Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sichere Lebensmittel - auch im bio- und agroterroristischen Schadensfall

08.11.2011
BfR erhält Forschungsmittel zur Sicherung von Warenketten

Die Qualität und Sicherheit der Futter- und Lebensmittel ist gesetzlich geregelt und wird durch strenge Bestimmungen in der Lebensmittelhygieneverordnung überwacht.

„Um dazu beizutragen, auch künftig höchste Sicherheit in der Lebensmittelwarenkette gewährleisten zu können, müssen auch mögliche neue Risiken berücksichtigt werden“, sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Das BfR koordiniert das durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Verbundprojekt Sicherstellung der Futter- und Lebensmittelwarenkette bei bio- und agro-terroristischen (BAT)-Schadenslagen (SiLeBAT).

Im Projekt SiLeBAT sollen innovative Lösungen für die Prävention und Schadensbegrenzung entwickelt werden, damit die Versorgungssicherheit der Bevölkerung auch im bio- und agro-terroristischen Schadensfall gesichert werden kann. Dabei werden Szenarien betrachtet, die sowohl eine direkte Kontamination von Lebensmitteln als auch eine indirekte Kontamination über absichtlich infizierte Nutztiere oder Futtermittel abbilden.

Bioterrorismus ist eine Form des Terrorismus, bei der Mikroorganismen oder deren Toxine für Anschläge gegen Menschen oder absichtliche Kontaminationen verwendet werden. Unter Agroterrorismus versteht man die mutwillige Verbreitung von Krankheiten für Pflanzen und Tiere. Lebensmittel- und Versorgungseinrichtungen könnten Ziele vorsätzlicher Kontaminationen durch bioterroristische Agenzien sein.

Im Projekt SiLeBAT werden konkrete Lösungsansätze zur Sicherstellung der Lebensmittelversorgung der Bevölkerung für den Fall von bio- und agro-terroristischen (BAT)-Schadenslagen erarbeitet. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit ca. 7 Millionen Euro gefördert. Die Projektkoordination und -umsetzung am BfR erfolgt in der Abteilung Biologische Sicherheit. Neben dem BfR sind die folgenden Einrichtungen am Verbund beteiligt: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), Friedrich-Löffler Institut (FLI), Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI), Max-Rubner Institut (MRI), Institut für Tierernährung der Freie Universität Berlin, Institut für Tierwissenschaften der Universität Bonn, Analytik Jena AG, BALVI GmbH (IT-Unternehmen, Schwerpunkt: Lebensmittelsicherheit). Gemeinsam arbeiten die Verbundpartner, unterstützt durch assoziierte Partner aus Ländern und Verbänden sowie Wirtschaftsunternehmen, an Lösungsansätzen zur Prävention und Früherkennung von sowie Schadensbegrenzung bei bio- und agroterroristischen Schadenslagen.

Alle Projektbeteiligten sind sich einig, dass im bio- und agroterroristischen Schadensfall effektives und abgestimmtes Handeln nur bei schneller Verfügbarkeit umfassender und valider Fachinformationen möglich ist. Deshalb liegt ein Arbeitsschwerpunkt auf der strukturierten Erfassung und Entwicklung relevanter Fachinformationen aus den Themenbereichen Epidemiologie, Überlebensfähigkeit von schädlichen Mikroorganismen und Beständigkeit von Biotoxinen in Lebensmittel-Matrizes, Verfügbarkeit und Effektivität von Nachweisverfahren, Probenaufbereitungsverfahren und Dekontaminationsverfahren. Aus den Fachinformationen sollen entsprechende Handlungsempfehlungen abgeleitet werden, die dann ebenfalls elektronisch abrufbar sind. Darüber hinaus werden computer-basierte Verfahren zur Bewertung von Risiken und Handlungsoptionen entwickelt. Experimentelle Arbeiten werden unterstützend in den Bereichen durchgeführt, wo Fachinformationen nur unvollständig vorhanden sind oder gar nicht vorliegen. Ziel ist es zudem, eine informationstechnische Lösung zu erarbeiten, die den Akteuren im Bedarfsfall alle im Projekt entwickelten und freigegebenen Ressourcen über eine speziell konzipierte, gesicherte und erweiterbare Informationsplattform zugänglich macht. Für die praktische Anwendung wird ein Übungs- und Schulungskonzept erarbeitet und exemplarisch umgesetzt.

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftliche Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

Dr. Suzan Fiack | idw
Weitere Informationen:
http://www.bfr.bund.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie