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Stressreduktion und körperliches Training mildern Nebenwirkungen der Stammzelltransplansplantation

25.06.2009
Für manche Formen von Leukämie stellt die "hämatopoietische Stammzelltransplantation" die letzte Therapiemöglichkeit dar.

Bei diesem Verfahren werden mittels Chemotherapie u. Ganzkörperbestrahlung alle blutbildenden Zellen des Körpers abgetötet, um diese durch gespendete Stammzellen zu ersetzen. Trotz Risikominimierung unterliegen die Patienten nach wie vor starken körperlichen u. psychischen Belastungen.

Die Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin (ZI) führte ein Forschungsprojekt (Ltg. Prof. Bohus) zur Nebenwirkungsreduzierung bei Stammzelltransplantation durch. Untersucht wurde die Wirksamkeit von Mindfulness-Based Stress Reduction und einer Sport- u. Bewegungstherapie.

Für manche Formen von Leukämie stellt die sog. "hämatopoietische Stammzell-transplantation" (HSCT) die letzte Therapiemöglichkeit mit Aussicht auf Heilung dar.

Bei diesem Behandlungsverfahren werden mittels intensiver Chemotherapie und ggf. Ganzkörperbestrahlung alle blutbildenden Zellen des Körpers abgetötet, um diese durch Stammzellen eines Spenders zu ersetzen. Diese Stammzellen entwickeln sich dann zu neuen blutbildenden Zellen. Trotz Risikominimierung durch optimierte Therapiestrategien unterliegen die Patienten nach wie vor starken körperlichen, psychischen und psychosozialen Belastungen, die sich in unterschiedlichen Symptomen (z.B. Angst, Depression, Apathie, Schlafstörungen, Alpträume, verstärkte Schmerzwahrnehmung) ausprägen können und eine hohe Anpassungs- und Verarbeitungsleistung von den Betroffenen verlangen.

Die Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin am ZI führte unter der Leitung des Ärztlichen Direktors, Professor Martin Bohus, ein Forschungsprojekt zur Nebenwirkungsreduzierung bei Stammzelltransplantation durch. Untersucht wurde die Wirksamkeit und Effizienz von MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction) und einer angepassten Sport- und Bewegungstherapie (kombiniertes Kraft-Ausdauer-Training) auf das "Stress-Coping-Resilienz-System" (Stressreduk-tion, -modulation und -verarbeitung) und deren Auswirkungen auf physische, psychische und psychosoziale Parameter. Achtsamkeitsbasierte Therapien haben ihre Wurzeln in der ZEN-Meditation und gelten mittlerweile als wissenschaftlich evaluierte Verfahren zur Reduktion von Stress, Schmerz und emotionaler Belastung. Es liegt daher nahe, diese Methodik auf ihre Einsatzmöglichkeiten in der Stammzelltransplantation zu untersuchen. Je nach Zeitpunkt der Transplantation erhielten die Studienteilnehmer die Intervention zusätzlich zum normalen Therapieangebot.

Mit über 100 eingeschlossenen Patienten stellt diese Studie die derzeit weltweit größte Untersuchung ihrer Art dar. Dabei ist nicht nur die Studiengröße, sondern auch das Design der Untersuchung eine Besonderheit: "Wir haben erstmalig versucht, die Patienten über den gesamten Behandlungszeitraum der Transplantation zu betreuen und damit schon im ambulanten Vorfeld der Transplantation begonnen", so Professor Bohus.

Die Ergebnisse der Studie sind äußerst erfreulich. Insbesondere sticht dabei der positive Effekt des Trainings auf das chronische Müdigkeitsempfinden (Fatigue) heraus. "So konnten wir erstmalig unter kontrollierten Bedingungen zeigen, dass bei Patienten während und nach allogener Stammzelltransplantation das gefürchtete Fatigue-Syndrom durch systematisches körperliches Training günstig beeinflusst werden kann", so der stellv. Projektleiter Joachim Wiskemann. Da die aus-geprägte Fatigue-Symptomatik eines der zentralen Probleme im Umfeld der allogenen Stammzelltransplantation darstellt, sind die Resultate aus therapeutischer und Patientensicht hoch relevant. Berücksichtigt man zudem die weiteren positiven Resultate der Untersuchung, die zu einer erhöhten Lebensqualität bei den trainierenden Patienten beitrugen, so ist ein körperliches Training vor, während und nach allogener Stammzelltransplantation für jeden betroffenen Patienten empfehlenswert.

Die Mulicenterstudie wurde mit einer Fördersumme von 270.000 Euro von der Deutschen José Carreras Leukämie-Stiftung finanziert und an vier Standorten - der Stiftung Deutschen Klinik für Diagnostik (DKD) in Wiesbaden, dem Universi-tätsklinikum Heidelberg (Innere Med. V), dem Universitätsklinikum Mannheim (III. Medizinische Klinik) sowie dem Klinikum der Stadt Ludwigshafen - durchgeführt.

Ansprechpartner für Fragen und weitere Informationen:
Joachim Wiskemann
Zentralinstitut für Seelische Gesundheit
Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin
J 5, 68159 Mannheim
Tel.: 0621 / 1703-4418, Fax: 0621 / 1703-4405
E-Mail: joachim.wiskemann@zi-mannheim.de
Professor Dr. Martin Bohus
Ärztlicher Direktor
Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin
Zentralinstitut für Seelische Gesundheit
J 5, 68159 Mannheim
Tel.: 0621 / 1703-4001, Fax: 0621 / 1703-4005
E-Mail: martin.bohus@zi-mannheim.de
José Carreras Leukämie-Stiftung
Anne Rein
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Elisabethstraße 23
80796 München
Tel: 089 / 27 29 04 - 40
E-Mail: anne.rein@carreras-stiftung.de

Sigrid Wolff | idw
Weitere Informationen:
http://www.zi-mannheim.de
http://www.carreras-stiftung.de

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