Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schonender Ultraschall statt gefährlicher Strahlen

07.08.2008
Immer häufiger kann medizinischer Ultraschall risikoreichere Verfahren wie Computertomografie (CT) oder Röntgen ablösen.

Vor allem für Kinder und Schwangere bietet die Sonografie eine schonende Alternative. Ein besonderer Vorteil der Sonografie: Anders als bei CT oder Röntgen sind Patienten bei der Ultraschalluntersuchung keinem Strahlenrisiko ausgesetzt, wie die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) betont. Dadurch lässt sich Ultraschall beliebig oft einsetzen.

"Medizinische Ultraschallverfahren sind in den letzten Jahren immer leistungsfähiger und aussagekräftiger geworden", sagt Professor Dr. med. Christian Arning, Vizepräsident der DEGUM. Doch damit steige beim medizinischen Ultraschall nicht auch das Risiko für den Patienten, so der Neurologe von der Asklepios Klinik in Hamburg-Wandsbek. Anders bei der CT: Zur Diagnose von Blinddarmentzündungen bei Kindern zum Beispiel setzen viele Kliniken heute kurzentschlossen den Computertomografen ein. Zwar ist das Verfahren einfach und hilfreich für die Diagnose. Gleichzeitig steigt jedoch mit der Zahl der Untersuchungen die Strahlenbelastung. Diese ist bei einer CT der Bauchorgane schon heute 50-fach höher als bei früheren Röntgenuntersuchungen.

Gerade bei Kindern werde mit dem CT eine nicht vernachlässigbare Strahlendosis erreicht, warnt Professor Arning. Das Krebsrisiko durch eine einzelne CT-Untersuchung sei zwar gering. Doch bei vielen Menschen bleibt es nicht bei einer Untersuchung. Die Zahl der CT-Untersuchungen ist in Deutschland in den letzten Jahren stark angestiegen. Jährlich führen Ärzte fast zehn Millionen CTs durch. "Verglichen mit 135 Millionen Röntgenuntersuchungen - und hierin ist Deutschland Weltspitze - scheint dies wenig", sagt Neurologe Arning.

Doch auf die CTs entfällt mehr als die Hälfte der gesamten Strahlenbelastung durch Röntgenaufnahmen. Auch Radiologen schlagen Alarm: US-Experten befürchten, dass CT-Untersuchungen in einigen Jahren für 1,5 bis 2 Prozent aller Krebserkrankungen verantwortlich sein werden. Die DEGUM fordert deshalb auch für Deutschland eine offene Diskussion über die Strahlenrisiken bestimmter medizinischer Untersuchungen.

Denn in vielen Fällen kann Ultraschall die Computertomografie ablösen. Anders als das CT kommt die Sonografie völlig ohne ionisierende Strahlung aus. Die Bilder entstehen durch die Reflexion von Schallwellen an den Grenzflächen verschiedener Gewebe. Die einzige mögliche Nebenwirkung wäre eine Erwärmung des Gewebes. Diese thermischen Effekte sind bei qualifizierter Anwendung heutiger Geräte jedoch minimal, versichert Professor Merz, Präsident der DEGUM und Direktor der Frauenklinik am Krankenhaus Nordwest in Frankfurt am Main.

Hintergrund:
Brenner DJ, Hall EJ. Computed tomography-an increasing source of radiation exposure.

N Engl J Med 2007; 357: 2277-84

| idw
Weitere Informationen:
http://awmf.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften