Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stammzellen: Ohren aus dem eigenen Fettgewebe

03.03.2014

 

Knorpel werden unter die Haut implantiert - Erleichterung für Kinder

Wissenschaftler des Great Ormond Street Hospital http://gosh.nhs.uk planen Gesichter von Menschen mithilfe von Stammzellen zu rekonstruieren, die aus dem Fett der Patienten stammen. Das Team hat Knorpel im Labor hergestellt und geht davon aus, dass sie für die Wiederherstellung von Ohren und Nasen eingesetzt werden können. Das Verfahren könnte zur Revolutionierung der medizinischen Versorgung führen. Details wurden im Fachmagazin Nanomedicine http://nanomedjournal.com publiziert.


Ohr: Forscher formen Organ mit Stammzellen

(Foto: pixelio.de, Ingo Sturm)

Zellen nehmen Wunschform an

Die Mediziner wollen mit dem neuen Verfahren Krankheiten wie Mikrotie behandeln, die dazu führt, dass sich das Ohr nicht richtig entwickelt. Die Folgen können ein fehlendes oder missgebildetes Hörorgan sein. Derzeit werden betroffenen Kindern Knorpel aus ihren Rippen entnommen, die von den Chirurgen zu einer Nachbildung des Ohres geformt und dann implantiert werden. Dafür sind mehrere Operationen erforderlich. Die Narben auf dem Brustkorb bleiben jedoch und die Rippenknorpel erholen sich nie mehr vollständig.

Für das alternative Verfahren müsste dem Kind nur eine winzige Fettprobe entnommen werden. Daraus würden Stammzellen gewonnen, die in der Folge weiterwachsen. Ein ohrförmiges "Gerüst" würde in der Flüssigkeit mit den Stammzellen platziert. Die Zellen nehmen dann die gewünschte Form und Struktur an. Chemikalien würden dafür eingesetzt, die Stammzellen dazu zu bringen, sich zu Knorpelzellen zu entwickeln. Sie könnten dann unter die Haut des Kindes implantiert werden, um die Form eines Ohres zu erzielen. Es ist den Wissenschaftlern bereits gelungen, Knorpel in dem Gerüst herzustellen. Sicherheitstests sind jedoch noch erforderlich, bis ein Einsatz bei Patienten möglich ist.

Kinder schonender behandeln

Laut Patrizia Ferretti, eine der Autorinnen der Studie, ist es außergewöhnlich, über eine Art von Zellen zu verfügen, die nicht tumorauslösend sind und wieder zum gleichen Patienten zurückkehren können. "Es gibt dabei keine Probleme mit der Immunsuppression und sie können die gewünschten Aufgaben erfüllen. Es wäre so etwas wie der Heilige Gral, dieses Verfahren in einem einzigen Eingriff umsetzen zu können und damit die Belastung für die Kinder entscheidend zu verringern. Dazu kommt noch eine Struktur, die hoffentlich mit dem Kind mitwächst."

Das Verfahren könnte auch dazu eingesetzt werden, Knorpel für andere Gewebe wie die Nase herzustellen. Sie kann nach Krebsoperationen bei Erwachsenen geschädigt sein. Mit dem gleichen Ausgangsmaterial sollte es laut den Ärzten auch möglich sein, Knochen herzustellen. Ferretti zufolge stehen die Wissenschaftler jedoch erst am Anfang. In einem nächsten Schritt soll die Wahl der Materialien perfektioniert und das Verfahren weiterentwickelt werden.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Proteomik hilft den Einfluss genetischer Variationen zu verstehen
27.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE