Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stammzellen und Krebs - neue Ideen für die Therapie

27.10.2008
5. Heinrich F. C. Behr-Symposium - Internationale Tagung im Deutschen Krebsforschungszentrum vom 26. bis 28. Oktober 2008

Seit wenigen Jahren erst setzt sich die Erkenntnis durch, dass Tumoren nicht aus gleichartigen Zellen bestehen, sondern dass eine kleine Anzahl unsterblicher Tumorstammzellen ständig den Nachschub an Krebszellen liefert.

Die Tumorstammzellen scheinen nicht nur an Krebsentstehung und Tumorwachstum, sondern auch an der Bildung von Metastasen und am Wiederauftreten von Tumoren nach scheinbar erfolgreicher Therapie verantwortlich zu sein.

Beim 5. Heinrich F. C. Behr-Symposium tauschen führende Experten aus aller Welt ihre neuesten Ergebnisse in diesem aufregenden neuen Forschungsgebiet aus.

Gängige Krebsmedikamente wirken hauptsächlich gegen schnell wachsende Zellen. Da Krebsstammzellen jedoch meist in einer Art Schlafzustand verharren, sind sie resistent gegen die meisten Chemotherapien. Professor Dr. Andreas Trumpp aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum hat eine Möglichkeit gefunden, die Krebsstammzellen aus ihrem Schlummer zu wecken und sie dadurch für Krebsmedikamente zu sensibilisieren.

Krebsstammzelle ist nicht gleich Krebsstammzelle: Professor Dr. Christopher Heeschen von der Münchner Ludwigs-Maximilian Universität hat beim Bauchspeicheldrüsenkrebs innerhalb der Population der Krebsstammzellen eine kleine Zellgruppe entdeckt, die sich durch besondere Oberflächenmoleküle auszeichnet. Während das Gros der Krebsstammzellen den Tumor am Wachsen hält, haben nur die Zellen dieser Untergruppe die Fähigkeit, in umgebende Gewebe einzudringen und dort zu Metastasen auszuwachsen.

Über ein weiteres Projekt aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum berichtet Dr. Bernhard Radlwimmer. Der Molekularbiologe zeigte kürzlich, dass die Prognose von Gliomen, bösartigen Hirntumoren, umso schlechter ist, je mehr Krebsstammzellen der Tumor enthält. Bei der Tagung stellt Radlwimmer eine Methode vor, die die Stammzellen dazu bringen soll, zu spezialisierten Hirnzellen auszureifen. Dadurch könnte sich das Tumorwachstum aufhalten lassen.

Professor Dr. Jörg Huelsken von Schweizer Institut für experimentelle Krebsforschung in Epalinges berichtet, dass Krebsstammzellen der Haut auf bestimmte biochemische Signale angewiesen sind. Wird dieser Signalweg unterbrochen, so bilden sich Hauttumoren bei Mäusen vollständig zurück. Die Wissenschaftler sehen hier einen neuen Ansatzpunkt für die Behandlung von Hautkrebs.

Zu den Sprechern der Tagung zählen außerdem Professor Dr. Ronald McKay von den National Institutes of Health der USA, der als Pionier bei der Erforschung der Entwicklung des zentralen Nervensystems aus Stammzellen gilt, sowie Professor Dr. John Niederhuber, der Direktor des US-amerikanischen National Cancer Institute.

Der Hauptförderer der Tagung ist die Heidelberger Heinrich F. C. Behr-Stiftung, die Projekte zur Förderung der Krebsforschung unterstützt. Daneben sind unter anderem das amerikanische National Cancer Institute sowie die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina beteiligt.

Journalisten sind zu der Tagung im Kommunikationszentrum des Deutschen Krebsforschungszentrums herzlich eingeladen. Wir bitten um Anmeldung in der Pressestelle.

Das Tagungsprogramm ist im Internet abrufbar unter:
http://www.dkfz.de/de/veranstaltungen/veranstaltung.php?id=1383
Bild: Blutstammzelle im Knochenmark (Maus), Quelle: Andreas Trumpp, Deutsches Krebsforschungszentrum

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland und Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren. Über 2.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, davon 850 Wissenschaftler, erforschen die Mechanismen der Krebsentstehung und arbeiten an der Erfassung von Krebsrisikofaktoren. Sie liefern die Grundlagen für die Entwicklung neuer Ansätze in der Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen. Daneben klären die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Krebsinformationsdienstes (KID) Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Das Zentrum wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert.

Dr. Stefanie Seltmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.dkfz.de
http://www.dkfz.de/de/veranstaltungen/veranstaltung.php?id=1383

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Aromatherapie bei COPD
12.05.2015 | Airnergy AG

nachricht Chronische Wunden können heilen
16.10.2017 | Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum - Herz- und Diabeteszentrum NRW Bad Oeynhausen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz