Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sozial Schwache sind auf Schlaganfall besser vorbereitet

11.09.2008
Eine Hamburger Aufklärungs-Aktion zum Thema Schlaganfall hat aufgedeckt, dass Bewohner reicher Stadtteile schlechter Bescheid wissen, was bei ersten Krankheits-Symptomen zu tun ist.

In ärmeren Vierteln nannten in einer Umfrage deutlich mehr Menschen die richtige Notfallnummer - nämlich 112, so Prof. Dr. med. Christian Gerloff, Direktor der Neurologischen Universitätsklinik in Hamburg-Eppendorf.

Mehrere renommierte Schlaganfall-Experten stellten heute auf der
81. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) den neuen Stand der Schlaganfallforschung und -versorgung vor : In beiden Bereichen sind die Deutschen weltweit führend. "Wir haben 193 Stroke Units, so viele wie in den USA und Kanada zusammen, - und damit das beste System zur akuten Versorgung", erklärte Prof. Dr. med. Werner Hacke, Direktor der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg. Stroke Units sind spezielle Zentren, die sich auf die schnelle Diagnose und Behandlung des Schlaganfalls spezialisiert haben.

In ländlichen, schwach bevölkerten Gebieten setzt sich dagegen zunehmend die Ferndiagnose zwischen örtlicher Notaufnahme und Stroke Unit via Highspeed-Internet durch. Bei Schlaganfällen zählt jede Minute. Um schwere Folgeschäden zu verringern, sollte die richtige Behandlung innerhalb von 1,5 bis zwei Stunden beginnen.

"Diese Erfolge konnten erreicht werden, obwohl die finanziellen Mittel für die Erforschung von Schlaganfall im Vergleich mit anderen Krankheiten niedrig sind", erklärte Hacke. Die Investitionen in die Verbesserung von Diagnose und Therapie sind pro Patient bei Herzinfarkt vier Mal höher, bei Krebs zehn Mal und bei Aids sogar hundert Mal.

Telemedizin kann die Akutversorgung von Schlaganfall nicht ersetzen

"Schon jeder zweite Schlaganfall-Patient wird inzwischen in Stroke Units von einem speziell ausgebildeten Behandlungs- und Pflege- Team versorgt. Die weitere Verbesserung der Akut-Therapie bei Schlaganfall ist dennoch eine der großen Herausforderungen in der Neurologie. Denn diese Krankheit ist inzwischen die häufigste Gefäßerkrankung - und die Anzahl der Patienten wird sich aufgrund der Bevölkerungsentwicklung in den nächsten Jahren verdoppeln", betonte Prof. Dr. med. Martin Grond, Vorstandsmitglied der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft.

Mehr Aufklärungsaktionen gefordert

Die Hamburger Präventionskampagne "Hamburg gegen den Schlaganfall" hat es innerhalb eines halben Jahres mit Werbe- und Informationsmaßnahmen geschafft, rund 25 Prozent mehr Schlaganfall-Patienten in die spezialisierten Stroke Units zu bringen. Auf Bundesniveau hochgerechnet, könnten durch solche Aktionen 12.000 Menschen vor schweren Schäden oder sogar dem Tod bewahrt werden. "Bisher mussten wir uns die Aktion von Spenden aus der Industrie bezahlen lassen", so Grond. Es sei Zeit, dass auch die Gesundheitspolitik ihre öffentliche Hand zum Kampf gegen den Schlaganfall erhebt, fügt Werner Hacke hinzu.

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN) sieht sich als neurologische Fachgesellschaft in der gesellschaftlichen Verantwortung, mit ihren fast 6000 Mitgliedern die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu verbessern. Dafür fördert die DGN Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort- und Weiterbildung in der Neurologie. Sie beteiligt sich an der gesundheitspolitischen Diskussion. Die DGN wurde im Jahr 1907 in Dresden gegründet. Sitz der Geschäftsstelle ist die Bundeshauptstadt Berlin.

Geschäftsstelle Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.:
Prof. Dr. med. O. Busse,
Reinhardtstr. 14, 10117 Berlin,
Tel: 030 531437930, E-Mail: busse@dgn-berlin.org

Frank A. Miltner | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgn.org
http://www.dgn2008.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

nachricht Vorhersage entlastet das Gehirn
13.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie