Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tropenreisen: Gefahren und rationale Vorsorge

28.05.2010
Internationale Netzwerke für mehr Sicherheit

Eine wesentliche Entwicklung in der Reisemedizin der letzten Jahre ist die Etablierung internationaler „Surveillance-Netzwerke“, die weltweit Daten zu Erkrankungen erfassen.

„Damit lassen sich reisemedizinische Empfehlungen, beispielsweise zu Impfungen oder zur Malariaprophylaxe, wissenschaftlich begründen – auch die Reisemedizin ist jetzt ‘evidence-based‘“, erklärte Kongresspräsident Professor Gerd Burchard* auf der heutigen Pressekonferenz der 3. Northern European Conference on Travel Medicine (NECTM) in Hamburg.

Vor einigen Jahren beispielsweise noch ohne eindeutigen Beweis, heute jedoch durch wissenschaftliche Daten erwiesen: Malaria bleibt unverändert eine der wichtigsten importierten Tropenkrankheiten bezüglich ihrer Häufigkeit und Gefährlichkeit. Erst vor kurzem entdeckten Wissenschaftler in Südostasien erstmals eine Malaria-Art, die gewöhnlich bei Affen, doch nun häufiger auch bei Menschen auftritt – mit zum Teil lebensbedrohlichen Verläufen. Globalisierung und Klimawandel tragen unter anderem dazu bei, dass sich auch neue Malariaerreger schneller ausbreiten. „Um vorbereitet zu sein, müssen die Malariaprophylaxe-Empfehlungen regelmäßig aktualisiert werden“, forderte Burchard auf der Pressekonferenz.

Die aktuellen Daten der Surveillance-Netzwerke zeigen außerdem, dass Erkrankungen wie Hepatitis A, Hepatitis B und Typhus trotz verfügbarer Impfstoffe weiterhin importiert werden. Dies zeige, dass der Impfschutz oft nicht ausreichend sei, bedauerte der Kongresspräsident. Bei anderen Erkrankungen wie z.B. der bakteriellen Gehirnhautentzündung müsse die Versorgungslücke durch wirksame, neue Impfstoffe geschlossen werden.

Allerdings gibt es noch ganz andere Gefahren, die die Überwachungs-Netzwerke weltweit beobachten. „Hier sind sicherlich in erster Linie die Verkehrsunfälle in den Tropen zu nennen“, sagte Burchard. „Eine gute reisemedizinische Beratung vor Tropenreisen sollte auch hierauf hinweisen.“

Reisende entscheiden selbst

Der Reisende sollte in der Lage sein, nach einer reisemedizinischen Beratung selbständig über Präventionsmaßnahmen zu entscheiden. Eine rationale Beratung sollte über die Risiken von Infektionskrankheiten und über den Nutzen der Prophylaxe-Maßnahmen aufklären.

Nutzen und Risiken werden mit Quotienten beschrieben. Risiken befinden sich immer im Wettstreit mit anderen Risiken – ihre Bewertung erfordert also eine Abwägung. „Ob der Nutzen einer Impfung größer ist als die Risiken durch die Infektion muss in klinischen Studien und mittels systematischer Beobachtung geklärt werden. Dazu soll der diesjährige Kongress beitragen“, betonte Burchard.

Weitere Pressetexte der Pressekonferenz können Sie per E-Mail (presse@bnitm.de) anfordern:
'Internationales Netwerk GeoS'
'Schifffahrtsmedizin'
'Neue Impfstoffe 09/10'

Dr. Eleonara Setiadi | idw
Weitere Informationen:
http://www.bnitm.de/

Weitere Berichte zu: Hepatitis Impfstoff Impfung Reisemedizin Tropenreisen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz: Nierenschädigungen therapieren, bevor Symptome auftreten
20.09.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

nachricht Neuer Ansatz zur Therapie der diabetischen Nephropathie
19.09.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie