Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

UCC Gewebebank ermöglicht Spitzentumorforschung in Erlangen

09.07.2010
Die Voraussetzungen für die Tumorforschung am Universitätsklinikum Erlangen haben sich entschieden verbessert: Das Pathologische Institut (Direktor: Prof. Dr. Arndt Hartmann) und das Universitäts-Krebszentrum Erlangen (UCC; Direktor: Prof. Dr. Matthias W. Beckmann) haben jetzt eine neue Gewebebank konstituiert.

Ab sofort werden im Pathologischen Institut systematisch Gewebe eingelagert, die Patienten bei der Behandlung von Tumoren und chronischen Entzündungen entnommen wurden. Entscheidend ist, die Gewebeproben mit den dazugehörigen klinischen Daten zu verknüpfen. Durch diese gemeinsame Anstrengung im klinikumsweiten Verbund wird präzisere und qualitativere Tumorforschung ermöglicht.

Ziel der Wissenschaftler ist es, in den erkrankten Geweben Biomarker für Tumorarten zu identifizieren. Mithilfe dieser charakteristischen biologischen Merkmale lassen sich in Zukunft Krebserkrankungen prognostizieren und in ihrer Entstehung verhindern.

Im Rahmen der Behandlung von Tumorerkrankungen und deren Vorstufen wird den Patienten zu therapeutischen und diagnostischen Zwecken Gewebe entnommen und ausführlich untersucht. Nach Abschluss der Diagnostik wird nicht mehr benötigtes Restgewebe im Normalfall sachgerecht entsorgt. Dieses „Restgewebe“ ist jedoch von entscheidender Bedeutung für die medizinische Grundlagenforschung, da es mit modernsten Methoden weiter analysiert werden kann. In Zukunft soll ein größerer Anteil dieser „Restgewebe“ – statt entsorgt zu werden – in der UCC Gewebebank eingelagert werden und für Tumorforscher aller medizinischen Fachdisziplinen zur Verfügung stehen.

„Wir wollen möglichst alle operativen Fächer des Uni-Klinikums Erlangen mit dem Betrieb einer zentralen Gewebebank unterstützen und die Sammlung von Geweben vollständig in den Stations- und OP-Alltag integrieren“, erläutert Projektleiter Dr. Tilman Rau. „In der Pathologie engagieren sich bereits alle Mitarbeiter und bedienen die Gewebebank routiniert – diese Basisarbeit ist unersetzlich!“ Die Sammlung von Gewebeproben ist gut für die Forschung – die Dokumentation aller dazugehörigen Daten gibt allerdings den Ausschlag für die Spitzenforschung. Datenschutz spielt dabei eine sehr große Rolle: Die Patienten unterschreiben eine Einverständniserklärung und ihre Daten werden bei der Aufnahme in die Gewebebank anonymisiert. Tumorforscher können dann gezielt um Gewebeproben bitten und erhalten diese binnen kürzester Zeit.

Prof. Beckmann ist stolz, dass die erste derartige Einrichtung Nordbayerns in Erlangen zu finden ist: „Die Gewebebank ist ein weiterer Beleg für die exzellente Arbeit des Universitäts-Krebszentrums Erlangen, das zu den elf Onkologischen Spitzenzentren der Deutschen Krebshilfe zählt. Derart strukturiertes Bio-Banking wird zum Standortvorteil des gesamten Uni-Klinikums Erlangen und wird sich schon bald über Gewebe hinaus auch auf weitere Bereiche wie etwa Körperflüssigkeiten erstrecken. Damit leisten wir einen entscheidenden Beitrag für Fortschritte in der Vorbeugung und Früherkennung von Krebserkrankungen.“

Weitere Information für die Medien:

Dr. Tilman Rau
Tel.: 09131/85-25782
Tilman.Rau@uk-erlangen.de
Prof. Dr. Matthias W. Beckmann
Tel.: 09131/85-36397
gabriele.moesch@uk-erlangen.de

Pascale Anja Dannenberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.uk-erlangen.de

Weitere Berichte zu: Gewebe Gewebebank Spitzentumorforschung Tumorforschung UCC

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie