Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schlaganfall: Stammzellen-Therapie chancenreich

27.05.2013
Injektion wird direkt in geschädigte Bereiche des Gehirns eingebracht

Fünf durch ihren Schlaganfall schwer beeinträchtigte Patienten haben nach der Injektion von Stammzellen ins Gehirn erste kleine Anzeichen einer Besserung ihres gesundheitlichen Zustandes gezeigt.


Schlaganfall: ist mit Stammzellen zu behandeln (Foto: pixelio.de, Gerd Altmann)

Der behandelnde Mediziner Keith Muir von der University of Glasgow http://gla.ac.uk zeigte sich von den leichten bis moderaten Verbesserungen "überrascht". Der Wissenschaftler betont, dass es noch zu früh ist, um zu sagen, ob diese Veränderung des Zustandes auf die erhaltene Behandlung zurückzuführen ist.

Die Ergebnisse werden auf der ab 29. Mai in London stattfindenden European Stroke Conference http://eurostroke.eu der Öffentlichkeit vorgestellt.

Keine negativen Auswirkungen

Die Patienten nehmen an einer kleinen klinischen Studie mit insgesamt neun Teilnehmern in einem Alter von 60 Jahren bis über 80 Jahren teil. Ziel ist es, am Southern General Hospital in Glasgow http://nhsggc.org.uk festzustellen, ob dieses Verfahren zur Behandlung von Schlaganfällen sicher ist. Dabei werden Stammzellen in die geschädigten Bereiche des Gehirns injiziert. Es handelt sich dabei um einen der weltweit ersten Tests für den Einsatz von Stammzellen bei Patienten. Die Ergebnisse zeigen, dass es bisher keine nachteiligen Auswirkungen für die Patienten gegeben hat.

Derzeit ist jedoch nicht feststellbar, ob die Verbesserungen auf die intensive medizinische Betreuung der Patienten zurückzuführen sind. Es ist gut belegt, dass das Wohlbefinden, das aus dieser Aufmerksamkeit resultiert, positive Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen haben kann. Die Experten gehen davon aus, dass es bei Patienten nach den ersten sechs Monaten nach dem Schlaganfall eher zu keinen Verbesserungen kommt. Bei allen Teilnehmern lag der Schlaganfall jedoch zwischen sechs Monaten und fünf Jahren zurück.

Dass sich der Zustand von einem der Teilnehmer oder sogar von fünf Patienten verbessert, war laut Muir nicht zu erwarten. Der Mediziner erklärt, dass es merkwürdig wäre, handle es sich dabei lediglich um einen Zufall oder einen Placebo-Effekt. "Wir haben Menschen erlebt, die jetzt nach Jahren völliger Bewegungsunfähigkeit ihre Finger bewegen können. Wir haben Menschen gesehen, die sich erstmals wieder alleine in ihrem Haus bewegen können und haben beobachtet, dass Menschen erstmals auch wieder ihre Umgebung wahrnehmen", so Muir.

Zusätzliche Untersuchungen nötig

Auch wenn nachgewiesen werden kann, dass die Behandlung mit Stammzellen nach einem Schlaganfall wirksam ist, wird es noch lange dauern, bis diese Behandlung allgemein zugänglich ist. Die aktuellen Forschungsergebnisse ebnen den Weg für eine Phase-2-Studie, die noch in diesem Jahr feststellen soll, ob die Verbesserungen wirklich auf die Behandlung zurückzuführen sind. Sollte diese positiv ausfallen, könnte es immer noch viele Jahre dauern, bevor dieser Behandlungsansatz allgemein eingesetzt werden kann. Phase-3-Studien werden in der Folge feststellen müssen, welche Patienten am besten auf diese Behandlung ansprechen und zu welchem Zeitpunkt sie am wirksamsten ist.

Zusätzlich stellen sich bei der Behandlung mit Stammzellen immer wieder ethische Fragen. Die eingesetzten Stammzellen stammen von einer Probe, die vor zehn Jahren von Reneuron http://reneuron.com genutzt wurde. Laut dem Unternehmen, das die aktuelle Studie finanziert hat, liegt die Zustimmung der zuständigen Behörden vor. Vor zehn Jahren sei nur eine Gewebeprobe verwendet worden. Seitdem sei es zu keinem weiteren Einsatz gekommen.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.gla.ac.uk

Weitere Berichte zu: Glasgow Schlaganfall Stammzelle Stammzellen-Therapie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig

20.11.2017 | Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Künstliche neuronale Netze: 5-Achs-Fräsbearbeitung lernt, sich selbst zu optimieren

20.11.2017 | Informationstechnologie

Tonmineral bewässert Erdmantel von innen

20.11.2017 | Geowissenschaften

Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie