Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tätowierfarben werden sicherer

30.04.2009
Am 1. Mai 2009 tritt die Tätowiermittel-Verordnung in Kraft

Ob ein Schmetterling auf der Schulter oder eine Schlange auf dem Oberarm: Tattoos erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Doch unter Umständen können aus schönen Bildern auf der Haut Entzündungen oder Allergien werden.

Davor sind Verbraucher ab dem 1. Mai 2009 besser geschützt: Mit dem In-Kraft-Treten der deutschen Tätowiermittel-Verordnung werden erstmals besondere Regelungen für Mittel zum Tätowieren und für Permanent Make-up getroffen. Dazu zählen neben gesundheitlichen Anforderungen an die Mittel auch Kennzeichnungsvorschriften.

"Um langfristig gesundheitlich unbedenkliche Tätowiermittel zu bekommen, müssen wissenschaftliche Prüfkriterien erarbeitet werden", sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. Sie sind Voraussetzung dafür, dass in einem Zulassungsverfahren eine Positivliste von Substanzen für solche Produkte aufgestellt werden kann.

Bisher galten für die Sicherheit von Stoffen in Tätowiermitteln und Permanent Make-up nur allgemeine Regelungen, spezifische Regelungen gab es nicht. Die Tätowiermittel mit Farbstoffen, Lösungsmitteln und Konservierungsstoffen sowie möglichen Verunreinigungen werden im Gegensatz zu kosmetischen Mitteln nicht auf die Haut aufgetragen, sondern in die Haut eingebracht. Von dort können sie beispielsweise in den Blutkreislauf gelangen oder Immunreaktionen auslösen. Wie die Stoffe im Körper wirken, ist bislang kaum untersucht.

Umso wichtiger ist es, dass Tätowiermittel und Permanent Make-up-Farben nur solche Stoffe enthalten, bei denen kein gesundheitliches Risiko besteht. Das BfR hatte daher empfohlen, bis zu einer gesetzlichen Regelung für die Inhaltsstoffe von Tätowiermitteln nur Farben zu verwenden, die den Anforderungen der europäischen Kosmetik-Richtlinie und der deutschen Kosmetik-Verordnung entsprechen und damit für eine Verwendung in kosmetischen Mitteln zugelassen sind.

Mit der Tätowiermittel-Verordnung gibt es nun ein verbindliches regulatorisches Gerüst für Tätowier- und Permanent Make-up-Mittel. Dazu ist die Verwendung vieler bedenklicher Stoffe verboten. So dürfen beispielsweise krebserzeugende Azofarbstoffe und das allergene p-Phenylendiamin nicht verwendet werden. Die Verordnung sollte zukünftig nach Auffassung des BfR eine Positivliste mit zugelassenen Bestandteilen enthalten. Voraussetzung dafür sind Prüfkriterien für eine Risikobewertung der Stoffe. Dazu müsste zunächst erfasst werden, welche Farbmittel und anderen Stoffe für Tattoos und Permanent Make-up verwendet werden. Forschungsbedarf besteht zu der Frage, wie sich die Stoffe im Körper verteilen und wie sie dort wirken.

Hersteller von Tätowiermitteln müssten außerdem Sicherheitsdaten ihrer Produkte zur Verfügung stellen, darunter Angaben zur Reinheit der Stoffe, zu Hilfsstoffen und zur Stabilität. Erforderlich wären auch toxikologische Daten zur Genotoxizität, Reizung von Haut und Schleimhaut, zum Allergiepotenzial und zu möglichen Spaltprodukten, die entstehen können. Eine Risikobewertung der Stoffe sollte mindestens den Anforderungen an die Sicherheit von Farbstoffen für kosmetische Mittel und Haarfarben entsprechen. Studien zur Wirkung von Farbstoffen unter der Haut müssten durchgeführt und deren Ergebnisse in die Bewertung einbezogen werden.

Jürgen Thier-Kundke | idw
Weitere Informationen:
http://www.bfr.bund.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

nachricht Aromatherapie bei COPD
12.05.2015 | Airnergy AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

18.10.2017 | Medizin Gesundheit

Rittal Klima-Tipps: Ist ein Kühlgerät wirklich nötig?

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik

Smartphones im Kampf gegen die Blindheit

18.10.2017 | Medizintechnik