Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schlaganfall-Rehabilitation in den eigenen vier Wänden

12.11.2010
Forscher von Fraunhofer FIRST in Berlin entwickeln eine interaktive Trainingsumgebung, die die korrekte Ausführung von Reha-Programmen zuhause unterstützt. Präsentation auf der Medica, Halle 10, Stand F05.

Rehabilitationsprogramme, die z. B. nach einem Schlaganfall, die motorischen Fähigkeiten trainieren und wiederherstellen sollen, sind oft langwierig und können nur zum Teil in der Klinik oder einem Reha-Zentrum durchgeführt werden.

Zumeist müssen die Patienten die Übungen nach der Entlassung zuhause selbständig fortführen, um die gewünschten Resultate zu erreichen. Die korrekte Ausführung der Bewegungen ist für den nachhaltigen Heilungsfortschritt unerlässlich. Sie kann jedoch ohne therapeutischen Beistand von den Patienten nur schwer kontrolliert werden. Hier wollen die Forscher des Fraunhofer FIRST Abhilfe schaffen.

Sie entwickeln eine interaktive, multimediale Trainingsumgebung, die den Patienten bei der korrekten Ausführung der Bewegungen unterstützt. Dazu sitzt der Patient vor einem Bildschirm und wird von einer Webcam aufgezeichnet.

Zusätzliche Sensoren, die in Manschetten am Arm untergebracht sind, ermitteln seine Bewegung im Raum. Auf dem Bildschirm erscheint eine Übung. Der Patient soll z. B. den Arm heben und mit der Hand einen Gegenstand auf dem Bildschirm entlang eines Pfades an eine bestimmte Position schieben.

Der Pfad wird je nach Schwierigkeitsgrad und Therapiestufe entweder zufällig generiert oder vom Therapeuten vorgegeben. Die Bewegung wird von der Kamera aufgezeichnet und zusammen mit den Daten aus den Sensormanschetten an einen PC übertragen. Dort werden die Daten aus den Videoaufnahmen mit den Informationen der Sensoren integriert und eine exakte Position des Patienten ermittelt.

Die Daten werden in Orientierungsmatrizen abgebildet und auf ein einfaches biomechanisches Modell übertragen. Das Modell für diese spezielle Form der Rehabilitation besteht aus zwei Knochen (Oberarm, Unterarm) und kann sämtliche Bewegungen, die ein Mensch mit seinem Arm ausführen kann, darstellen. Anhand des Modells und der gemessenen tatsächlichen Bewegung erfolgt ein Vergleich mit der therapeutisch vorgegebenen Ideal-Bewegung.

Die Integration der Sensordaten und die Videoanalyse werden in Echtzeit ausgeführt, so dass der Patient bereits während der Übung eine visuelle Rückmeldung über die Korrektheit der durchgeführten Übung erhält und seine Bewegung gegebenenfalls korrigieren kann. Im Anschluss erfolgt noch eine statistische Auswertung der Übung. Dann kann z. B. der tatsächliche Pfad dargestellt oder die Übung mit Punkten zwischen 0 und 3 oder den Kategorien „gut“, „mittel“, „schlecht“ bewertet werden.

Künftig sollen die Daten auch per remote, durch einen Physiotherapeuten oder Arzt abgerufen und kontrolliert werden können. Dazu testen die Forscher gängige Übertragungsverfahren für Vitaldaten auf ihre Konformität mit ISO 11073. Der Standard regelt, dass Sensordaten nach einem festgelegten Protokoll an medizinische Endgeräte kommuniziert werden. In einem entsprechenden Testbed überprüfen die Fraunhofer-Wissenschaftler, ob telemedizinische Dienste korrekt und zuverlässig funktionieren. Ein Schwerpunkt liegt auf der Interoperabilität von Vitaldaten-Diensten mit anderen Anwendungen wie z. B. der Videokommunikation.

Die interaktive Trainingsumgebung und die Konformitätstests gemäß ISO 11073 werden im Rahmen des Projekts SmartSenior entwickelt und vom BMBF gefördert.

Wir möchten Sie herzlich einladen unseren Prototypen auf dem Medica-Stand der Fraunhofer-Gesellschaft, Halle 10, Stand F05, auszuprobieren.

Weitere Informationen erhalten Sie von:

Fraunhofer FIRST, Leitung Institutskommunikation,
Mirjam Kaplow
Tel.: +49 (0)30/ 6392-1823
E-Mail: mirjam.kaplow@first.fraunhofer.de

Mirjam Kaplow | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.first.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten