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Transplantationen: Welche Mechanismen entscheiden über den Langzeiterfolg?

14.10.2010
Neue Forschergruppe „ELITE“ am Universitätsklinikum – Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert mit 3,5 Mio Euro

Insgesamt sind die Ergebnisse bei der Transplantation von Organen (Niere, Leber, Herz, Bauchspeicheldrüse) und von Knochenmark-Stammzellen heute bereits recht gut. Dennoch können gerade im langfristigen Verlauf die Transplantate versagen oder auch die Grunderkrankung wieder auftreten. Zudem erfordert eine Organtransplantation eine lebenslange Behandlung mit Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken und mit einer Reihe von Nebenwirkungen einhergehen.

Der langfristige Erfolg einer Transplantation entscheidet sich zu einem Großteil bereits in den ersten Wochen nach der Operation: Wie wird die Immunantwort des Empfängers geprägt? Welche Rolle spielen andere Schädigungen des Transplantates, z.B. Infektionen? Wie sollte die immunsuppressive Behandlung, also die Unterdrückung des Immunsystems, in dieser kritischen Phase aussehen?

Um diese Fragen zu klären, wurde am Universitätsklinikum Regensburg eine Klinische Forschergruppe (KFO) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) etabliert. In der KFO 243 „Early Immunological Determinants of Late Transplant Outcome“, kurz „ELITE“ arbeiten 14 Wissenschaftler und Kliniker aus verschiedenen Abteilungen und Instituten am Universitätsklinikum unter der Leitung der Professoren Hans Schlitt und Edward Geissler (beide Klinik und Poliklinik für Chirurgie) eng zusammen. Sie untersuchen, wie die Immunprozesse vor allem in der Frühphase nach einer Transplantation ablaufen und wie dies mit dem langfristigen Erfolg der Transplantation zusammenhängt. Basierend auf diesen Untersuchungen sollen – in einer engen Vernetzung zwischen Klinik und Forschung – neue Behandlungskonzepte erarbeitet werden, die helfen, die Ergebnisse der Transplantation von Organen und Stammzellen zu verbessern.

Für diese Arbeiten erhält die Forschergruppe – die insgesamt auf eine Laufzeit von 6 Jahren angelegt ist - eine Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft von etwa 3.5 Mio Euro über die nächsten 3 Jahre. In klinischen Forschergruppen fördert die DFG „herausragend ausgewiesene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler“. Zusammen mit einer bereits bestehenden klinischen Forschergruppe (KFO 146: Zellvermittelte Suppression von auto- und alloreaktiven Immunreaktionen) um die Professoren Reinhard Andreesen und Matthias Edinger aus der Abteilung für Hämatologie und Medizinische Onkologie, die sich vor allem mit der Beeinflussung des Immunsystems über Zelltherapie beschäftigt, werden damit die Schwerpunkte „Transplantation“ und „Immuntherapie“ am Universitätsklinikum weiter ausgebaut. Damit gehört das Universitätsklinikum Regensburg klinisch und wissenschaftlich zu den führenden Transplantationszentren in Deutschland.

Hintergrund-Information
Klinische Forschergruppe 243 : Early Immunological Determinants of Late Transplant Outcome (ELITE)
Beteiligte Kliniken / Abteilungen / Institute:
• Klinik und Poliklinik für Chirurgie
• Abteilung Hämatologie und Internistische Onkologie
• Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II / Nephrologie
• Klinik und Poliklinik für Dermatologie
• Institut für Immunologie

Cordula Heinrich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinikum-regensburg.de

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