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Sehstörungen erhöhen Suizidrisiko - Augenuntersuchungen laut DOG auch im Alter wichtig

28.08.2008
Schwerwiegende Augenkrankheiten sind nicht nur eine körperliche Behinderung.

Der Verlust der Sehkraft geht für die meisten Menschen auch mit psychischen Belastungen einher. Wenn im Alter weitere körperliche Gebrechen hinzukommen, sind viele Patienten mit Sehstörungen selbstmordgefährdet, warnt Professor Dr. med. Frank G. Holz, Präsident der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG), anlässlich einer aktuellen Untersuchung. Augenärztliche Diagnostik und Therapie sei gerade auch im Alter unerlässlich.

Eine in den USA durchgeführte Studie hatte eine repräsentative Gruppe von Menschen nach ihrem Gesundheitszustand befragt. Die Ergebnisse legen die Vermutung nahe, dass Menschen mit Sehstörungen ein erhöhtes Selbstmordrisiko aufweisen. Ein eindeutiger Zusammenhang konnte nachgewiesen werden, wenn die Befragten neben einer Sehstörung an weiteren chronischen Erkrankungen litten: Diese Menschen hatten ein um zwei Drittel erhöhtes Suizidrisiko.

Auch wenn dieses Ergebnis noch in weiteren Studien erhärtet werden muss, überrascht es den Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn nicht: "Wir beobachten immer wieder, dass der Verlust der Sehkraft vor allem bei älteren Menschen einschneidende Folgen für die Lebensqualität bedeutet." Oft beginne es damit, dass Betroffene aufgrund ihrer verminderten Sehkraft nicht mehr am Straßenverkehr teilnehmen können oder sich dieses nicht mehr zutrauen. Ophthalmologe Professor Holz: "Wenn dann weitere Erkrankungen hinzukommen, verlassen viele ihr Haus gar nicht mehr." Der Verlust regelmäßiger sozialer Kontakte ziehe zunehmend Depressionen und Vereinsamung nach sich.

Viele Sehstörungen sind den Betroffenen äußerlich nicht anzumerken, so Holz. Oft werde das Problem deshalb selbst von den nächsten Angehörigen nicht erkannt. Auch aus diesem Grund seien gerade viele ältere Menschen augenärztlich unterversorgt. Häufige Augenerkrankungen wie die altersabhängige Makuladegeneration oder die diabetische Retinopathie, eine durch Diabetes mellitus hervorgerufene Netzhauterkrankung, würden dadurch nicht diagnostiziert oder behandelt.

Eine rechtzeitige augenärztliche Behandlung sowie rehabilitative Maßnahmen wie die Anpassung vergrößernder Sehhilfen, können die Situation der Patienten deutlich verbessern. Nach Einschätzung von Professor Holz tragen sie häufig dazu bei, die Selbstständigkeit älterer Menschen zu erhalten. "Hohes Alter muss nicht zwangsläufig mit eingeschränktem Sehvermögen einhergehen. Wichtig und unerlässlich ist jedoch der regelmäßige Besuch beim Augenarzt", resümiert der Präsident der DOG.

Die DOG (Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft) ist die medizinisch-wissenschaftliche Fach¬gesellschaft für Augenheilkunde in Deutschland. Sie vereint unter ihrem Dach mehr als 5.400 Ärzte und Wissenschaftler, die augenheilkundlich forschen, untersuchen und behandeln. Wesentliches Anliegen der DOG ist es, die Forschung in der Augenheilkunde zu fördern: Sie unterstützt wissenschaftliche Projekte und Studien, veranstaltet Kongresse und gibt wissenschaftliche Fachzeitschriften heraus. Darüber hinaus setzt sich die DOG für den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Augenheilkunde ein, indem sie zum Beispiel Stipendien vor allem für junge Forscher vergibt. Gegründet im Jahr 1857 in Heidelberg, ist die DOG die älteste medizinisch-wissenschatliche Fachgesellschaft der Welt

Kontakt für Rückfragen:

Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG)
Pressestelle
Anna Julia Voormann
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931 552
Telefax: 0711 8931 167
voormann@medizinkommunikation.org

Anna Julia Voormann | idw
Weitere Informationen:
http://www.dog.org

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