klinischen Test. Diese messen verschiedene Patientendaten zum Schädelinnendruck, zur Durchblutung oder zum Stoffwechsel und sollen zukünftig in der neurochirurgischen Intensivbetreuung eingesetzt werden.

"Wir wollen die Sterblichkeit nach einem schweren Schädel-Hirn-Trauma weiter reduzieren und die neurologische Erholung der oft schwerbehinderten Patienten deutlich verbessern", betont Professor Meixensberger. Noch im Bereich der Grundlagenforschung, aber für die Zukunft eine mögliche Heilungschance, sehen die Experten bei den Stammzellen. Aus der Forschung gibt es Hinweise, dass mit Hilfe von Stammzellen zerstörte Bereiche im Gehirn wieder hergestellt werden können. Woran Neurochirurgen zurzeit forschen und welche neuen Behandlungsmethoden sie im Rahmen des 126. Chirurgenkongresses präsentieren, ist Thema einer Pressekonferenz am 1. Mail 2009 im ICM München.

Terminhinweise:

DGCH-Pressekonferenz
Freitag, 1. Mai 2009, 12.00 bis 13.00 Uhr
Ort: Saal 22b, ICM München
Themen und Referenten:
Professor Dr. med. Dr. h.c. Volker Schumpelick
Professor Dr. med. Hartwig Bauer
Chirurgisches Trainingslabor für Studenten:
Was ist notwendig für den medizinischen Nachwuchs?
Bettina Burghardt
Notfall durch starke Verletzungen des Brustkorbes:
Wie können Patienten zukünftig bundesweit gut versorgt werden?
Dr. med. Dipl. phys. Albert Linder
Lebensrettende neue Operationsmethoden aus der Neurochirurgie
Was senkt die Sterblichkeit nach schweren Kopfverletzungen?
Professor Dr. med. Jürgen Meixensberger
Ergebnisse aus der Sozialforschung
Kennen Ärzte ihre Patienten?
Dr. rer. pol. Carsten Wippermann
Vortragssitzung
Mehrfachverletzungen - Zwischen Damage Control und Rekonstruktion
Donnerstag, 30. April 2009, 14.00 bis 15.30 Uhr
Ort: Saal 12, ICM München
Ihr Kontakt für Rückfragen/Akkreditierung:
Pressestelle DGCH
Pf 30 11 20, 70451 Stuttgart, Tel.: 0711 8931-295, Fax: 0711 8931-984
E-Mail: giesselmann@medizinkommunikation.org

Beate Schweizer | idw
Weitere Informationen:
http://www.chirurgie2009.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Eine Teleskopschiene für Nanomaschinen
20.04.2018 | Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Standort Stuttgart, Stuttgart

nachricht Künstlicher Leberfleck als Frühwarnsystem
19.04.2018 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics