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Schwangere mit tiefem Oxytocin-Wert erkranken häufiger an Wochenbettdepression

11.05.2011
Haben Schwangere einen tiefen Pegel des Hormons Oxytocin im Blut, steigt ihr Risiko, nach der Geburt Symptome einer Wochenbettdepression zu entwickeln.

Das berichten Forschende der Universität Basel in der Online-Ausgabe des US-Fachmagazins «Neuropsychopharmacology».

Zahlreiche Mütter erkranken nach der Geburt ihres Kindes an einer auch Wochenbettdepression genannten postpartalen Depression. Typische Symptome sind unter anderem Niedergeschlagenheit, Erschöpfung und Schlafstörungen – ähnlich wie bei depressiven Störungen, die nicht mit einer Geburt verbunden sind.

Die Forscherinnen und Forscher um PD Dr. Gunther Meinlschmidt von der Universität Basel haben nun den Zusammenhang zwischen einer postpartalen Depression und dem Hormon Oxytocin untersucht. Dieses hat über die ganze Phase von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett eine wichtige Bedeutung: Oxytocin löst etwa die Geburtswehen aus und regt die Milchfreisetzung an.

Die Forschenden analysierten den Oxytocin-Wert im Blut von 74 Schwangeren und erhoben nach der Geburt mit einem Fragebogen die Stimmungslage der Frauen. Dabei stellten sie fest, dass ein tiefer Oxytocin-Spiegel in den letzten vier Schwangerschaftsmonaten mit einem erhöhten Risiko verbunden ist, in den ersten zwei Wochen nach der Geburt Symptome einer Wochenbettdepression zu entwickeln. Ein tiefer Oxytocin-Pegel kann somit als möglicher Vorbote einer postpartalen Depression gelten.

Dieser Befund stützt frühere Forschungsergebnisse, die Oxytocin bereits mit der Entstehung von Depressionen und der körperlichen Reaktion auf Stress in Verbindung gebracht haben. Ein besseres Verständnis dieser Mechanismen könnte dazu beitragen, eine vorbeugende Behandlung gegen die Wochenbettdepression zu entwickeln.

Originalbeitrag
Marta Skrundz, Margarete Bolten, Irina Nast, Dirk H. Hellhammer & Gunther Meinlschmidt
Plasma Oxytocin Concentration during Pregnancy is associated with Development of Postpartum Depression

Neuropsychopharmacology advance online publication, 11 May 2011 | doi:10.1038/npp.2011.74

Weitere Auskünfte
PD Dr. Gunther Meinlschmidt, Universität Basel, Fakultät für Psychologie, Abteilung für Klinische Psychologie und Epidemiologie, Tel. +41 (0)61 267 02 75, E-Mail: gunther.meinlschmidt@unibas.ch

Hans Syfrig Fongione | idw
Weitere Informationen:
http://www.unibas.ch

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