Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stromimpulse gegen stolpernde Herzen

21.08.2008
Katheter-Ablation befreite schon 300 Patienten von Herzrhythmusstörungen

Ein Herz, das gleichmäßig 60- bis 80-mal in der Minute schlägt und dabei die ca. 4 bis 7 Liter Blut im Menschen zuverlässig durch den Körper pumpt: Das ist der Idealzustand.

Doch viele Menschen leiden an Herzrasen oder anderen Herzrhythmusstörungen. Sie mindern die Lebensqualität oft erheblich und können lebensbedrohlich sein. Medikamente helfen nicht immer und eine Operation am offenen Herzen ist mit zusätzlichen Risiken behaftet. In vielen Fällen kann die so genannte Katheter-Ablation Abhilfe schaffen. Eine minimalinvasive elektrophysiologische Behandlung, mit der seit einem Jahr auch Patienten am Rostocker Universitätsklinikum geholfen werden kann. Rund 300 Patienten wurden bisher erfolgreich behandelt.

Der Takt für die Kontraktionen des Herzmuskels wird vom so genannten Sinusknoten in der rechten Herzvorkammer vorgegeben. Es ist ein elektrischer Impuls, der durch die feinen Verästelungen des Herzens geleitet wird und das Herz schließlich zum Schlagen bringt. Herzrhythmusstörungen können in nahezu allen Bereichen des Herzens entstehen. Hier setzt die noch junge Disziplin der Elektrophysiologie an. Ein Katheter wird von der Leiste des Patienten durch die Blutbahn bis zum Herzen geführt, um die Stelle zu finden, die für die Rhythmusstörung verantwortlich ist.

Ist diese gefunden, wird sie durch kurze Stromstöße verödet. Der Patient bekommt lediglich eine örtliche Betäubung in der Leistengegend und bemerkt kaum etwas. "Herzrhythmusstörungen sind häufig vererbt oder zumindest genetisch angelegt", erläutert Professor Bänsch. Häufig sind die Patienten kaum älter als 40 Jahre, manchmal auch noch jünger. Kürzlich wurde eine 14-Jährige mit Herzrhythmusstörungen abladiert.

"Elektrophysiologische Behandlungsmethoden werden künftig an Bedeutung gewinnen", ist Professor Bänsch sicher. Zum einjährigen Bestehen der Abteilung am Universitätsklinikum Rostock wird deshalb am 11. und 12. September ein Symposium veranstaltet, wo entsprechende Entwicklungen in der Behandlung von Herzrhythmusstörungen diskutiert werden. Neben der Behandlung von Patienten wird in Rostock auch die Forschung vorangetrieben. Derzeit wird eine Studie durchgeführt, die einen im Krankheitsverlauf früheren Einsatz der Katheterablation zum Thema hat. Im Herbst wird in neuen Räumen eine Ambulanz für Elektrophysiologie und implantierbare Geräte eröffnet.

Kontakt:
Professor Dr. Dietmar Bänsch
Abteilung für Kardiologie
Universitätsklinikum Rostock (AöR)
Schillingallee 35, 18057 Rostock
Tel. 0381 494-7706
Professor Dr. Peter Schuff-Werner
Ärztlicher Direktor
Universitätsklinikum Rostock (AöR)
Rembrandtstraße 16/17, 18057 Rostock
Tel. 0381 494-5011, Fax 0381 494-5012

Ingrid Rieck | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-rostock.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

nachricht Aromatherapie bei COPD
12.05.2015 | Airnergy AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Seminar zur angewandten Versuchsmethodik und Lebensdauererprobung

18.10.2017 | Seminare Workshops

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie