Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Softdrinks machen Menschen dick

03.04.2009
Getränke als Kalorienträger problematischer als Essen

Wer abnehmen will, muss in erster Linie auf zuckerhaltige Getränke verzichten.

Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health. Bisher wurden die Getränke als Kalorienträger weit unterschätzt und viel mehr Gewicht auf feste Nahrungsmittel gelegt. Wer aber effektiv Gewicht verlieren will, sollte auf die süßen Getränke verzichten.

Bei der Studie wurden 810 Erwachsene im Alter von 25 und 79 Jahren über einen Zeitraum von 18 Monaten untersucht. Nach den Erkenntnissen der US-Forscher, die ihre Probanden nach sechs und 18 Monaten gewogen und gemessen hatten und täglich nach den Ernährungsgewohnheiten fragten, waren gezuckerte Softdrinks mit 37 Prozent die wichtigste Quelle der flüssigen Kalorienzufuhr. Der steigende Konsum von Softdrinks stehe auch in Zusammenhang damit, dass die US-Amerikaner gewichtsmäßig in den vergangenen Jahren stark zugelegt haben.

"Die Ergebnisse sind durchaus nachvollziehbar", meint die Ernährungsmedizinerin Sonja Schwinger im pressetext-Interview. Das sei in der Zwischenzeit auch in Europa ähnlich, meint die Expertin. "Insbesondere für die Alpenländer ist das schwer nachvollziehbar, weil es hier das beste Trinkwasser gibt."

Die Trinkgewohnheiten sind allerdings stark Generationen-abhängig. Beobachtbar sei, dass Menschen der älteren Generation eher zu einem Glas Wasser oder verdünntem Saft greifen. Jüngere bevorzugen in erster Linie gezuckerte oder künstlich gesüßte Soft- und Energydrinks.

"Das Durstgefühl ist für einen gesunden Stoffwechsel deshalb so wichtig, damit Schadstoffe aus dem Körper geschwemmt werden", erklärt die Medizinerin. Viele Menschen würden aber zu wenig Durstgefühl empfinden und zudem noch Getränke zu sich nehmen, die dieses Durstgefühl nur scheinbar stillen. "Wer abnehmen will, muss nicht nur auf die Ernährung achten, sondern auch darauf genug Wasser zu sich zu nehmen." Schwinger betont auch, dass es keine Notwendigkeit gebe, in Schulen Getränkeautomaten mit gezuckerten oder künstlich-gesüßten Softdrinks aufzustellen. "Das ist definitiv der falsche Weg. In Wirklichkeit gehören diese Automaten verboten und gegen Trinkbrunnen mit Wasser ersetzt", so die Medizinerin abschließend im pressetext-Interview.

Nach einer vorherigen Studie der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health werden 2015 rund 75 Prozent der erwachsenen US-Bürger übergewichtig oder gar fettleibig sein. "Unter den Getränken waren die gezuckerten Softdrinks die einzigen Getränke, die mit einer signifikanten Gewichtsveränderung sowohl bei im sechs- als auch im 18-monatigen Untersuchungszeitraum in Verbindung standen", so Studienautor Liwei Chen.

"Veränderungen im Konsumverhalten von künstlich gesüßten und alkoholischen Getränken wurden umgekehrt mit Gewichtsverlust assoziiert, waren aber statistisch nicht signifikant", erklärt der Forscher. An der Ausarbeitung von Empfehlungen zum Konsum von gezuckerten Softdrinks werde gearbeitet. Erst Ende 2008 hatte eine Studie der Forschungseinrichtung ergeben, dass es in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einer rapiden Zunahme der Konsumation von gezuckerten Softdrinks in den USA gekommen ist.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.jhsph.edu
http://www.ganzheitlichemedizin.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Innovative Antikörper für die Tumortherapie
20.02.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Nervenschmerzen zukünftig wirksamer behandeln
20.02.2017 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit den Betriebsräten Sozialpläne

21.02.2017 | Unternehmensmeldung

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zur Sprache gebracht: Und das intelligente Haus „hört zu“

21.02.2017 | Messenachrichten