Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sportwissenschaftliche Fakultät startet M.O.B.I.L.I.S.-Abnehmprogramm

14.03.2012
Die Sportwissenschaftliche Fakultät der Universität Leipzig startet Anfang Mai mit M.O.B.I.L.I.S. das bundesweit größte ambulante Adipositas-Schulungsprogramm, das stark übergewichtigen Menschen das Abnehmen erleichtern soll.

Am Mittwoch wurde das Projekt, zu dem neben Bewegung auch Ernährungsberatung, medizinische und psychologische Betreuung zählen, auf einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorgestellt.

Angeboten und praktisch umgesetzt wird M.O.B.I.L.I.S. vom Verein REHASPORT Leipzig e.V., der mehr seit zehn Jahren mit dem Institut für Gesundheitssport und Public Health der Universität Leipzig kooperiert. Hierzu wurde ein lokales Trainer-Ärzte-Team von den Programmentwicklern geschult:

Für das richtige Maß Bewegung wird Sportlehrer Martin Lange sorgen. Die psychologisch-pädagogische Betreuung übernimmt Psychologin Kristin Grahmann. Sie wird die Betroffenen auf dem Weg der Gewohnheitsänderung begleiten und coachen. Ernährungswissenschaftlerin Ulrike Böhm wird den Teilnehmern anstelle von starren Diätplänen und strengen Einschränkungen beim Essen mit der M.O.B.I.L.I.S.-Ampel einen Orientierungsrahmen für die richtige Lebensmittelauswahl vorgeben.

Frau Dr. Dagmar Reins schließlich überwacht mit medizinischen Untersuchungen den Gesundheitszustand der Gruppe. Die Gruppenleitung und Koordination liegt in den Händen des REHASPORT-Geschäftsführers Heiko Marx.

Jeder Fünfte ist adipös

Der Nationalen Verzehrstudie zufolge sind in Deutschland bereits zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen übergewichtig, jeder fünfte Bundesbürger sogar adipös. Übermäßige Leibesfülle beeinträchtigt nicht nur die Lebensqualität, sondern erhöht auch das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Die Ursache für diese dramatische Entwicklung ist ein Überschuss an Nahrungsenergie, ausgelöst durch das zu jeder Tageszeit verfügbare Überangebot an Essbarem. Hinzu kommt, dass der moderne Mensch es kaum nötig hat, sich körperlich zu betätigen. Professor Dr. Petra Wagner, Leiterin des Instituts für Gesundheitssport und Public Health an der Sportwissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig erklärt: "Genetisch unterscheiden wir uns kaum von unseren Vorfahren, wodurch die natürliche Waage zwischen Energiezufuhr und Energieverbrauch aus dem Gleichgewicht gerät. Deswegen ist es wichtig, die Ernährungsgewohnheiten anzupassen und vor allem auch unseren Lebensstil körperlich aktiver zu gestalten".

Um stark übergewichtigen Erwachsenen aus diesem Teufelskreis heraus zu helfen, hat Wagner das interdisziplinäre Schulungsprogramm M.O.B.I.L.I.S. nach Leipzig geholt. Das Vier-Säulen-Konzept setzt mit viel Bewegung, einem praktischen Leitfaden zur gesunden Ernährung, gezieltem Verhaltenstraining und medizinischer Begleitung auf langfristige Lebensstiländerung. Vorgesehen sind insgesamt 60 Treffen und drei Untersuchungen. Ins Leben gerufen wurde das gemeinnützige M.O.B.I.L.I.S.-Projekt vor rund zehn Jahren unter anderem von Wagners Kollegen an der Deutschen Sporthochschule Köln.

Als Pate unterstützt Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung die Aktion vor Ort. Er ist vom Ansatz des Programms überzeugt und begrüßt dessen Etablierung: "Das M.O.B.I.L.I.S.-Programm ist ein hervorragender interdisziplinärer und vor allem wissenschaftlich untersetzter Ansatz, die überschüssigen Pfunde in den Griff zu bekommen. Gerne habe ich daher die Patenschaft für das Programm hier in Leipzig übernommen. Ich wünsche den Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Erfolg, Kraft und Durchhaltevermögen."

Interessenten gesucht

Die BARMER GEK macht sich als M.O.B.I.L.I.S.-Partner jetzt auch in Leipzig für die nicht kommerzielle Initiative stark. Die Krankenkasse erstattet ihren Versicherten fast 90 Prozent der Schulungskosten, regelmäßige Teilnahme vorausgesetzt. Diesem Vorbild haben sich die meisten anderen Krankenkassen angeschlossen. "Mit M.O.B.I.L.I.S. liegt ein äußerst qualifiziertes Programm vor, das erfolgreich dazu beiträgt, eine unserer größten gesundheitspolitischen Herausforderungen zu meistern", sagt Dr. Jürgen Schermesser, der Regionalgeschäftsführer der BARMER GEK Leipzig.

Interessenten für die erste Leipziger Gruppe mit geplantem Start im Mai können sich unter der Telefonnummer 0761/503910 (M.O.B.I.L.I.S. e.V. in Freiburg) bewerben beziehungsweise vormerken lassen. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Online-Bewerbung gibt es auch im Internet unter: www.mobilis-programm.de.

Weitere Informationen:
Heiko Marx
Geschäftsführung REHASPORT Leipzig e.V.
Telefon: +49 341-30854587
E-Mail: rsl@rz.uni-leipzig.de
Prof. Dr. Petra Wagner
Institut für Gesundheitssport und Public Health der Universität Leipzig
Telefon: +49 341 9731650
E-Mail: petra.wagner@uni-leipzig.de
Onlineansicht mit Abbildungen:
http://www.zv.uni-leipzig.de/?id=674&ifab_modus=pmanzeige&ifab_id=4444

Susann Huster | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de
http://www.mobilis-programm.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Aktuelle Therapiepfade und Studienübersicht zur CLL
20.10.2017 | Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V.

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise