Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

TU Ilmenau entwickelt neuartigen Sportler-Test

28.10.2008
Die Technische Universität Ilmenau hat ein innovatives Testverfahren entwickelt, mit dem die Leistungsfähigkeit von Sportlern genauestens ermittelt werden kann, sowohl im Spitzensport als auch im Freizeitbereich.

Das Verfahren basiert auf dem bekannten Elektrokardiogramm (EKG), mit dem der Erregungsgrad des menschlichen Herzens gemessen wird. Durch den Einsatz neuartiger Elektrodentechnologien und Messtechniken können präziseste Herzdaten erhoben werden, die Rückschlüsse auf die Fitness von Sportlern geben. Dem Institut für Biomedizinische Technik und Informatik der TU Ilmenau ist es zudem gelungen, Störeinflüsse bei der Messung merklich zu reduzieren.

Herzstück des Sport-EKGs ist ein Diagnostikgerät, das nicht größer ist als ein schlankes Taschenbuch und so leicht ist wie ein Handy (Foto 1). Da das Gerät W-LAN-gestützt, das heißt drahtlos ist, kann der Sportler es einfach mit sich führen. Das portable Gerät erfasst kontinuierlich Daten und sendet sie an eine Messstation. Es ermöglicht nichtinvasive Untersuchungen, also ohne dass etwa eine Nadel zur Blutentnahme verwendet werden muss. Zudem ist es aufgrund seiner flexiblen Einsatzmöglichkeiten bestens für Feldforschungen geeignet.

Der kostengünstige EKG-Test wurde von der TU Ilmenau in Zusammenarbeit mit der Böblinger Firma HeartGo entwickelt. Damit können Spitzensportler höchst präzise ermitteln, wann sie das Maximum ihrer Leistungsfähigkeit erreichen. Freizeitsportler erkennen anhand der Daten leicht, ob sie sich zum Beispiel mit einem 10-Kilometer-Lauf zu hohen Belastungen aussetzen. Aber auch Patienten, die sich in einer Reha-Maßnahme befinden, können einen "sicheren" Trainigsbereich herausfinden. Dr. med. Wolfgang Schuh, einer der führenden Sportmediziner Thüringens: "Die Anwendungsmöglichkeiten im Leistungs- und im Breitensport sind enorm."

Nachteile herkömmlicher Verfahren zur Ermittlung der Leistungsfähigkeit von Probanden werden mit dem Diagnostikgerät ausgeschlossen. Der Laktattest beispielsweise ist unter Spitzensportlern nicht sehr beliebt, da dabei dem Ohrläppchen oder dem Finger Blut entnommen werden muss. Um ihren Trainingsrhythmus nicht zu stören, muss der Trainer dazu häufig neben den Sportlen herlaufen. Laktattests liefern nur punktuelle Ergebnisse zum Zeitpunkt der Blutentnahme und ermöglichen keine kontinuierlichen Messungen. Zudem können die Proben durch Schweiß verunreinigt sein und so falsche Messergebnisse liefern.

Das heute ebenso angewandte Verfahren der Spiroergometrie ist aufwändig, da sich dabei der Proband auf einen Fahrradtrainer begeben muss. Anhand einer Maske wird die Atemgaszusammensetzung gemessen, die Aufschluss über den Leistungsstand der Sportler gibt. Spiroergometer sind meist in Krankenhäusern fest installiert und teuer. Dr. med. Jens-Uwe Bauer, Chefarzt der Klinik für Pneumologie, Beatmungs- und Schlafmedizin des SRH Zentralklinikums Suhl (Foto 2): "Ich bin beeindruckt, wie gut die Übereinstimmung der ermittelten anaeroben Schwelle anhand der neuen EKG-Methode im Vergleich zu den etablierten Referenzmethoden, z.B. der Spiroergometrie, ist."

Einen Testlauf des Diagnostikgeräts unter Praxisbedingungen wird die TU Ilmenau bereits beim Thüringer Rennsteiglauf im Mai 2009 vornehmen. Die Organisatoren wollen den Teilnehmer anbieten, sich mit dem Sport-EKG ein Bild über ihren Leistungsstand zu verschaffen.

Bettina Wegner | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-ilmenau.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie