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Schnelles Laserlicht gegen trübe Augenlinsen

09.06.2011
Erstmals in Deutschland hat die Universitäts-Augenklinik Heidelberg eine neue Methode zur Operation des Grauen Stars eingesetzt

Der sogenannte Femtosekundenlaser sorgt jetzt an der Universitäts-Augenklinik Heidelberg dafür, dass bei der Operation des Grauen Stars wichtige Schritte präziser und sicherer gemacht werden können – wie etwa die Eröffnung der Linsenkapsel und die Zerkleinerung des Linsenkerns.

Zudem schont das Gerät das Augengewebe, da beim Schneiden keine Wärme erzeugt wird. Der Laserpuls bearbeitet die getrübte Linse rasend schnell im Bereich von Femtosekunden: Das entspricht 0,000000000000001 Sekunden, also zehn Billiardstel Sekunden. Ende Mai wurde der erste Patient an der Universitäts-Augenklinik Heidelberg mit dieser neuen Methode erfolgreich behandelt.

Operationen des Grauen Stars sind die weltweit häufigsten, in Deutschland sind es jährlich mehr als 600.000. Bislang kommt beim „Katarakt“ für gewöhnlich Ultraschall zum Einsatz, mit dem die getrübte Linse zerstäubt und entfernt wird. Versuche, Laserstrahlen zu benutzen, schlugen in der Vergangenheit meist fehl. Die Augenärzte des Universitätsklinikums Heidelberg erwarten, dass die präzise Maßarbeit des Lasers insbesondere bei schwierigen Ausgangsituationen von Vorteil für die Patienten ist.

Umfangreiche Laborstudien

„Der Femtosekunden-Laser ist seit mehreren Jahren bereits zur Hornhauttransplantation und zur Behandlung der Alterssichtigkeit an unserer Klinik im Einsatz“, berichtet Professor Dr. Gerd Auffarth, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Augenklinik in Heidelberg. Der neuen Methode zur Kataraktoperation gingen umfangreiche Laborstudien und Untersuchungen zusammen mit der deutschen Firma Technolas Perfect Vision voraus, die den Laser entwickelte und schon seit längerer Zeit mit den Heidelberger Wissenschaftlern zusammenarbeitet.

Dass der Laser genauer schneidet als jegliches mikrochirurgische OP-Messer, wurde bereits in Studien nachgewiesen. Die Linsenkapsel kann mit einer Genauigkeit von 10 bis 15 Mikrometern (tausendstel Millimeter) geschnitten werden. Sie bleibt dadurch reißfester als bei herkömmlichen Techniken und ist damit auch besser zum Einsetzen von Speziallinsen geeignet. Nun untersuchen die Heidelberger Wissenschaftler, welche weiteren Vorteile der Einsatz des Femtosekundenlasers bringen kann.

Information zur Universitäts-Augenklinik Heidelberg:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Augenklinik.84.0.html
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Gerd U. Auffarth
Ärztlicher Direktor
Universitäts-Augenklinik Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 400
69120 Heidelberg
E-Mail: Augenklinik@med.uni-heidelberg.de
Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 10.000 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 Departments, Kliniken und Fachabteilungen mit ca. 2.000 Betten werden jährlich rund 550.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.600 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland.
Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: annette.tuffs(at)med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de

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