Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tatort Hautpilz: Spurensuche mit innovativem DNA-Test

19.12.2013
Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden und die Biotype Diagnostic GmbH haben in einer vom Freistaat Sachsen geförderten Forschungskooperation einen neuartigen Gentest entwickelt, mit dem Haut-, Haar- und Nagelpilzerkrankungen viel sicherer und schneller nachzuweisen sind als bisher.

Die Experten der Klinik für Dermatologie des Uniklinikums und der Biotype Diagnostic haben den bislang einzigartigen DNA-Test in nur drei Jahren entwickelt. Damit verkürzt sich die Diagnosezeit von 30 Tagen auf 24 Stunden. Seit einigen Wochen wird der innovative Test am Uniklinikum selbst sowie in ersten Arztpraxen und Laboren eingesetzt.

Zudem wird die Diagnostik ab sofort – als Patiententest – auch in Apotheken angeboten. Nach umfangreicher Forschungsarbeit und zahlreichen Untersuchungen ist damit die Marktreife des Verfahrens erreicht. „Die Kooperation zwischen dem Universitätsklinikum und der Biotype Diagnostic GmbH ist ein Beispiel für die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Forschung, Entwicklung sowie der unmittelbaren Patientenversorgung, die innerhalb Sachsens Gesundheitswirtschaft bereits vorbildhaft funktioniert“, so Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Dresden.

Der Test untersucht die DNA einzelner Pilzzellen in Haut-, Haar- oder Nagelproben, ähnlich wie bei der Spurensuche an einem Tatort. „Im Gegensatz zur konventionellen Methode dauert die Analyse mit dem innovativen Gentest nur noch 24 Stunden statt vier Wochen wie bisher – für uns ein enormer Zeitgewinn“, so die maßgeblich an der Entwicklung des Testsystems beteiligte Dermatologin Prof. Dr. Andrea Bauer, Oberärztin der Klinik für Dermatologie am Dresdner Uniklinikum. Zudem konnte der Test in einer Patientenstudie mehr als 50 Prozent häufiger Hautpilzinfektionen nachweisen, die bislang unerkannt – und damit auch untherapiert – geblieben sind.

Dank innovativem Test und entsprechender Diagnose des Pilzerregers kann nun die gezielte Therapie rascher erfolgen. Das frühe Wissen um eine vorhandene Pilzinfektion ist, so Prof. Bauer, ein entscheidender Vorteil für die Therapieplanung, den zeitnahen Genesungsprozess sowie die Vermeidung von Komplikationen.

Weltweit sind Pilzerkrankungen eine der häufigsten Krankheitsursachen überhaupt. 15 bis 26 Prozent der Menschen sind davon betroffen. Dabei deckt das Spektrum des neuen Tests etwa 98 Prozent der in Europa üblichen Hautpilzerreger ab. Der neue Test kann selbst bei antherapierten Patienten innerhalb von 24 Stunden die Pilze spezifisch bestimmen, die Ursache der Infektion sind. Bei einem positiven Befund sollten Betroffene zeitnah einen Hautarzt aufsuchen. Über den Blog www.diagnose-hautpilz.de und die Webseite www.mycoderm.de informiert die Biotype Diagnostic GmbH alle Interessierten rund um das Thema Pilzerkrankungen und das neue Diagnoseverfahren.

Der Test kann ab sofort bundesweit in allen Apotheken beauftragt werden. Er wird außerdem in ersten Krankenhäusern, Arztpraxen und Laboren angeboten, unter anderem im Universitätsklinikum Dresden, im Bundeswehrkrankenhaus Berlin und im Universitätsklinikum Bochum.

Weitere Informationen finden Sie im ARD-Bericht zum Thema: http://bit.ly/mycotype-skin
Kontakte
Prof. Dr. med. habil. Andrea Bauer, MPH
Klinik und Poliklinik für Dermatologie
Tel. +49 (0)351 458-12131
E-Mail: andrea.bauer@uniklinikum-dresden.de
Dr. med. Eric Aichinger
Biotype Diagnostic GmbH
Tel. +49 (0)351 8838 440
E-Mail: e.aichinger@biotype.de
Spitzenmedizin für Dresden: Uniklinikum erobert Top-Position in deutschen Krankenhaus-Rankings

Deutschlands größter, im Mai 2013 erschienener Krankenhausvergleich des Nachrichtenmagazins „Focus“ bescheinigt dem Universitätsklinikum Carl Gustav Dresden (UKD) eine hervorragende Behandlungsqualität. Die Dresdner Hochschulmedizin erreichte Platz vier im deutschlandweiten Ranking. Dies ist ein weiterer Beleg für die überdurchschnittliche Qualität der 21 Kliniken des UKD. Gesundheitsexperten sowie insgesamt 22.000 Ärzte hatten Kliniken aus ganz Deutschland beurteilt. Sie honorierten dabei die großen Anstrengungen des Dresdner Uniklinikums in den Bereichen Behandlungsqualität und Patientensicherheit. Beim Focus-Vergleich erreichte das Dresdner Uniklinikum vor allem Top-Noten für die Therapie von Parkinson und Prostatakrebs. Damit belegen die Kliniken für Neurologie beziehungsweise Urologie jeweils Platz zwei. Unter den Top zehn ist nochmals die Neurologie mit der Behandlung von Multipler Sklerose vertreten. Top-Plätze im Ranking erreichten zudem die Klinik für Viszeral- Thorax- und Gefäßchirurgie mit der Versorgung von Darmkrebspatienten sowie die Klinik für Psychiatrie mit der Therapie von Depressionen und Alzheimer. Weitere Kliniken des Dresdner Universitätsklinikums, die als „Top-Fachkliniken“ ausgezeichnet wurden sind: Klinik für Orthopädie (Bewegungsapparat); Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik (Angst- und Zwangserkrankungen), Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe (Brustkrebs und Risikogeburten) sowie die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie.

Holger Ostermeyer | idw
Weitere Informationen:
http://bit.ly/mycotype-skin
http://www.uniklinikum-dresden.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie