Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Skin Cancer Screening: Gemeinschaftsprojekt soll Früherkennung von Hautkrebs erleichtern

02.10.2013
Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert „Skin Cancer Screening“ mit rund 1,7 Millionen Euro

Das Muttermal ist dunkel, fast schwarz und relativ groß. Doch ob es sich um ein Melanom oder um einen harmlosen Leberfleck handelt, ist mit dem menschlichen Auge mitunter schwer zu erkennen. Ein umfassendes Hautscreening, das Dermatologen hilft, eine präzise Diagnose zu stellen, wird immer wichtiger, dann jedes Jahr erkranken allein in Deutschland mehr als 200.000 Menschen an Hautkrebs. Ein gemeinsames Forschungsvorhaben von Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft hat das Ziel, mittels neuer Methoden die Früherkennung von Hautkrebs deutlich zu verbessern.

Das Muttermal ist dunkel, fast schwarz und relativ groß. Doch ob es sich um ein Melanom oder um einen harmlosen Leberfleck handelt, ist mit dem menschlichen Auge mitunter schwer zu erkennen. Ein umfassendes Hautscreening, das Dermatologen hilft, eine präzise Diagnose zu stellen, wird immer wichtiger, dann jedes Jahr erkranken allein in Deutschland mehr als 200.000 Menschen an Hautkrebs. Ein gemeinsames Forschungsvorhaben von Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft hat das Ziel, mittels neuer Methoden die Früherkennung von Hautkrebs deutlich zu verbessern.

Beteiligt sind die Leibniz Universität Hannover, die Medizinische Hochschule Hannover, die Hochschule Hannover, die Universitätsmedizin Göttingen der Georg-August-Universität und das Hannoverschen Zentrum für Optische Technologien (HOT) sowie als Partner aus der Industrie die Firmen Lüllau Engineering GmbH, tpm taberna pro medicum GmbH und die Basys GmbH aus Lüneburg. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert „Skin Cancer Screening“ für zwei Jahre mit insgesamt rund 1,7 Millionen Euro.

Bislang werden zur Früherkennung von Hautkrebs eher einfache Diagnoseverfahren wie etwa das ABCDE-Schema herangezogen, das die Beschaffenheit eines Leberflecks beschreibt. A steht dabei für Asymmetrie, B für Begrenzung zum umliegenden Gewebe, C für Colour - also für die Farbe, D für den Durchmesser und E für Evolution. Ändert sich eine der Eigenschaften in kurzer Zeit, so könnte das ein Hinweis auf ein Melanom sein. Eine korrekte Diagnose hängt bislang stark von der Erfahrung des behandelnden Arztes ab.

Die Forscherinnen und Forscher entwickeln ein digitales Dermatoskopiegerät, das sowohl bei der Diagnose als auch bei der Therapie eingesetzt werden kann. Ein automatisiertes Ganzkörper-Hautkrebs-Screening soll die Genauigkeit von Diagnosen erheblich verbessern und den Arzt bei seiner Beurteilung unterstützen. So soll es möglich sein aus einem Übersichtsbild Muttermale zu detektieren, den Umriss eines Muttermals genau zu segmentieren, um dann im Anschluss das betroffene Gebiet automatisch zu analysieren. Eine virtuelle Ampel zeigt dem Arzt potentiel gefährliche Muttermale an.

Hilfe bei dieser visuellen Erkennung liefert das Forscherteam um Prof. Dr.-Ing. Bodo Rosenhahn vom Institut für Informationsverarbeitung an der Leibniz Universität Hannover. Die Wissenschaftler arbeiten an der benötigten Bildanalyse des Systems: Neben der Detektion von Muttermalen aus Übersichtsbildern, ist es beispielsweise möglich, Haare, die eine exakte Analyse verhindern, per Mausklick aus dem Foto zu entfernen. Um dies zu erreichen, mussten die Experten zunächst die Haare detektieren und in einem zweiten Schritt die entstehenden Lücken mittels eines Inpaintingverfahrens ergänzen. Machine-Learning Verfahren werden dann eingesetzt um eine automatische Entscheidung zu treffen ob es sich bei dem Muttermal um potentiellen Hautkrebs handelt oder nicht.

Am Hannoverschen Zentrum für Optische Technologien entwicket das Team um Dr. Merve Wollweber das optische Bildgebungssystem für das automatisierte Hautkrebsscreening. Damit das neue digitale Dermatoskopie-Gerät den Körper des Patienten automatisch abscannen kann, müssen mikroskopische Aufnahmen statt in Hautkontakt aus etwa einem halben Meter Abstand vom Patienten gemacht werden können. Das an der LUH entwickelte System ermöglicht bereits farbtreue Bilder in HD-Auflösung und ohne Bewegungsartefakte. Es nutzt polarisiertes Licht, um störende Reflektionen von der Hautoberfläche zu unterdrücken. Derzeit wird daran gearbeitet, eine hinreichender Schärfentiefe auch für Läsionen an gekrümmten Flächen wie den Füßen zu erreichen – ein weiterer großer Vorteil gegenüber herkömmlichen Kontakt-Systemen.

Hinweis an die Redaktion:
Für weitere Informationen steht Ihnen Prof. Dr.-Ing. Bodo Rosenhahn, Institut für Informationsverarbeitung an der Leibniz Universität Hannover, unter Telefon +49 511 762 5316 oder per E-Mail unter rosenhahn@tnt.uni-hannover.de gern zur Verfügung.

Mechtild Freiin v. Münchhausen | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hannover.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein
02.12.2016 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Epstein-Barr-Virus: von harmlos bis folgenschwer
30.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie