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Schlaganfall: Molekül hemmt Erholung des Gehirns

04.11.2010
Medikament blockiert natürlichen Vorgang und fördert Genesung

Wissenschaflter der der University of California haben einen neuen Behaldlungsansatz gefunden, um den Erholungsfortschritt von Schlaganfallpatienten zu verbessern.

Dazu blockieren sie ein Molekül, das verhindert, dass die Gehirnzellen nach dem Schlaganfall richtig arbeiten. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass dieser Ansatz bei Mäusen die Auswirkungen eines Schlaganfalls wieder rückgängig gemacht hat.

Eine Behandlung wäre anders als jetzt auch noch Tage später möglich. Sharlin Ahmed von The Stroke Association betonte, dass jedoch noch viel umfangreichere Test für ein neues Medikament zur Behandlung von Schlaganfällen erforderlich seien.

Erneute Verdrahtung der Gehirnzellen

Nach einem Schlaganfall sterben die Zellen im betroffenen Bereich ab und können durch nichts wieder aktiviert werden. Eine entscheidende Rolle spielen jedoch die umgebenden Zellen. Sie entscheiden, wie gut sich das Gehirn wieder erholen und den erlittenen Schaden kompensieren kann. Diese erneute "Verdrahtung" bestimmt zu einem Teil, welche langfristigen Einschränkungen manche der Patienten erleiden.

Natürlicher Vorgang

Es zeigte sich in der aktuellen Studie, dass ein natürlicher Vorgang in den umgebenden Zellen eine Besserung zu behindern scheint. Ansammlungen des Moleküls GABA hemmen die Aktivität dieser Zellen gerade dann, wenn sie sehr aktiv neue Verbindungen herstellen sollten.

Mäuse, bei denen ein Schlaganfall hervorgerufen wurde, erholten sich besser, nachdem ihnen ein Medikament verabreicht wurde, das die Aktivität dieses Moleküls blockierte. Eine Veränderung des genetischen Aufbaus, die die Tiere weniger stark auf GABA reagieren ließ, führte zu ähnlichen Ergebnissen. Damit erhielt diese Theorie laut BBC weiteres Gewicht.

Weitere Forschung

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass ihre Forschungsergebnisse eine neue Art von Medikamenten ermöglichen, die die Wiederherstellung von Schlaganfallpatienten beschleunigen. Tests mit Patienten wären erst in einigen Jahren denkbar.

Die Ergebnisse verweisen jedoch auf einen weiteren entscheidenden Vorteil. Heute werden Medikamente verabreicht, die die Gerinnsel so rasch wie möglich auflösen sollen. Ziel ist es, den entstehenden Schaden so gering wie möglich zu halten. Das bedeutet einen Wettlauf mit der Zeit. Bei GABA konnten die besten Ergebnisse drei Tage nach einem Schlaganfall erzielt werden. Wurde das Medikament sofort verabreicht, war eine noch größere Schädigung des Gehirns die Folge.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.ucla.edu
http://www.nature.com
http://www.stroke.org.uk

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