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Synthetisches Blutgerinnungsmittel halbiert Blutung

18.12.2009
Schützende Wasserschicht soll künstliche Gerinnsel verhindern

Wissenschaftler der Case Western Reserve University haben laut eigenen Angaben ein synthetisches Blutgerinnungsmittel entwickelt, das verwundeten Soldaten und Patienten entscheidende Vorteile bringen könnte. Im Labor halbierten die künstlichen Blutplättchen die Blutung.

Damit könnte Ärzten eine unbegrenzte Menge zur Verfügung gestellt werden, die länger gelagert werden kann als Blutplättchen von Spendern. Die Forscher hoffen, dass das neue Produkt in einigen Jahren auf den Markt kommen kann. Details der Forschungsergebnisse wurden im Magazin Science Translational Medicine veröffentlicht.

Das Material für die künstlichen Blutplättchen wird bereits für Behandlungsformen eingesetzt, die von den US-Behörden zugelassen sind. Dieser Umstand könnte die Zulassung des Blutgerinnungsmittels beschleunigen, meinen die Wissenschaftler. James Bertram und Erin Lavik entwickelten Blutplättchen aus biologisch abbaubaren Polymeren und gestalteten sie so, dass sie sich mit den eigenen Blutplättchen des Patienten in der Verletzung verbinden. Normale Blutplättchen helfen gut bei der Gerinnung. Sie können jedoch bei großen Verletzungen nicht ausreichen.

Behandlungsmöglichkeit für das Schlachtfeld

Die Verwendung von gespendeten Blutplättchen verbessert die Gerinnung kann aber zu Risiken bis hin zur Abstoßung führen. Sie müssen gekühlt gelagert werden und sind nur fünf Tage lang haltbar. Ziel der Wissenschaftler ist es, eine Behandlungsmöglichkeit zu entwickeln, die Sanitäter einfach mit auf das Feld nehmen können. Lavik erklärte, dass damit eine Ergänzung zu bestehenden Behandlungsformen geschaffen werden könnte.

Das Militär habe in diesem Bereich bereits phänomenale Technologien entwickelt, vor allem aber für externe oder mit Kompressen behandelbare Wunden. Viele Verletzungen stammten jedoch von Explosionen und führten zu inneren Verletzungen. Es könne schwer sein, derartige Blutungen im Einsatzgebiet zu behandeln. Laut der Wissenschaftlerin sollten die synthetisch hergestellten Blutplättchen eine brauchbare Lösung dieses Problems darstellen und eine sofortige Behandlung vor der Verlegung ins Lazarett ermöglichen.

Schützende Wasserschicht gegen Gerinnsel

Bei Ratten halbierte die Verabreichung der synthetischen Blutplättchen vor einer Verletzung die Dauer der Blutung. Wurden sie 20 Sekunden nach einer Verletzung verabreicht, verringerte sie sich um ein Viertel. Um zu verhindern, dass die Blutplättchen zusammenkleben und ein künstliches Gerinnsel bilden, verfügt jedes dieser Plättchen über eine schützende Wasserschicht.

Überschüssige Blutplättchen können daher ohne Nebenwirkungen aus dem Körper gespült werden. Der Traumaspezialist Tim Hodgetts vom Royal Centre for Defence Medicine http://www.uhb.nhs.uk/Services/Rcdm/Home.aspx betonte, dass das britische Militär derzeit von Blutvorräten der nationalen Blutbank abhängt, die die Luftwaffe in die Einsatzgebiete transportiert.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.case.edu
http://stm.sciencemag.org

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