Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schonender Herzklappenersatz per Katheter erhöht Sicherheit für Patienten

30.07.2013
Erfolgreiche Premiere am Universitäts-Herzzentrum des UKJ / Speziell ältere Patienten profitieren von dem schonenden Verfahren

Erstmals in Thüringen wurde am Universitätsklinikum Jena (UKJ) nun eine neuartige Herzklappenprothese bei einer Patientin eingesetzt. Das Besondere: Anders als andere Herzklappen kann das jetzt am universitären Herzzentrum Jena genutzte neue Modell beim Einsetzen mit dem Katheter falls erforderlich mehrfach bis zum Erreichen besten Klappenposition neu platziert werden.

„So können wir mit nur einem minimal-invasiven Eingriff ein optimales Ergebnis für die Patienten erzielen“, erklärt Prof. Dr. Hans R. Figulla, Direktor der Klinik für Innere Medizin I (Kardiologie, Angiologie, Pneumologie) am Thüringer Universitätsklinikum.

Die Eingriffe führen die Kardiologen des Jenaer Universitätsklinikums gemeinsam mit den Herzchirurgen des UKJ durch. Das Universitäts-Herzzentrum des UKJ zählt zu den deutschlandweit führenden Einrichtungen in der innovativen katheterbasierten Behandlung von Herzklappenerkrankungen. „Um die Versorgung unser Patienten mit Herzklappenerkrankungen weiter zu verbessern, arbeiten am UKJ Mediziner verschiedener Fachrichtungen eng zusammen“, so Prof. Dr. Torsten Doenst, Direktor der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie. Rund 150 Herzklappen unterschiedlicher Modelle setzen die Herzmediziner aus Jena jährlich mit dem Katheter ein. Deutschlandweit wurde die neue Herzklappe bislang erst an drei anderen Kliniken eingesetzt.

Mehr Sicherheit speziell für ältere Patienten

Speziell für ältere Patienten und Menschen mit schweren Vorerkrankungen bedeute die neue Klappe eine Verbesserung durch eine größere Sicherheit während des Kathetereingriffs. Prof. Figulla: „Die Patienten sind während des Einsetzens bei Bewusstsein, es ist in der Regel keine komplette Narkose nötig. Der Eingriff ist so schonend wie möglich und dauert zwischen 45 Minuten und einer Stunde.“

Die neue Herzklappe („St. Jude Portico“) wird dabei mit einem Stent (Drahtgeflecht) über die Leiste der Patienten eingeführt. Nach der Platzierung im Herzen, die permanent am Monitor im speziellen Herzkatheterlabor des UKJ überwacht wird, entfaltet sich der Stent. Die ursprüngliche Herzklappe wird an die Herzwand gedrückt und die neue Klappe übernimmt ihre Funktion. „Dieses Vorgehen wurde in den vergangenen Jahren permanent weiter verbessert und hat vielen Menschen geholfen. Neu ist nun, dass wir die Klappe wieder direkt im Herzen auch wieder einklappen können und unmittelbar nachjustieren können. Früher war dazu ein weiterer Eingriff nötig“, erklärt Privat-Dozent Dr. Alexander Lauten, Oberarzt in Kardiologie des UKJ. Er ist zudem überzeugt: „Katheterverfahren für die Behandlung von Herzklappenerkrankungen nehmen in einer älter werdenden Gesellschaft an Bedeutung zu, da die Belastungen des Eingriffs für die Patienten in der Regel geringer sind als bei einer konventionellen Operation.“ Wichtig sei dabei immer die besondere Erfahrung in der Behandlung von Herzklappenpatienten, die z.B. am UKJ in enger Zusammenarbeit von Kardiologen und Herzchirurgen erfolgt.

Hintergrund: Oft werden Herzklappenerkrankungen zudem erst sehr spät erkannt, da sie sehr langsam fortschreiten. Meist suchen Patienten den Arzt auf, wenn sie über Atemnot oder eine geminderte Leistungsfähigkeit klagen oder aber die Erkrankungen werden bei Routineuntersuchungen festgesellt.

Kontakt:
Universitätsklinikum Jena (UKJ)
Priv.-Doz. Dr. Alexander Lauten
Universitäts-Herzzentrum Jena
Erlanger Allee 101, 07747 Jena
Telefon: 03641 / 9324150 oder 03641 / 9324143

Stefan Dreising | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinikum-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Titandioxid-Nanopartikel können Darmentzündungen verstärken
19.07.2017 | Universität Zürich

nachricht Künftige Therapie gegen Frühgeburten?
19.07.2017 | Universitätsspital Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten