Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tübinger Neurowissenschaftler erhalten 1,7 Millionen von der EU für die Erforschung der Parkinson-Erkrankung

24.03.2010
Das Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH) am Universitätsklinikum Tübingen und das Institut für Humangenetik der Medizinischen Fakultät erhalten von der Europäischen Union 1,7 Millionen Euro für die Parkinson-Forschung.

Gefördert werden beide Institute im Rahmen des europäischen Projektkonsortiums MEFOPA (European Project on Mandelian Forms of Parkinsons Disease ). Insgesamt stellt die Europäische Union dem Projektkonsortium mit 21 Partnerinstituten aus 13 europäischen Ländern Mittel in Höhe von 5,8 Millionen Euro zur Verfügung. In MEFOPA entsteht ein Forschungsnetz, das über die weltweit größte Kohorte aus Patienten und Risikopersonen für die vererbbaren familiären Formen der Parkinson-Erkrankung verfügt.

Das Forschungsprojekt, das am ersten April 2010 startet und für drei Jahre läuft, wird sich mit den familiären Formen der Parkinson-Erkrankung beschäftigen. Im Unterschied zur sporadischen Parkinson-Erkrankung, der mit ca. 95% der Erkrankungen bei weitem häufigsten Form, kommen die vererbbaren, sogenannten familiären Formen selten vor. Da die familiären Formen aber viele klinische, pathophysiologische und molekulare Merkmale mit der sporadischen Form teilen, gelten sie als geeignete Krankheitsmodelle der häufig auftretenden sporadischen Form der Krankheit. Sie erlauben den Wissenschaftlern Rückschlüsse auf die bisher noch unbekannten Ursachen für die Auslösung und das Fortschreiten der Neurodegeneration im Verlauf der Erkrankung.

Auf Basis der seltenen, familiär vererbten Formen der Parkinson-Krankheit wurden bereits erhebliche Fortschritte im Verständnis der molekularen Vorgänge erzielt, die zur Neurodegeneration bei Parkinson im allgemeinen führen. Zudem konnte kürzlich durch die Arbeitsgruppe des wissenschaftlichen Koordinators von MEFOPA, Prof. Dr. Thomas Gasser (HIH und Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, DZNE), gezeigt werden, dass Gene die für familiäre Parkinson-Formen verantwortlich sind, auch eine entscheidende Rolle als Risikofaktoren für die Entstehung des sporadischen Parkinsons spielen.

Das Projektkonsortium MEFOPA vereinigt die wichtigen europäischen Institute, die zum familiären Parkinson forschen, in einem Forschungsnetz.

In dieser Zusammenarbeit verfügt MEFOPA damit über die weltweit größte Kohorte aus Patienten und Risikopersonen zum familiären Parkinson. "Die Untersuchung dieser Kohorte bietet die einmalige Chance, neuartige Erkenntnisse zu Entstehung der Parkinson-Erkrankung zu gewinnen, insbesondere in Hinsicht auf Symptome, die zu Beginn der Krankheit vor Einsetzen der Bewegungsstörung auftreten. Es besteht die realistische Hoffnung, dass hierdurch Biomarker gefunden werden können, die es erlauben, den Krankheitsfortschritt zu messen. Damit wird MEFOPA überhaupt erst die notwendigen Voraussetzungen schaffen, um dann später bestimmte Patientengruppen und sogar präsymptomatische Mutationsträger ursächlich behandeln zu können," so Professor Thomas Gasser.

Um Biomarker und Ansatzpunkte für neue Therapien zu identifizieren, wird das Projekt eine große Bandbreite an in vitro und in vivo Modellen und Methoden verwenden, die auf die wichtigsten Parkinson-Gene und relevante pathologische Prozesse fokussiert sind.

Die Tübinger Wissenschaftler um Professor Thomas Gasser (HIH und DZNE) und Professor Olaf Riess (Institut für Humangenetik) haben dieses europäische Großprojekt nicht nur initiiert, sondern nehmen im Konsortium auch die koordinierende Rolle ein und leiten zudem sechs der achtzehn Teilprojekte.

Kontakte

Universitätsklinikum Tübingen, Zentrum für Neurologie
Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH)
Partnerstandort Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE)
Professor Dr. Thomas Gasser
Tel. 07071/29-8 20 48
thomas.gasser@uni-tuebingen.de
Medizinische Fakultät Universität Tübingen
Institut für Humangenetik
Professor Dr. Olaf Riess
Tel. 07071/29-76458
olaf.riess@med.uni-tuebingen.de
Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH)
Externe Pressestelle:
Kirstin Ahrens
Tel. 07073-500 724, Mobil: 0173 - 300 53 96
mail@kirstin-ahrens.de

Dr. Ellen Katz | idw
Weitere Informationen:
http://www.medizin.uni-tuebingen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie