Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schnarchen kann lebensbedrohlich sein

17.02.2009
Aussetzen der Schlafatmung erhöht den Blutdruck

Während Schnarchen an sich ungefährlich ist, sind längere Atemaussetzer sowie lautes und unregelmäßiges Schnarchen Hinweise auf die ernstzunehmende Krankheit Schlafapnoe. Das betonen Mediziner der University of Michigan gegenüber ScienceDaily.

"Unregelmäßige Schlafatmung rückt zunehmend ins Interesse der Wissenschaft, da ein starker Zusammenhang mit Gehirnschlag, Herzinfarkten und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen erkennbar ist", sagt die Kardiologin Melvyn Rubenfire. Damit sei tiefes Schnarchen ebenso ein Risikofaktor für das Herz-Kreislaufsystem wie Rauchen, Diabetes, hoher Blutdruck und die erbliche Belastung.

"Schnarchen wird oft bagatellisiert", betont Winfried Randerath, Leiter des Instituts für Pneumologie der Klinik Solingen, gegenüber pressetext. Dabei müsse jedoch zwischen verschiedenen Schnarchtypen unterschieden werden. Beim normalen, regelmäßigen Schnarchen, das jeden vierten Erwachsenen betrifft, wird die Zunge in der Rückenlage im Rachenraum zu weit nach hinten gedrückt und gerät durch die vorbeiströmende Luft in Schwingungen.

Wird dabei der Rachenraum völlig verschlossen und somit der Luftstrom unterbrochen, muss das Luftholen explosionsartig und das Atemgeräusch entsprechend lauter werden. Der Verschluss der Atemwege bewirkt Atempausen von zehn Sekunden und länger, was die Sauerstoffzufuhr vermindert und im Gehirn zu einer lebenswichtigen Weckreaktion führt, die das Ersticken verhindert. Bei dieser Erscheinung spricht man von der obstruktiven Schlafapnoe.

Der Übergang zwischen den beiden Formen ist laut Randerath fließend und durch das Auftreten weiterer Begleitsymptome gekennzeichnet. "Ein wichtiges Warnsignal ist etwa das fehlende Ausgeschlafensein am Morgen. Ist der Schnarcher tagsüber unkonzentriert und schläfrig, nickt er beim Fernsehen, Zeitungslesen oder am Computer ungewollt ein, schwitzt er in der Nacht oder beobachtet der Partner Atemaussetzer im Schlaf, so empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen", so der Lungenexperte. In den letzten Jahren bestätigten epidemiologische Studien, dass Schlafapnoe ein Risikofaktor für hohen Blutdruck darstellt. "Jeder Patient mit hohem Blutdruck sollte sich daher zumindest einmal auf Schlafapnoe untersuchen lassen", empfiehlt Randerath. Wenngleich man auch von indirekten Auswirkungen der Schlafapnoe auf das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko ausgehen könne, sei ein direkter Zusammenhang noch nicht geklärt.

Zwar ist Schlafapnoe eine Männerkrankheit, doch auch Frauen bleiben nicht verschont. Obwohl für sie das Risiko immerhin halb so groß wie bei Männern ist, befindet sich statistisch nur eine Frau unter neun Schlaflabor-Besuchern. "Bei Frauen wird Apnoe oft übersehen, da bei ihnen typische Krankheitssymptome weniger oft auftreten und Leiden wie Kraftlosigkeit oder Depressionen oft den Beschwerden der Wechseljahre zugeschrieben werden", vermutet Randerath. Ein weiterer Grund könne sein, dass Männer das nächtliche Schnarchen ihrer Frauen seltener wahrnehmen und so das Problem übersehen wird.

Wer an normalem Schnarchen leidet, kann seinem Schlaf sowie dem des Partners Abhilfe verschaffen, erklärt Randerath. "Man kann abends Schienen aufsetzen, die das Unterkiefer nach vorne schieben, oder sich vom HNO-Arzt Nase, Nasennebenhöhlen oder Gaumensegel operieren lassen."

Entwickelt wurde auch eine Weste zur Verhinderung der Rückenlage im Schlaf, die schon längere Tradition hat. "Schon im Mittelalter ließen sich Ritter Kanonenkugeln in ihr Nachtgewand einnähen, die sie dazu zwangen, seitlich oder auf dem Bauch zu schlafen. Auch dadurch wurde das Schnarchen verhindert", so der Solinger Lungenfacharzt zu pressetext.

Johannes Pernsteiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.med.umich.edu
http://www.klinik-bethanien.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Aktuelle Therapiepfade und Studienübersicht zur CLL
20.10.2017 | Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V.

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise