Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schnelle Hilfe gegen Epidemien

29.06.2012
Marburger Wissenschaftler um den Virologen Professor Dr. Stephan Becker erforschen im Rahmen des neu gegründeten „Deutschen Zentrums für Infektionsforschung“ (DZIF) die Ausbreitung von Infektionskrankheiten.

Mit der Gründung des DZIF am vergangenen Mittwoch hat auch das Teilprojekt unter dem Titel „Thematic Translational Unit Emerging Infections“ (TTU EI) seine Arbeit aufgenommen, dessen Federführung beim Institut für Virologie der Philipps-Universität liegt.

Das Hauptaugenmerk der Marburger Forscher und ihrer Kollegen liegt auf Krankheitserregern, die plötzlich und unvorhersagbar auftreten. „Die Reaktion des Gesundheitssystems auf neue Krankheitserreger ist oft zu langsam, um wirksam Hilfe für die Patienten zu leisten“, erläutert Stephan Becker, der das Marburger Institut für Virologie leitet und dem die Koordination des TTU EI obliegt. „Neue Infektionskrankheiten, für die es noch keine Impfung oder Gegenmittel gibt, sind eine große Herausforderung für die medizinische Forschung.“

Schwerpunkt der Forschungsarbeiten des TTU EI ist deshalb die Entwicklung von Strategien zur Bekämpfung neuer oder verändert auftretender Infektionskrankheiten. Ziel der Arbeiten ist, dass bei Ausbrüchen neuer Infektionserreger schnell und effektiv gehandelt werden kann. Außerdem soll die Umsetzung von Forschungsergebnissen in die Praxis effektiver vonstatten gehen.

Die Forschungseinheit soll dazu beitragen, die Reaktion der Gesundheitsbehörden auf den Ausbruch von Infektionen zu verbessern. Dafür haben die Wissenschaftler drei vorrangige Handlungsfelder identifiziert: Erstens, eine rasche und verlässliche Bestimmung unbekannter Krankheitserreger; zweites, evidenzbasierte Richtlinien für den klinischen Umgang mit betroffenen Patienten; drittens, die Entwicklung von Notfallimpfstoffen und Breitband-Wirkstoffen gegen virale Krankheitserreger.

Das Projekt verfolgt zwei ergänzende Ansätze, um auf den drei genannten Handlungsfeldern voran zu kommen: Einerseits sollen an den beteiligten Standorten zusätzliche Infrastruktureinrichtungen geschaffen werden¸ die es zum Beispiel gestatten, möglichst frühzeitig Schnelltests einzusetzen, mit denen sich Infektionen diagnostizieren lassen; außerdem sollen spezielle Einrichtungen zur Tierhaltung dazu dienen, den Test von Impfstoffen unter Hochsicherheitsbedingungen zu ermöglichen.

Neben dem Standort Gießen-Marburg-Langen umfasst die TTU EI die weiteren Standorte Bonn, Köln, Hamburg, Hannover-Braunschweig sowie Heidelberg und München.

Das DZIF ist eines von sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung (DZG), die von der Bundesregierung gefördert werden. Ziel dieser Fördermaßnahme ist die Prävention, Diagnose und Therapie der wichtigsten Volkskrankheiten. Durch eine rasche Umsetzung von Forschungsergebnissen in die klinische Anwendung soll die Bekämpfung von Volkskrankheiten entscheidend verbessert werden.

Weitere Informationen:
Ansprechpartner: Professor Dr. Stephan Becker,
Institut für Virologie
Tel.: 06421 28-66253
E-Mail: becker@staff.uni-marburg.de

Johannes Scholten | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-marburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie