Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stoffwechsel- und Herz-Kreislauferkrankungen frühzeitig verhindern

19.01.2009
Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes Typ 2 sind auch unter Gesunden weit verbreitet. Dies zeigt die Auswertung aktueller Daten männlicher Führungskräfte in Hamburg, die an einem Gesundheits-Vorsorgeprogramm teilnahmen: Jeder zweite Teilnehmer hat ein erhöhtes Risiko, in den nächsten Jahren an einem Diabetes Typ 2 zu erkranken.

Rechtzeitige Ernährungsumstellung und die Kontrolle des Körpergewichts können einen Diabetes in diesem Stadium noch verhindern, erklärt die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG). Die Experten raten allen Erwachsenen an entsprechenden Programmen teilzunehmen, auch wenn sie Sport treiben und sich gesund fühlen.

In Hamburg beteiligten sich 1854 leitende Angestellten verschiedener Konzerne an einem medizinischen, freiwilligen Präventionsprogramm. Dr. rer. nat. Dr. med. vet. Jutta Haas, vom Hamburger Institut für diabetologische Versorgungsforschung, und ihre Kollegen analysierten die Daten der 1565 männlichen Teilnehmer. Diese attestierten sich vorab einen überwiegend guten Gesundheitszustand. Zwar waren 60 Prozent übergewichtig, doch die meisten trieben aktiv Sport, jeder vierte sogar mehrmals in der Woche. Ernsthafte gesundheitlich Probleme oder Krankheiten lagen nur bei wenigen Teilnehmern vor. Die häufigste Gesundheitsstörung war Bluthochdruck, wovon zwölf Prozent der Teilnehmer wussten. Die meisten ließen diesen behandeln.

Doch die Resultate der Untersuchungen ergeben ein anderes Bild: Jeder zweite Teilnehmer hat einen erhöhten Blutdruck, jeder dritte erhöhte Fettwerte. Bei acht Prozent ist die Konzentration des "guten" HDL-Cholesterins im Blut vermindert. Außerdem haben 18 Prozent der Teilnehmer einen erhöhten Blutzucker. Insgesamt hat somit jeder zweite Teilnehmer ein oder zwei Risikofaktoren des Metabolischen Syndroms.

Ein Metabolisches Syndrom liegt nach Definition von der Internationalen Diabetes Federation (IDF) vor, wenn zu bauchbetontem Übergewicht noch zwei weitere Risikofaktoren wie erhöhter Blutzucker, Störungen des Fettstoffwechsels oder Bluthochdruck hinzukommen.

Neu ist dabei die Grenze des Nüchtern-Blutzuckers. Sie wurde vom IDF von 110 Milligramm/Deziliter auf 100 Milligramm/Deziliter herabgesetzt. Diese niedrigere Grenze ist maßgeblich, um das Risiko eines Metabolischen Syndroms frühzeitig zu erkennen. Denn auch die Hamburger Studie zeigt: Mit zunehmendem Alter und zunehmendem Body-Mass-Index der Teilnehmer steigt die Anzahl ihrer Risikofaktoren. Liegt bei ihnen ein Metabolisches Syndrom mit einem erhöhten Blutzucker vor, haben sie ein größeres Risiko, in den nächsten Jahren an Diabetes Typ 2 zu erkranken. Wird das Risiko rechtzeitig erkannt, ist es jedoch möglich, die chronische Stoffwechselerkrankung durch eine Ernährungsumstellung und Gewichtskontrolle zu verhindern. Der neue Grenzwert einer normalen Nüchtern-Glukose von unter 100 Milligramm/Deziliter wird deshalb auch von der Deutschen Diabetes-Gesellschaft empfohlen.

Quelle:
J. Haas, S. Teufel-Sies, S. Mack, E. Becker, D. Müller-Wieland, T. Stein
Prävalenz von Komponenten des metabolischen Syndroms
bei höheren Angestellten: Bedeutung der Plasmaglukose-Grenzen
von ? 100 mg /dl versus ? 110 mg /dl
Diabetologie und Stoffwechsel 2008 3: S. 353-360
Kontakt für Journalisten:
Pressestelle DDG
Beate Schweizer
Pf 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931 295, Fax: 0711 8931 167
Schweizer@medizinkommunikation.org

Beate Schweizer | idw
Weitere Informationen:
http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels
21.06.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften