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Soziale Gesundheitswirtschaft: Mehr Gesundheit – Gute Arbeit – Qualitatives Wachstum

28.11.2011
Von der Anbieterperspektive zur ganzheitlichen Orientierung am Patienten - Zwei Expertisen aus dem Institut Arbeit und Technik dokumentieren Ergebnisse der FES/ver.di-Projektgruppe für ein neues Konzept

Das Zusammenspiel von Wirtschaft und Gesundheit neu denken – das will das Konzept der Sozialen Gesundheitswirtschaft, mit dem die dominierende Anbieterorientierung durch mehr Patientenorientierung abgelöst werden soll. Der Mensch steht im Mittelpunkt – sowohl als Patient, der Anspruch auf bestmögliche und sozial gerechte Versorgung hat, als auch als Arbeitskraft, die humane Arbeitsbedingungen und angemessene Entlohnung einfordert.

Das Konzept zur Sozialen Gesundheitswirtschaft wurde von wissenschaftlichen Experten, erfahrenen Praktikern und Gesundheitspolitikern in einer Reihe von Workshops der Vereinten Dienstleistungsgesellschaft ver.di und der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) erarbeitet. Wesentliche Ergebnisse dokumentieren zwei jetzt erschienene Expertisen aus dem Institut Arbeit und Technik (IAT / FH Gelsenkirchen).

Der Paradigmenwechsel von der Anbieter- zur ganzheitlichen Patientenorientierung bedeutet, dass der Bedarf der Bevölkerung an medizinischen und gesundheitsfördernden Leistungen im Zentrum steht und diese Angebote allen zukommen. Davon ausgehend sind die Versorgungsstrukturen (u.a. mit Ärzten, Krankenhäusern, Pharmaindustrie) in der Region auszurichten, inklusive der dafür nötigen Arbeitsplätze und Qualifizierungsangebote. „Die Diskussion um den Fachkräftemangel verengt derzeit den Blick auf ein rein quantitatives Problem. Die Qualität der Arbeit im Sinne einer nachhaltig, intelligent organisierten und humanzentrierten Gesundheitsarbeit wird aber ein entscheidender Faktor dafür sein, ob und wie viele Menschen in diesen Berufen künftig arbeiten wollen und können“, so die IAT-Forscherin Michaela Evans.

Von der Umsetzung des Konzepts der Sozialen Gesundheitswirtschaft erwarten die Autoren positive Impulse auf Beschäftigung und Wirtschaftswachstum, insbesondere in Verbindung mit einer steigenden Nachfrage nach medizinischen und gesundheitsfördernden Leistungen. Die Nachfrage wird vorrangig im Bereich Pflege entstehen. „Hier zahlt sich ökonomisch aus, wenn Wirtschaft im Dienste der Menschen steht“, rechnet der Gesundheitsökonom PD Dr. Josef Hilbert, Direktor des Instituts Arbeit und Technik. „Die alten Spannungen zwischen Wirtschaft und Gesundheit verlieren an Bedeutung, wenn eine neue Synergie zum Vorteil beider zur Gestaltungsperspektive wird.“

Weitere Informationen:
http://library.fes.de/pdf-files/wiso/08566.pdf (Arbeit und Qualifizierung in der Sozialen Gesundheitswirtschaft)

http://www.fes.de/cgi-bin/gbv.cgi?id=08567&ty=pdf (Soziale Gesundheitswirtschaft: Mehr Gesundheit – Gute Arbeit – Qualitatives Wachstum)

Ihre Ansprechpartner : Christoph Bräutigam, Tel.: 0209/1707-222, braeutigam@iat.eu; Michaela Evans, Tel.: 0209/1707-121, E-Mail: evans@iat.eu ; PD Dr. Josef Hilbert, Tel.: 0209/1702-120; hilbert@iat.eu

Claudia Braczko | idw
Weitere Informationen:
http://www.iat.eu/

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