Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eine schnellere Alzheimer-Diagnose, bis zu 10 Jahre vor Ausbruch der Demenz

18.12.2008
Die Ergebnisse einer bei 3.800 Franzosen durchgeführten Studie lassen vermuten, dass eine Alzheimer- Frühdiagnose bis zu mehr als 10 Jahren vor Feststellung des Demenzstadiums möglich wäre.

Die von Prof. Jean-Marc Orgogozo und Prof. Jean-François Dartigues geleitete Studie wurde am 8. Dezember 2008 in der amerikanischen Fachzeitschrift Annals of Neurology veröffentlicht. Im Rahmen der Studie wurden 3777 65-jährige Probanden alle ein bis drei Jahre untersucht.

Im Laufe der auf insgesamt 14 Jahre angelegten Studie haben die Forscher des Französischen Instituts für Gesundheitswesen und medizinische Forschung (INSERM) durch neuropsychologische Tests herausgefunden, dass 350 Probanden, die während der Zeit an Alzheimer-Demenz erkrankten, bereits 10 bis 13 Jahre vor ihrer Alzheimerdiagnose durchschnittlich schlechtere Resultate aufwiesen als Probanden, bei denen sich bislang keine Demenz entwickelt hatte.

Die Alzheimer-Betroffenen klagen normalerweise bereits 8 bis 10 Jahre vor der Diagnose über Gedächtnisstörungen und depressive Gefühle. Des Weiteren haben sie 5,5 bis 6,5 Jahre vor der Diagnose schon Schwierigkeiten, komplexere Aufgaben (wie z.B. Telefonieren, mit Geld oder mit den Transportmitteln umgehen, Medikamente einnehmen) zu erledigen. "Die in der Studie beschriebenen Störungen treten durchschnittlich 6 bis 12 Jahre vor der eigentlichen Alzheimerdiagnose auf, das heißt 3 bis 9 Jahre bevor heute die Krankheit festgestellt werden kann", erklärt Prof. Orgogozo. Es geht hierbei um "den ersten überzeugenden umfassenden Nachweis einer langen stillen Evolution der Erkrankung", so Orgogozo.

"Sobald ein Test sich als zuverlässig herausgestellt hat – vielleicht in 2-3 Jahren – könnten wir mit Therapieversuchen bei den Menschen beginnen, die bislang keine Symptome aufweisen, d.h. noch vor dem einschränkenden Demenzstadium", sagt Orgogozo. Nach Meinung von Prof. Orgogozo würde eine Behandlung im Frühstadium der Erkrankung die Erfolgschancen erhöhen, denn zurzeit "existiert noch keine Therapie, um die Alzheimer-Krankheit wirklich zu hemmen oder deren Voranschreiten zu bremsen".

Kontakt: Prof. Dr. Jean-Marc Orgogozo - Service de Neurologie, CHU Pellegrin Bordeaux, Place Amélie- Raba-Léon, F33076 Bordeaux Cedex – Tel: +33 556 796004, Fax: +33 556 796 025 – E-Mail: jeanmarc. orgogozo@chu-bordeaux.fr

Quelle: Artikel der Französischen Nachrichtagentur AFP – 11.12.2008

Redakteur: Julien Sialelli, julien.sialelli@diplomatie.gouv.fr

Wissenschaft-Frankreich (Nummer 154 vom 17.12.208)
Französische Botschaften in Deutschland und Österreich
Kostenloses Abonnement durch E-Mail an: sciencetech@botschaft-frankreich.de

Julien Sialelli, | Wissenschaft Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de/allemand

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein
02.12.2016 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Epstein-Barr-Virus: von harmlos bis folgenschwer
30.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie