Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tore schießen ohne Reue: Analysen für optimierte Sprungwurftechnik im Handball

10.01.2012
Im Handballsport gehören Verstauchungen des Sprunggelenks beinahe zum Alltag.

Ein Team um Christian Peham von der Vetmeduni Vienna hat die Bewegungen und Belastungen der drei wichtigsten Bänder des Sprunggelenks beim häufigsten Torwurf, dem so genannten Sprungwurf, detailgenau analysiert. Die Ergebnisse könnten das Verletzungsrisiko reduzieren, sie wurden in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Journal of Biomechanics“ veröffentlicht.

Handball gehört zu den Top-Vier-Sportarten, wenn es um das Risiko für Verletzungen geht. Besonders bei Sprungwürfen auf das gegnerische Tor kommt es häufig zu Verstauchungen des Sprunggelenks. Dabei werden die Bänder gezerrt, die die Kochen von Unterschenkel und Fuß miteinander verbinden. Im Streben nach Optimierung sportlicher Leistung setzen heute auch die Sportwissenschaften auf Hochtechnologie. Eine der verwendeten Methoden ist die Computersimulation anatomischer Modelle des Körpers in Bewegung.

Simuliertes Sprunggelenk

Unter der Leitung von Christian Peham, dem Leiter der Movement Science Group an der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni Vienna), untersuchte ein Team aus Forschenden von der Vetmeduni Vienna, der Universität Wien und der Technischen Universität Wien die Belastungen, denen die drei wichtigsten Bänder des Sprunggelenks bei einem Sprungwurf ausgesetzt sind. Dafür kombinierten sie digitalisierte Videos von Handballern in Aktion mit einem anatomisch präzisen und beweglichen Computermodell des menschlichen Körpers. Die Messungen ergaben, dass die Belastungen der Sprunggelenksbänder beim Landen auf den Ballen höher waren als beim Absprung. In der sehr kurzen Phase der Landung erwies sich das Sprunggelenk als besonders instabil. „Beim Landen entsteht durch zusätzliche, schwierig vorhersagbare Spannungen in den Bändern ein besonders hohes Verletzungsrisiko für das Sprunggelenk“, fasst Peham die Studie zusammen.

Weniger Verletzungen durch gezieltes Training

Die Arbeit der Forschenden kann nun als Ausgangspunkt für Maßnahmen im Handballtraining dienen, um das Verletzungsrisiko weiter zu verringern. Besonders der Nachwuchs könnte von einer Optimierung des Trainings profitieren, da die schonenden Bewegungsabläufe von klein auf eingeübt werden können. Peham dazu: „Wenn wir die Anatomie, die Bewegungen und Belastungen des Sprunggelenks genauer verstehen, können wir Sportlern Tipps dazu geben, wie sie schon früh mit gezieltem Bewegungstraining das Risiko für Verletzungen minimieren.“

Die Studie wurde durch das Programm „Sparkling Science“ des österreichischen Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung (BMWF) finanziert. Die Analysetechnik für Sprungwürfe, die darin zur Anwendung kam, wurde in Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern des Bundesgymnasiums und Bundesrealgymnasiums Baden, Frauengasse (NÖ) optimiert.

Der Artikel „The jump shot – A biomechanical analysis focused on lateral ankle ligaments” der Autoren M. Lindner, A. Kotschwar, R.R. Zsoldos, M. Groesel und C. Peham wurde in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Journal of Biomechanics“ (45(1), pp. 202-206) veröffentlicht.

Der wissenschaftliche Artikel im Volltext online (gegen Entgelt oder Subskription):

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0021929011006117

Rückfragehinweis
Ao.Univ.Prof. Dr. Christian Peham, E christian.peham@vetmeduni.ac.at, T +43 1 25077-5517, M +43 664 60257-6753, http://www.vetmeduni.ac.at/msg
Aussender
Mag. Klaus Wassermann, E klaus.wassermann@vetmeduni.ac.at, T +43 1 25077-1153

Klaus Wassermann | idw
Weitere Informationen:
http://www.vetmeduni.ac.at
http://www.sparklingscience.at/de/projekte/350-handball/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie