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Therapien für die Autoimmunerkrankung Neuromyelitis optica im Vergleich

26.11.2015

In einer deutschlandweiten Studie haben Mediziner verschiedene Behandlungen der Neuromyelitis optica verglichen, einer entzündlichen Erkrankung des zentralen Nervensystems.

Die konventionelle Therapie mit Steroiden schnitt dabei nicht am besten ab. Das Team berichtet unter Leitung der Ruhr-Universität Bochum und der Medizinischen Hochschule Hannover in der Zeitschrift „Annals of Neurology“.


Die Standorte der deutschlandweiten Neuromyelitis-Optica-Studiengruppe, kurz NEMOS gennant

© NEMOS-Netzwerk

Schubförmiger Krankheitsverlauf

Die Neuromyelitis optica verläuft schubförmig. Daten über die Behandlung von 871 Schüben von 185 Patientinnen und Patienten gingen in die Untersuchung ein. Sie wurden an verschiedenen Standorten der Neuromyelitis-Optica-Studiengruppe (NEMOS) gewonnen, einem Zusammenschluss von neurologischen Universitätskliniken und Versorgungskrankenhäusern.

Prof. Dr. Ingo Kleiter von der Neurologischen Klinik der Ruhr-Universität am St. Josef Hospital und PD Dr. Corinna Trebst von der Klinik für Neurologie der Medizinischen Hochschule Hannover leiteten die Studie.

Konventionelle Therapie nicht am wirksamsten

Die Analyse bestätigte frühere Erkenntnisse, dass sich die Schubsymptome nur in einem Fünftel der Fälle komplett zurückbilden. Insbesondere Entzündungen des Rückenmarks lassen sich schwer heilen. „Angesichts dieser schlechten Prognose ist eine möglichst frühzeitige und intensive Behandlung der Schübe wichtig“, sagt Prof. Dr. Ingo Kleiter.

Eine Kombination verschiedener Behandlungen ist dafür besser geeignet als einzelne Therapien, lautet ein Fazit der Studie. Bei Rückenmarksentzündungen erwies sich die konventionelle Therapie mit Steroidpräparaten als weniger wirksam als Blutwäscheverfahren. Für diese Austauschverfahren wird das Blut der Patienten ähnlich wie bei der Dialyse über Filter gereinigt und dem Patienten über eine Infusion wieder zugeführt, oder es wird durch Blutersatzmittel wie Albumin ersetzt.

Über die Krankheit

Die Neuromyelitis optica ist eine seltene Autoimmunerkrankung des Rückenmarks und Gehirns, die lange Zeit als Unterform der Multiplen Sklerose galt. Seit einigen Jahren ist bekannt, dass es bei der Krankheit zu einem Angriff der Immunzellen auf den Wasserkanal Aquaporin-4 der Gehirnzellen kommt. Während der Schübe kommt es häufig zu einer Entzündung der Sehnerven oder des Rückenmarks. Langfristig können die Patienten daran erblinden oder schwere Behinderungen davontragen.

Titelaufnahme

I. Kleiter et al. on behalf of NEMOS (2015): Neuromyelitis optica: evaluation of 871 attacks and 1153 treatment courses. Annals of Neurology, DOI: 10.1002/ana.24554

Weitere Informationen

Prof. Dr. med. Ingo Kleiter, Neurologische Klinik der Ruhr-Universität Bochum, St. Josef-Hospital Bochum, Gudrunstr. 56, 44791 Bochum, Tel. 0234/509-2411, E-Mail: ingo.kleiter@rub.de

PD Dr. med. Corinna Trebst, Neurologische Klinik, Medizinische Hochschule Hannover, Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover, Tel. 0511/532-2392, E-Mail: trebst.corinna@mh-hannover.de

Gemeinsame Presseinformation mit der Medizinischen Hochschule Hannover:

Angeklickt

NEMOS-Netzwerk
http://www.nemos-net.de/

Dr. Julia Weiler | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

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