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Seltene Muskelkrankheiten verstehen: RUB-Mediziner koordinieren Verbund

27.05.2009
Muskeldystrophie-Netzwerk (MD-Net) wird weitergefördert
RUB-Mediziner koordinieren bundesweiten Verbund

Mit rund 1,7 Mio. Euro fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung das deutsche Muskeldystrophie-Netzwerk (MD-Net) bis 2011 weiter. Das Netzwerk, an dessen Koordination Prof. Dr. Matthias Vorgerd (Neurologie, RUB-Klinikum Bergmannsheil) beteiligt ist, dient der Erforschung seltener erblicher Muskelkrankheiten, die mit Muskelschwäche und Muskelschwund einhergehen und tödlich enden können. Beteiligt sind Ärzte und Wissenschaftler aus ganz Deutschland.

Bochum gehört neben der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und der Universität Freiburg zu den drei Koordinationszentren des Netzwerks. Die zentrale Koordination liegt beim Friedrich-Baur-Institut des Münchener Universitätsklinikums.

Krankheit schreitet unaufhaltsam fort

Einige zehntausend Menschen in Deutschland sind von Muskeldystrophien betroffen; da weniger als einer von 2.000 Menschen darunter leidet, gelten sie als "seltene Erkrankung". Für die Patienten sind sie fatal: Muskelschwäche und Muskelschwund führen früher oder später zu erheblichen Behinderungen oder sogar zum Tod. Muskeldystrophien sind vielgestaltig, ihre genetischen Ursachen teils noch unbekannt. Aussicht auf Heilung gibt es noch nicht. Um die Grundlagen aufzuklären und Therapieansätze auszumachen, arbeiten im MD-Net seit 2003 Forscher aus Neurologie, Neuropädiatrie, Neuropathologie, Humangenetik, Innerer Medizin, Physiologie, Entwicklungsbiologie, Molekularer Pathologie, Zellbiologie und Biochemie zusammen.

Übergreifende Servicestruktur verbessert die Versorgung

Durch die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern, Ärzten und Experten im Netzwerk ist das Verständnis für die Entstehung und Behandlung der mindestens 30 unterschiedlichen genetischen Erkrankungen bereits erheblich gewachsen. Besondere Leistung des Netzwerks ist eine übergreifende Servicestruktur: Alle Teilnehmer haben Zugang zu den neuesten diagnostischen Technologien, was einer stetig verbesserten Versorgung betroffener Patienten zu Gute kommt. Die Bewilligung der erneuten Forschungsförderung erlaubt es, die erfolgreiche Kooperation fortzusetzen und die Diagnose und Therapie dieser Erkrankungen weiter voran zu treiben.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Matthias Vorgerd, Neurologische Klinik der Ruhr-Universität Bochum, Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil GmbH, Bürkle-de-la-Camp-Platz 1, 44789 Bochum, Tel.: 0234/302-6810, Fax: 0234/302-6888, E-Mail: matthias.vorgerd@rub.de

Redaktion: Meike Drießen

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.md-net.org

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