Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Thoraxchirurgie: Neue spezialisierte Zentren für Lungenkrebspatienten

08.09.2008
Patienten mit Lungenkrebs können sich zukünftig in spezialisierten Zentren behandeln lassen. Thoraxchirurgen erhoffen sich dadurch eine bessere, weil fächerübergreifende Versorgung durch Experten in Kliniken mit großen Behandlungszahlen.

Die hohe Qualität der Lungenkrebszentren sichert ein Zertifizierungsverfahren. Dazu gehören zum Beispiel Ärzte aus mehreren medizinischen Fachrichtungen und ein Therapieangebot, das neueste Erkenntnisse aus der Forschung beinhaltet.

Bei Lungenkrebs kann in frühen Stadien mit einer Operation und gegebenenfalls einer Chemotherapie eine 5-Jahres-Überlebensrate von bis zu 80 Prozent erreicht werden. Voraussetzung für diese guten Ergebnisse ist eine geringe Komplikationsrate nach der Operation. Treten schwere Komplikationen auf, ist die Überlebensrate deutlich geringer.

Entscheidend ist deshalb, Lungenkrebs nach der Diagnose optimal zu behandeln. "Die Therapie des Lungenkrebses ist außerdem meist sehr komplex. Da die Komplikationsrate mit zunehmender Anzahl an Operationen in einer Klinik sinkt, benötigen Patienten eine Klinik mit umfangreicher Erfahrung", betont Dr. med. Albert Linder, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT) und Chefarzt der Thoraxklinik am Klinikum Bremen-Ost gGmbH. Um die Überlebenschancen von Lungenkrebspatienten zu erhöhen, seien die Behandlungszentren notwendig.

Die Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT) erarbeitete zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP) und in Kooperation mit der Deutschen Krebsgesellschaft die Kriterien für Lungenkrebszentren. Unter anderem ist die Vorgabe, neben einem Lungenfacharzt, Strahlentherapeuten, Hämatoonkologen und weiteren Fachärzten mindestens zwei erfahrene Thoraxchirurgen zu beschäftigen, da etwa 30 Prozent der Lungenkrebspatienten operiert werden. Kliniken, die sich zertifizieren lassen, müssen hohe Behandlungszahlen bei Operationen sowie Chemo- und Strahlentherapien nachweisen. Weitere Standards sind die Therapie nach Leitlinien, die Berücksichtigung neuester Forschungserkenntnisse und die Pflicht, klinische Studien durchzuführen. Nach dem Zertifizierungsverfahren stellen sich die Behandlungszentren alle drei Jahre erneut einer Überprüfung. Vorbild für die Lungenkrebszentren sind bereits bestehende Einrichtungen für Brust-, Prostata- und Darmkrebs.

Neue spezialisierte Zentren für Lungenkrebs-Patienten:
Wie wird sich zukünftig die Behandlung verbessern?
Dr. med. Dipl.-Phys. Albert Linder
Präsident der DGT;
Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie, Klinikum Bremen-Ost gGmbH
Minimal-invasive versus offene Operationsmethode bei Lungenkrebs:
Wann kann die minimal-invasive Technik sinnvoll eingesetzt werden?
Dr. med. Dipl.-Oec. Erich Hecker
Tagungspräsident der 17. DGT-Jahrestagung;
Chefarzt des Thoraxzentrum Ruhrgebiet, Evangelisches Krankenhaus Herne
Behandlungspfade in der modernen Thoraxchirurgie:
Wie können diese die Therapien von Anfang an optimieren?
PD Dr. med. Godehard Friedel
Vizepräsident der DGT;
Chefarzt am Zentrum für Pneumologie und Thoraxchirurgie, Gerlingen
Ohne Nachwuchs keine qualifizierte Patientenversorgung:
Wie lassen sich junge Ärzte für die Thoraxchirurgie begeistern?
Dr. med. Michael Lindner
Vorstandsmitglied der DGT;
Oberarzt am Thoraxchirurgisches Zentrum, Asklepsios Fachkliniken München-Gauting
Thoraxchirurgie an den Universitätskliniken und in der Forschung -
Woran wird heute für die Zukunft geforscht?
Professor Dr. med. Bernward Passlick
Sektionssprecher Thoraxchirurgie der DGT in der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie;

Ärztlicher Direktor Thoraxchirurgie, Universitätsklinikum Freiburg

PD Dr. med. Joachim Schirren
Sekretär der DGT;
Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie, Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim

| idw
Weitere Informationen:
http://awmf.org
http://www.tc2008.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise