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Tropenmediziner testen den weltweit ersten Impfstoff gegen Hakenwurminfektion

17.11.2014

Das Institut für Tropenmedizin am Universitätsklinikum Tübingen arbeitet als Mitglied des HOOKVAC Konsortiums* federführend an der Entwicklung der ersten Vakzine gegen Hakenwürmer mit. Jetzt startet die weltweit erste Impfstudie.

Weltweit sind zwischen 600 bis 700 Millionen Menschen von dieser vernachlässigten Krankheit betroffen – der Großteil davon in den ärmsten Ländern dieser Welt.

Anfang November startet eine Studie mit der weltweit ersten Hakenwurmvakzine, die für die Anwendung beim Menschen entwickelt wurde. Die Studie wird am **Centre de Recherches Médicales de Lambaréné CERMEL in Gabun, Zentralafrika durchgeführt; eine Region in der Hakenwurminfektionen ein großes Problem sind. Forscher der Universität Tübingen, von CERMEL und anderen Partnern bilden das internationale Studienteam.

Die Hakenwurmvakzine hat das Potential das Leben von Millionen Menschen entscheidend zu verbessern. Hakenwürmer beeinträchtigen vorwiegend schwangere Frauen und Kinder in Afrika, Südostasien und Lateinamerika. Unbehandelt führt eine Hakenwurminfektion zu kleinen Darmblutungen, die wiederum zu Eisenmangel, Anämie und Unterernährung führen.

Hakenwürmer können auch physische und geistige Unterentwicklung begünstigen, was sich unter anderem in niedrigen Geburtsgewichten von Neugeborenen und unterdurchschnittlichen Schulleistungen der betroffenen Kinder zeigt.

„Die Notwendigkeit, eine Hakenwurmvakzine zu entwickeln, kann nicht stark genug betont werden. Wir sind stolz darauf, an dieser Entwicklung mitzuarbeiten, und diese wichtige Studie in Gabun, einem sehr stark betroffenem Land, zu starten“, sagt der Studienleiter Dr. Ayola Akim Adegnika, Co-Direktor am Centre de Recherches Médicales de Lambaréné.

Prof. Peter Kremsner, Direktor des Instituts für Tropenmedizin am Universitätsklinikum Tübingen und wissenschaftlicher Direktor des CERMEL unterstreicht: „Das internationale HOOKVAC Konsortium könnte einen entscheidenden Beitrag leisten, um die Gesundheit von Millionen von Menschen positiv zu beeinflussen und somit auch die Ökonomie ganzer Länder zu unterstützen.“

Erste Ergebnisse werden schon im nächsten Jahr erwartet. Bei erfolgreicher Testung soll die klinische Weiterentwicklung des Impfstoffs so schnell wie möglich erfolgen.

Die Klinische Hakenwurmvakzin-Studie wird in Kooperation mit dem Akademisch-Medizinischen Zentrum in Amsterdam, sowie dem Sabin Vaccine Institute aus den USA durchgeführt. Die Studie wird durch die Europäische Union finanziert (Förderkennzeichen 602843).

* HOOKVAC - www.hookvac.eu
**CERMEL - www.cermel.org/

Medienkontakt

Universitätsklinikum Tübingen
Medizinische Klinik, Institut für Tropenmedizin
Prof. Dr. Peter Kremsner
Wilhelmstr. 27, 72076 Tübingen
Tel. 07071/29-8 71 79
peter.kremsner@uni-tuebingen.de

Dr. Ellen Katz | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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