Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Software verbessert Sprechen lernen nach Schlaganfall

18.07.2014

Schlaganfälle haben häufig den Verlust der Sprechfähigkeit zur Folge.

Die Behandlung dieser Aphasien ist ein langwieriger Prozess – in der Regel gibt es eine ambulante Therapie bei einem Logopäden mit gerade einmal zwei Sitzungen pro Woche. Hier setzt ein Spin-off aus dem Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik (TZI) der Universität Bremen mit dem Informatiker Erik Düselder, dem Kaufmann Hagen Schwiebert und der Logopädin Edyta Kaczynska an.


Das Bremer Gründerteam Erik Düselder, Hagen Schwiebert und Edyta Kaczynska

"TZI / Uni Bremen"

„Mit unserem Softwaresystem mit dem Arbeitstitel ‚Einfach Sprechen‘ können Aphasiker auf einem Tablet-PC zusätzlich zur professionellen Therapie jederzeit zusätzliche Übungen absolvieren. Der Clou ist dabei eine besondere Spracherkennung, die es dem Patienten ermöglicht, seine Fähigkeiten aktiv zu verbessern“, erläutert Hagen Schwiebert. „Die Basisaufgabe ist eine Wort-zu-Bild-Übung, bei der die Patienten ein angezeigtes Bild erkennen und das dazu passende Wort aussprechen müssen.“

Der Prototyp wurde bereits in einer Einzelfallstudie mit Erfolg getestet. Und auch wissenschaftliche Untersuchungen haben schon gezeigt, dass mit einer erhöhten Therapiefrequenz der Lernerfolg bei Aphasie-Patienten steigt. Idee und Konzept von „Einfach Sprechen“ haben die Gründungsförderer des Bundes und des Landes Bremen überzeugt. Es gab für das interdisziplinäre Team jeweils eine Förderung im EXIST-Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie im Bremer Förderprogramm für Unternehmensgründungen (BRUT).

Das TZI unterstützt das Spin-off auf doppelte Weise. Professor Michael Lawo von der Arbeitsgruppe Künstliche Intelligenz begleitet „Einfach Sprechen“ als Mentor. Zudem stellt das TZI Infrastruktur in Form von Technik, Projekt-Abrechnung oder Sekretariat zur Verfügung. Und auch inhaltlich gibt es Anknüpfungspunkte.

„Im EU-Projekt Rehab@Home entwickeln wir Serious Games für die motorische Rehabilitation nach Schlaganfällen. Dabei kooperieren unsere Wissenschaftler eng mit Praktikern aus Rehabilitationseinrichtungen in Österreich und Italien. Bei Evaluation und Vermarktung von ‚Einfach Sprechen‘ könnte uns diese Vernetzung helfen, da diese Einrichtungen natürlich neben motorischen Beeinträchtigungen auch Aphasie behandeln“, erläutert Professor Lawo. „Einfach Sprechen“ ist schon das fünfte Spin-off aus dem TZI über die Förderung aus dem EXIST-Programm.

Zielgruppe des Softwaresystems sind neben Reha-Kliniken vor allem logopädische Praxen. „Ihnen geben wir ein Werkzeug an die Hand, mit dem sie ihr therapeutisches Angebot nachhaltig erweitern, eine Qualitätssteigerung in der Therapieleistung erreichen und sich so von der Konkurrenz abheben können“, sagt Erik Düselder.

„Einfach Sprechen“ unterstütze die Arbeit der Sprachtherapeuten, die weiterhin im Zentrum einer Therapie stehen. „Wir wollen und können die Logopäden gar nicht ersetzen“, fügt Edyta Kaczynska hinzu. Vielmehr sollen die Sprachtherapeuten über das geplante, angeschlossene Webportal weitere Funktionen nutzen, wie eine zum Teil automatisierte Dokumentation, Terminplanung und Rezeptverwaltung.

„Dadurch werden Praxen in die Lage versetzt, ihre Leistungen gegenüber Ärzten und Krankenkassen durch vorher nicht existierende Kennzahlen zu belegen sowie ihre internen Arbeitsprozesse zu optimieren“, erklärt Logopädin Kaczynska.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
TZI Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik
Knut Köstergarten
Tel.: 0421/3800353 oder 0176/28059267

Eberhard Scholz | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-bremen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs
13.12.2017 | Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg

nachricht Gefäßregeneration: Wie sich Wunden schließen
12.12.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Was für IT-Manager jetzt wichtig ist

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

30 Baufritz-Läufer beim 25. Erkheimer Nikolaus-Straßenlauf

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten