Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sprungfedern und Fallschirme für bessere Medikamente

15.01.2013
Wer ein Medikament einnimmt, erwartet, dass die darin enthaltenen Wirkstoffe möglichst vollständig vom Körper aufgenommen werden. Das ist jedoch nicht immer der Fall. In einem neuen Forschungsverbund arbeiten Pharmazeuten der Uni Würzburg daran, das Problem zu beheben.
Es klingt nach einer Selbstverständlichkeit: Wirkstoffe sollten – nachdem sie beispielsweise in Form einer Tablette einem Patienten zugeführt wurden – grundsätzlich möglichst vollständig aufgenommen werden. Das ist jedoch nicht immer gewährleistet. „Vor allem schlecht wasserlösliche Wirkstoffe können am Resorptionsort manchmal nur teilweise gelöst werden. Ihre Auflösung ist aber Voraussetzung einer effizienten Aufnahme“, erklärt Professor Lorenz Meinel.

Der Forschungsverbund

Meinel ist Inhaber des Lehrstuhls für Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie an der Universität Würzburg. In einem neuen Forschungsverbund arbeitet er daran, die Löslichkeit solcher Wirkstoffe zu verbessern und damit – wie es in der Fachsprache heißt – ihre „Bioverfügbarkeit“ zu erhöhen. Weitere Mitglieder des Forschungsverbunds sind der Lehrstuhl für Pharmazeutische und Medizinische Chemie der Universität Würzburg (Prof. Dr. Ulrike Holzgrabe), die Vasopharm GmbH in Würzburg und die ACC GmbH Analytical Clinical Concepts in Leidersbach. Die Bayerische Forschungsstiftung unterstützt das Projekt mit 254.000 Euro.

Das Vorhaben

„Springs and Parachutes“ – also „Sprungfedern und Fallschirme“ lautet der ungewöhnliche Name des Forschungsverbunds. Er bezieht sich auf das pharmazeutische Verhalten, das von den optimierten Wirkstoffen erwartet wird: Zum einen wollen die Wissenschaftler die Löslichkeit der Wirkstoffe um einen bestimmten Faktor erhöhen – das ist die Sprungfeder. Zum anderen soll dies über einen bestimmten Zeitraum hinweg geschehen – der Fallschirm verhindert den vorzeitigen „Absturz“. „Wir werden dafür mit Hilfe von Computermodellen geeignete Polymere auswählen und deren Interaktion mit den Wirkstoffen detailliert untersuchen“, beschreibt Meinel die Vorgehensweise. Zusätzlich wollen die Forscher Modelle entwickeln, die ihnen Vorhersagen darüber ermöglichen, ob ein bestimmter Wirkstoff gut oder schlecht gelöst werden kann.

Die Bayerische Forschungsstiftung

Die Bayerische Forschungsstiftung wurde als Stiftung des öffentlichen Rechts vom Freistaat Bayern 1990 ins Leben gerufen. Eines ihrer Ziele ist es, Bayern im internationalen Wettbewerb um neue Technologien zu stärken und zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen. Im Rahmen von Förderprojekten unterstützt die Forschungsstiftung deshalb die enge Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft.

Kontakt

Prof. Dr. Ulrike Holzgrabe, T: (0931) 31-85461;
E-Mail: holzgrab@pharmazie.uni-wuerzburg.de

Prof. Dr. Dr. Lorenz Meinel, T: (0931) 31-85471;
E-Mail: L.Meinel@pharmazie.uni-wuerzburg.de

Gunnar Bartsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie