Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studienregister der Urologen: Erstes Fachregister in Deutschland mit WHO-Akkreditierung

25.07.2012
Klinische Studien sind für den medizinischen Fortschritt unerlässlich: Ob neues Medikament, neue Behandlungsmethode oder neue Operationstechnik, ehe sie zum regelmäßigen Einsatz kommen, müssen Wirksamkeit und Risiken in klinischen Studien überprüft werden.
Seit 2010 betreibt die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) ein nationales Register, in dem urologische Studien aus Deutschland erfasst werden. Jetzt hat das DGU-Studienregister durch eine direkte Anbindung an das offizielle deutsche Primärregister der Weltgesundheitsorganisation (WHO), das Deutsche Register Klinischer Studien (DRKS), eine deutliche Aufwertung erfahren.

Als erste medizinische Fachgesellschaft Deutschlands hat die DGU einen Kooperationsvertrag mit dem DRKS geschlossen. Das neue DGU-Studienregister wird auch beim DGU-Kongress 2012 in Leipzig Thema sein.

„Ziel des Registers ist, dass sich Ärzte, Betroffene und potenzielle Studienpartner rasch und übersichtlich über die Studienaktivitäten in der Urologie umfassend informieren können“, betont Prof. Dr. Bernd Wullich, der Leiter des DGU-Studienregisters und DGU-Vorstand für Forschungsförderung. Das Register ist als wichtigste Anlaufstelle für die Suche nach in Deutschland geplanten, laufenden und abgeschlossenen klinischen Studien in der Urologie im Internet unter www.dgu-studien.de zu finden.

Über seinen öffentlichen und kostenfreien Zugang bietet das DGU-Register verschiedene Modi für die Suche nach urologischen Studien. Durch den Kooperationsvertrag wurde die vom DRKS übernommene und in das DGU-Register integrierte Suchmaske um zusätzliche Optionen erweitert. So kann der Nutzer die Suche auf spezielle Erkrankungen eingrenzen oder auch nach einem bestimmten Status der Rekrutierung von Studienteilnehmern filtern. Dadurch wird das DGU-Register nach Ansicht seines Administrators Dr. Christoph Becker auch für Patienten besonders interessant, die von dort an alle Informationen und Kontaktdaten gelangen, die für eine Anmeldung zur Studienteilnahme notwendig sind.

Durch die unmittelbare Verbindung mit dem Deutschen Register Klinischer Studien, das am Universitätsklinikum Freiburg angesiedelt ist, erfüllen alle über das DGU-Register angemeldeten Studien die Vorgaben der WHO. Von der neuen Partnerschaft profitieren indes beide Seiten. „Wir werden durch die steigende Anzahl bei uns registrierter Studien als ebenbürtiges, deutsches Pendant zum US-Studienregister ‚ClinicalTrials.gov’ bekannter“, sagt die zuständige DRKS-Projektmanagerin Dr. Susanne Jena und erwähnt Kooperationspläne mit weiteren medizinischen Fachgesellschaften nach dem Vorbild der Urologie. DGU-Forschungskoordinator Dr. Becker sieht die Vorteile für sein Fach in der umfassenden Darstellung urologischer Studien, ohne sie mehrfach eingeben zu müssen. Alle Studien aus Primärregistern werden automatisch in das ICTRP-Metaregister der WHO übernommen und stehen damit global zur Verfügung.

Der wichtigste Aspekt ist für Dr. Becker jedoch, dass durch die Anmeldung und Registrierung geplanter klinischer Studien über das DGU-Studienregister und damit letztlich über das DRKS die Anforderungen des International Committee of Medical Journal Editors (ICMJE) zwingend erfüllt werden. Sie verlangen im Kern, dass geplante klinische Studien vor Forschungsbeginn angemeldet und registriert werden müssen. Andernfalls sei eine spätere Veröffentlichung der Ergebnisse in medizinischen Fachmedien abzulehnen. Hintergrund dafür ist der sogenannte „Publikationsbias“, die unausgewogene und statistisch verzerrte Darstellung der Forschung zu einem Thema insgesamt. Indem unerwünschte oder nicht-signifikante Ergebnisse einfach in Schubladen verschwinden, werden Berichterstattung und Überblick über die tatsächliche Forschung zu dem Thema verzerrt, erläutert Dr. Becker. Dem wirkt die ICMJE-konforme prospektive Registrierung klinischer Studien entgegen.

Beim 64. DGU-Kongress, der vom 26. bis 29. September 2012 in Leipzig stattfindet, wird in Einführungsseminaren das gesamte Leistungsspektrum des DGU-Studienregisters vorgestellt und seine einfache Handhabung - insbesondere das Anmelden und Registrieren urologischer Studien - demonstriert. Das von der DGU finanzierte Register geht auf eine gemeinsame Initiative mit dem Kooperationspartner Arbeitsgemeinschaft Urologische Onkologie e.V. (AUO) der Deutschen Krebsgesellschaft zurück.

Medienvertretern steht im CCL ein voll ausgestattetes Pressezentrum zur Verfügung. Akkreditierungen sind bereits jetzt unter www.dgu-kongress.de möglich.

Weitere Informationen:
DGU-Pressestelle

Bettina-Cathrin Wahlers
Sabine Martina Glimm
Stremelkamp 17
21149 Hamburg
Tel: 040 - 79 14 05 60
Mobil: 0170 - 48 27 28 7
E-Mail: redaktion@bettina-wahlers.de

Bettina-Cathrin Wahlers | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgu-studien.de/
http://www.dgu-kongress.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Aktuelle Therapiepfade und Studienübersicht zur CLL
20.10.2017 | Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V.

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise