Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit TeleMonitoring gegen die Volkskrankheit Nr. 1

19.11.2009
  • VDE/DGK-Anwendungsempfehlungen „TeleMonitoring-Systeme in der Kardiologie“ analysieren sechs wichtige Anwendungsszenarien
  • Positionspapier attestiert TeleMonitoring großes Potential bei Bekämpfung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Weitere Fortschritte durch Miniaturisierung, Automatisierung und neue Sensoren erwartet

Chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind hierzulande Volkskrankheit Nummer 1. Fast jeder zweite Deutsche (circa 45 Prozent) stirbt infolge einer Erkrankung des Herz-Kreislauf- Systems.1

Ein zunehmendes Problem ist die stetig wachsende Zahl chronisch herzkranker Patienten, das durch die demografische Entwicklung verschärft wird.2 Daraus resultieren für das Gesundheitssystem und die Volkswirtschaft Belastungen, die nur durch den verstärkten Einsatz von Telemedizin, das heißt die Überwindung der örtlichen Distanz zwischen Patienten und Arzt durch den Einsatz moderner Kommunikationssysteme, beherrschbar bleiben.

Mit den VDE/DGK-Anwendungsempfehlungen „TeleMonitoring-Systeme in der Kardiologie“, die gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) und dem VDE verfasst wurden, liegt nun eine umfassende Analyse der Erfordernisse, Realisierungsmöglichkeiten und Zukunftsperspektiven von TeleMonitoring vor. In der Übersichtarbeit analysieren und beschreiben die Autoren ausführlich verschiedene Anwendungsszenarien zu den sechs wichtigsten Themen der Telemedizin im Bereich Kardiologie: Herzrhythmusstörungen, Notfall- und Rettungsmedizin, chronische 1 Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems führten im Jahr 2005 in Deutschland zu 367.361 Todesfällen (STATISTISCHES BUNDESAMT 2006). 2

Derzeit leiden circa 1,8 Millionen Deutsche an chronischer Herzinsuffizienz, jährlich kommen 200.000 bis 300.000 Patienten hinzu. Herzinsuffizienz, Überwachung von Patienten mit Herzschrittmachern und implantierbaren Cardioverter/Defibrillatoren (ICD) sowie Medikamenten- und Gerinnungsmonitoring. Grundsätzlich werden bei Telemonitoring-Systemen wichtige Krankheitsdaten (beispielsweise Blutdruck, Gewicht, Blutzucker, Sauerstoffsättigung, EKG und körperliche Aktivität) im häuslichen oder mobilen Umfeld aufgenommen und per Mobilfunk oder Internet an ein qualitätsgesichertes Telemonitoring-Zentrum gesendet.

Dadurch lassen sich sowohl die Qualität als auch die Effizienz der Versorgung steigern. Im Bereich Herzrhythmusstörungen zeigen die Experten, dass sich durch telemedizinisches EKG-Monitoring die Diagnostik gegenüber konventionellen EKG-Arten verbessern lässt. Die Medikation kann durch das Telemonitoring von Parametern wie Körpergewicht, Blutdruck, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung und EKG individueller an die Erfordernisse des Patienten angepasst werden. Für Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz eröffnen implantierbare Defibrillator (ICD) der jüngsten Generation neue Chancen.

Die Geräte sind mit speziell programmierbaren Herzrhythmusspeichern ausgestattet, die Rhythmusstörungen entdecken können. Die Übertragung der Parameter aus dem ICD per TeleMonitoring eröffnet die Möglichkeit einer kontinuierlichen Betreuung des Patienten durch den behandelnden Arzt und damit schnellere therapeutische Optionen. Auch die Einhaltung der Medikation seitens des Patienten ist durch die interaktive Tele- Anbindung an Dienstleistungszentren optimierbar. Weitere Chancen soll die Weiterentwicklung von Sensoren und Systemen zur Überwachung von Medikamentenspiegeln eröffnen. Ein wichtiger Anwendungsfall ist hier das Gerinnungsmanagement, das heißt die Vermeidung von Komplikationen wie Blutungen und Thromboembolien.

Künftige Geräteentwicklungen sollten nach Meinung der Autoren auf eine Miniaturisierung der Geräte, deren einfache Handhabbarkeit und eine Verbesserung der automatischen Entdeckung von physiologischen Veränderungen (wie zum Beispiel Rhythmusstörungen beim Tele-EKG) zielen. Darüber hinaus kann die Entwicklung neuer Sensoren laut Positionspapier ganz neue Anwendungsmöglichkeiten für das Telemonitoring eröffnen. Das VDE/DGK-Positionspapier ist in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) im Rahmen des Förderschwerpunkts „Präventive MikroMedizin“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung entstanden.

Mit dem Projekt Präventive Mikromedizin (PMM) fördert das BMBF telemedizinische Anwendungen bei Herz-Kreislauf- Erkrankungen. Der Verband der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik (VDE) ist mit rund 35.000 Mitgliedern - davon 1.300 Unternehmen, 8.000 Studierenden und 3.000 Berufseinsteiger einer der großen technisch-wissenschaftlichen Verbände Europas. Der VDE hat in den vergangenen Jahren in enger Kooperation mit Industrie, Wissenschaft und Medizin sowie dem Bundesministerium für Forschung und Bildung (BMBF) zahlreiche Projekte zum Innovationsmanagement in der Medizintechnologie initiiert und umgesetzt.

So stellt die VDE Initiative MikroMedizin (IMM) eine Plattform für Hersteller, Anwender und Ärzte auf dem Gebiet der Miniaturisierung und Computerisierung medizintechnischer Anwendungen. Mit dem Projekt Präventive Mikromedizin (PMM) fördert der VDE telemedizinische Anwendungen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und mit dem Projekt „Ambient Assisted Living“ (AAL) die Anwendung intelligenter Assistenzsysteme im häuslichen Bereich. Die VDE/DGK Anwendungsempfehlungen „TeleMonitoring-Systeme in der Kardiologie“ können auf www.vde-medtech.com kostenfrei heruntergeladen werden.

Pressekontakt:
Melanie Mora,
Tel. 069 6308461,
melanie.mora@vde.com

Melanie Mora | VDE
Weitere Informationen:
http://www.vde.com
http://www.vde-medtech.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs
13.12.2017 | Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg

nachricht Gefäßregeneration: Wie sich Wunden schließen
12.12.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rest-Spannung trotz Megabeben

13.12.2017 | Geowissenschaften

Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs

13.12.2017 | Medizin Gesundheit

Winzige Weltenbummler: In Arktis und Antarktis leben die gleichen Bakterien

13.12.2017 | Geowissenschaften