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Stammzelltransplantation: bessere Überlebenschancen mit Qualitätsmanagementsystem

27.04.2011
Mit der Einführung eines Qualitätsmanagementsystems verbessert sich das Überleben von Patienten nach Stammzelltransplantationen merklich. Zu diesem Schluss kommen Forschende der Universität Basel zusammen mit Kollegen der Europäischen Gruppe für Stammzelltransplantation. Ihre Forschungsergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazin «Journal of Clinical Oncology» veröffentlicht.

Komplexe industrielle Prozesse sind heute ohne integrierte Qualitätsmanagementsysteme (QMS) undenkbar. Mit diesen werden Verantwortlichkeiten, Abläufe und Prozesse für alle verbindlich festgehalten, Abweichungen werden protokolliert und alle Systemeinheiten werden regelmässig auf Verbesserungen überprüft. In der Medizin ist die Fokussierung auf die Qualität ebenfalls anerkannt, doch verbindliche Qualitätsmanagementsysteme stiessen bisher häufig auf Ablehnung, da der Beweis eines Nutzens fehlte.

Die Transplantation blutbildender Stammzellen ist eine etablierte und erfolgreiche medizinische Behandlungsart. Sie ist komplex und immer noch mit einem substantiellen Risiko der Morbidität und Mortalität verbunden. Forschende des Kompetenzzentrums für Stammzelltransplantationen der Universität Basel («Basel Stem Cell Network») konnten im Rahmen eines Projekts zur Erarbeitung eines verbindlichen QMS in Europa und Nordamerika zusammen mit Kollegen der Europäischen Gruppe für Stammzelltransplantation in einer gemeinsamen Analyse von mehr als 100 000 Transplantationen zeigen, dass sich mit der Einführung eines QMS in Europa die Überlebenschancen der Patienten in akkreditierten Zentren um 10-15 % verbessern. Die Daten belegen erstmals die positive Wirkung von QMS auf die Gesundheit von Patienten in der klinischen Medizin. Sie dürften modellartig auch für andere komplexe Verfahren in der Medizin gelten und dazu beitragen, dass in absehbarer Zeit auch in der Medizin das Arbeiten nach einem QMS zum Standard wird.

Basel Stem Cell Network
Stammzellenforschung ist einer der Schwerpunkte der Universität Basel. Im neu 2009 etablierten universitären Kompetenzzentrum «Basel Stem Cell Network» suchen Grundlagenforschende, Pharmaindustrie, Medizinerinnen, Juristen und Ethiker gemeinsam nach Antworten auf Fragen in diesem faszinierenden Forschungsgebiet, das von vielen als «Regenerative Medizin» und als die vielversprechendste Therapieform des 21. Jahrhunderts betrachtet wird.
Originalbeitrag
Gratwohl A, Brand R, Niederwieser D, Baldomero H, Chabannon C, Cornelissen J, de Witte T, Ljungman P, McDonald F, McGrath E, Passweg J, Peters C, Rocha V, Slaper-Cortenbach I, Sureda A, Tichelli A, Apperley J.
Introduction of a Quality Management System and Outcome After Hematopoietic Stem-Cell Transplantation.

J Clin Oncol. 2011 Apr 11. [Epub ahead of print]

Weitere Auskünfte
Prof. Dr. Alois A. Gratwohl, Universität Basel, Dekanat der Medizinischen Fakultät, Klingelbergstrasse 61, 4056 Basel, Departement für Innere Medizin, Abt. Hämatologie, Kantonsspital, Petersgraben 4, 4031 Basel, E-Mail alois.gratwohl@unibas.ch

Hans Syfrig Fongione | Universität Basel
Weitere Informationen:
http://www.unibas.ch

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