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Ständige Erreichbarkeit: Mit Zeit der Beschäftigten wertschätzend umgehen

14.11.2013
Anrufe oder Mails vom Chef nach Feierabend oder im Urlaub sind längst kein Problem von Führungskräften mehr.

Etwa jeder zweite Beschäftigte erledigt manchmal Berufliches auch außerhalb der regulären Arbeitszeit. Mit dem Bericht „Die Auswirkungen arbeitsbezogener erweiterter Erreichbarkeit auf Life-Domain-Balance und Gesundheit“ fasst die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) den aktuellen arbeitswissenschaftlichen Kenntnisstand zum Thema „ständige Erreichbarkeit“ zusammen. Er macht deutlich, dass moderne Kommunikationsmittel Fluch und Segen zugleich sein können.

Für den Bericht wurden 23 nationale und internationale Studien unter die Lupe genommen. Die analysierten Studien zeigen, dass mehr Arbeit ins Privatleben Einzug hält. Je stärker, desto mehr nehmen die Beschäftigten die Beeinträchtigungen des Privatlebens durch die Arbeit wahr. Der empfundene Stress oder das Nicht-Abschalten vom Job verschlechtert ihre Befindlichkeit. Andererseits stärkt das Gefühl, gebraucht zu werden, die Arbeitszufriedenheit und Leistungsfähigkeit. Darüber hinaus eröffnet moderne Informationstechnologie neue Möglichkeiten, Privates und Beruf besser zu vereinbaren. So kann beispielsweise das Büro früher verlassen werden, weil man in Notfällen per Handy erreichbar ist oder Arbeit später zuhause erledigt.

Unternehmen, Führungskräfte und Beschäftigte stehen vor der Frage, wie ein sinnvoller gesundheitsförderlicher Umgang mit den neuen Technologien aussehen kann. Das Abstellen von eigenen Servern der Unternehmen nach 22 Uhr oder am Wochenende ist technisch machbar, kann aber nicht die alleinige Lösung sein. Vielmehr kommt es auf eine Kultur im Unternehmen mit einem wertschätzenden Umgang – auch mit der Zeit der Mitarbeiter – an. So lassen sich unnötige Anrufe vermeiden, wenn Kompetenzen und Übergaben klar geregelt sind. Zudem muss deutlich gemacht werden, ob und wann der Chef Erreichbarkeit vom Beschäftigten erwartet. In Fällen wo dauernd von einer „ständigen Erreichbarkeit“ die Rede ist, kann es durchaus sinnvoll sein, eine geregelte Bereitschaft oder eine Rufbereitschaft einzuführen.

Der BAuA-Bericht geht auch genauer auf den Begriff der ständigen Erreichbarkeit ein und stellt verwandte wissenschaftliche Konzepte dar. Außerdem beschreibt er, wie ständige Erreichbarkeit von Beschäftigten und Experten bewertet wird. Zukünftig sei es wichtig, stark betroffene Beschäftigtengruppen zu identifizieren und Risiken der ständigen Erreichbarkeit zu verringern, um gezielt präventiv schützen zu können.

„Die Auswirkungen arbeitsbezogener erweiterter Erreichbarkeit auf Life-Domain-Balance und Gesundheit“, Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2013; 48 Seiten.

Das PDF-Dokument gibt es unter http://www.baua.de/publikationen.

Forschung für Arbeit und Gesundheit
Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben – im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Über 600 Beschäftigte arbeiten an den Standorten in Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.

http://www.baua.de

Weitere Informationen:

http://www.baua.de/dok/4580542 Direkter Link zum Bericht „Die Auswirkungen arbeitsbezogener erweiterter Erreichbarkeit auf Life-Domain-Balance und Gesundheit“

Jörg Feldmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.baua.de
http://www.baua.de/dok/4580542

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